Sie benötigen Hilfe beim Ausfüllen einer Patientenverfügung? Dann sind Sie bei uns richtig …

Zwei unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, Frau Friederike Degelmann und Inge Schmidt, haben sich rund um das Thema “Patientenverfügung und Vollmacht” weitergebildet. Sie haben an der Hospizakademie in Bamberg die Weiterbildung “Patientenverfügung” absolviert und stehen somit allen Interessierten beratend zur Seite. Vereinbaren Sie doch einfach einen Termin während unserer Bürozeit dienstags von 10.00 – 12.00 Uhr oder besuchen Sie die beiden im Hopsiz-Caféchen. Formulare zur Patientenverfügung können beim Hospizverein gekauft werden.

Hospizverein Kronach feiert 20-jähriges Bestehen

Das Jubiläum wurde am Samstag im Festsaal der Firma Krumpholz begangen. Zahlreiche Vertreter der Kirchen, des öffentlichen Lebens, Freunde und Förderer sowie Mitarbeiter des Hospizvereins feierten mit.

Kronach- „Leben bis zuletzt – Sterben als Teil des Lebens“ – Der Hospizverein Kronach wurde am 7. Juli 1994 gegründet. Inzwischen ist er 20 Jahre alt geworden und zählt fast 200 Mitglieder. Welch wichtige und beeindruckende Arbeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten erreicht wurde, zeigte der Festakt.

„Es ist für mich eine große Freude, heute als Hospizvorsitzender vor ihnen stehen zu dürfen“, so Dr. Peter Witton in seiner Begrüßung. Ein großer Dank gebühre Nina und Jürgen Rubenbauer, die mit ihrer Firma Karl Krumpholz Werkzeugbau den Hospizverein von Anfang an sehr großzügig unterstützen. Dies sei für die Aufbauarbeit enorm wichtig gewesen. Herzlich bedankte er sich bei allen Mitarbeitern des Hospizvereins. Sie trügen an vielen Stellen dazu bei, dass der ambulante Hospizdienst funktioniere und die Hospizidee eine immer breitere Basis bekomme – so die Hospizbegleiter, die Schwerkranken und ihren Angehörigen zur Seite stehen, die Trauergruppe, der Bürodienst und auch die Vorstandschaft. Aufgrund der guten Gemeinschaft wolle er – nach fast zehn Jahren im Amt – im November als Vorsitzender weitermachen. Gemeinsam habe man im Vorstand die „nicht einfache, aber inzwischen sehr erfolgreiche“ Einstellung der hauptamtlichen bezahlten Koordinatorin Barbara Förtsch ab dem 1. Juli 2012 auf den Weg gebracht. Mittlerweile besitze man sogar ein eigenes Fahrzeug.

Beeindruckt vom Hilfs- und Beratungsangebot zeigten sich die Festredner. Laut Nina Rubenbauer verdrängten viele Menschen unangenehme Emotionen wie Tod und Sterben. Es sei gut, dass der Hospizverein solche Themen mehr in den Fokus stelle. „Sterbende zu begleiten, ist eine der ältesten Aufgaben der Christen“, meinte Pfarrerin Susanne Treber. Die Mitarbeiter des Hospizvereins begleiteten die Sterbenden auf ihren Weg zurück in die Ganzheit Gottes. Sie erlebten dabei Beziehungen, unvergessliche Momente und Gespräche, die über das Verbale hinausgingen. Regionaldekan Thomas Teuchgräber begleitet der Hospizgedanken schon 20 Jahre. Mitte der 90-er Jahre machte er selbst einen Kurs zum Hospizbegleiter und er begleitete auch – vor seinem Dienst in Kronach – eine Trauergruppe. Er baute auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Hospizverein. Kronachs Bürgermeister Wolfgang Biergrößlein bedankte sich – auch in seiner Funktion als stellvertretender Landrat – beim Hospizverein für dessen „unbezahlte, als auch unbezahlbare“ Leistung. In einer Zeit, in der viele nach dem Staat riefen, habe er selbständig und eigenverantwortlich gehandelt. Dennoch seien Staat und Politik weiter gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. „Was ist es, das Sterbende von uns verlangen?“, warf Carmencita Hartwig, stellvertretende Vorsitzende des bayerischen Hospizverbandes, in den Raum. Aufrichtig, warmherzig, verlässlich und mit hoher menschlicher Kompetenz sollte man mit ihnen umgehen, nicht davonlaufen, sondern die Schrecken der Dunkelheit mit ihnen teilen. Die wichtigste Grundlage allen Handelns sei es, Sterben als Teil des Lebens zu begreifen. Den Glückwünschen schloss sich Anita Baar, stellvertretende Vorsitzende des Hospizvereins Kulmbach, an.
Das Programm wurde von Timo Sandner und Nico Wöhner von der Berufsfachschule für Musik auf dem Akkordeon umrahmt. Inge-Maria Böhm führte Trauertänze vor, bei der die Gäste mittanzen konnten. Zwischendurch gab es einen Imbiss und Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen. hs

Rückblick auf zwei erfolgreiche Jahrzehnte

Anhand einer Power-Point-Präsentation gab der Vorsitzende einen informativen Einblick in die Vereinsgeschichte. Vieles wurde in den letzten 20 Jahren erreicht.

Kronach- Die Gründung am 7. Juli 1994 erfolgte auf Initiative der Gründungsvorsitzenden Doris Grundhöfer, Norbert Grundhöfer, Dr. Peter Witton und Dr. Jens Hartmann. „Geburtshilfe“ leistete die damalige Geschäftsführerin der Hospiz-Akademie Bamberg, Christine Denzler-Labisch.

Seit damals bietet der Hospizverein Kronach seine Beratung und Begleitung an – ehrenamtlich. Das Ziel des Vereins ist es, mit geschulten Mitgliedern die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender zu gestalten. Durch regelmäßige Vorträge soll der Hospizgedanke zum Umgang mit Leben, Sterben und Tod weiter verbreitet werden. Zum ambulanten Betreuungsteam gehören ausgebildete Hospizbegleiter/innen und Palliativ-Fachkräfte. Diese arbeiten mit Ärzten, Seelsorgern, kirchlichen und sozialen Diensten, Krankenhäusern und Pflegeheimen zusammen. Hinterbliebene können in ihrer Trauerzeit weiter in der 1996 gegründeten Trauergruppe „Brücke“ begleitet werden. Meilensteine in der Geschichte des Hospizvereins war 1997 das Hospizbüro im Strauer Torweg sowie seit 2001 das Hospizbüro in der Lucas-Cranach-Straße 10. Es wurden zahlreiche Helferkurse durchgeführt sowie Vorträge, Aktionen, Begegnungstreffen und Ausstellungen initiiert. Jedes Jahr findet ein Benefizkonzert für den Hospizvereins statt. Ausbau der spezialisierten Ambulanten Palliativmedizin im Landkreis Kronach

Nach Beendigung seiner Tätigkeit in der nunmehrigen Helios-Frankenwaldklinik wird Dr. Witton ab September mithelfen, die bereits begonnene spezialisierte Ambulante Palliativmedizin im Landkreis Kronach auszubauen.

Kronach- Geplant ist dies in Zusammenarbeit mit dem Bamberger Team und den stationären Hospizen sowie Palliativstationen. „Für mich ist menschliche Zuwendung – dafür steht der Hospizverein – und die qualifizierte medizinische Versorgung von Schwerstkranken in ihrem Leiden – dafür steht die Palliativmedizin – die Antwort auf den Wunsch, sein Leben aktiv beenden zu wollen. Die Versorgung sei für alle schwerstkranken Patienten gedacht, um sie möglichst lange – rund um die Uhr – zu Hause oder im Seniorenheim ohne Klinikeinweisung betreuen zu können. Seine Ausbildung sei fast fertig, nur seine Prüfung in München müsse er noch machen. hs

Spenden: Der Hospizverein freute sich über Spenden und Geschenke der Grußredner. Nina Rubenbauer nutzte das Jubiläum für eine Spende der Firma Karl Krumpholz Werkzeugbau von 1.000 Euro.
Weitere Infos: gibt es unter www.hospizverein-kronach.de

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Frau Carmencita Hartwig vom Bayerischen Hospiz- und Palliativverband

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Unser 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton bei seiner Festrede

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Frau Rubenbauer von der Fa. Krompolz bei Ihrer Festansprache

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Vorführung von verschiedenen Trauertänzen von Inge-Maria Böhm

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Karikaturenausstellung “Sie hat mir der Himmel geschickt” …. Ernste Themen – lustig “verpackt”

Eine Frau hält gleichzeitig jeweils eine Hand von zwei schwerkranken Patienten im Krankenhaus. „Das ist Danuta, unsre preiswerte Trösterin aus Polen“, sagt der Arzt zu einem Besucher. In einer anderen Zeichnung hält gar eine – an ein Gestell befestigte – Plastikhand die Hand eines Patienten, der an Apparate angeschlossen ist. Die Aussage dieser Karikaturen von Jan Tomaschoff und Thomas Plaßmann ist eindeutig: Für die persönliche Hinwendung für kranke und alte Menschen ist in unserem Gesundheitssystem keine Zeit mehr.
Solche Bilder von beißender Ironie sind seit Samstag in der Synagoge zu sehen. Die Karikaturen verfügen zweifellos über eine ganz spezielle Art von Humor, bei dem einen bisweilen das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Auch Skelette und Sensenmänner finden sich dabei – so auch im Titelmotiv der Ausstellung, bei dem ein Sensenmann mit seinem „Arbeitsgerät“ den Rasen einer älteren Dame stutzt. Themen wie Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Tod und Trauer sind keine leichte Kost – Die tiefgründigen und satirischen Zeichnungen provozieren, regen zum Nachdenken an und halten gleichzeitig unserer Gesellschaft den Spiegel vor. Sie zeigen ganz aktuelle Probleme unserer Zeit: Ein Energieberater sitzt am Intensivbett, ein Pfarrer steht allein am offenen Grab und meint: „Im Facebook soll er viele Freunde gehabt haben“. Wiederum bei einer Beerdigung sagt ein anderer Pfarrer: „Persönliche Eigenheiten und Vorlieben des Verstorbenen, Angewohnheiten und Perversionen können sie auch im Internet nachgoogeln“. Und an der Himmelspforte geht nichts mehr, weil der Computer abgestürzt ist und die Personaldaten der Neuankömmling nicht mehr ausspuckt. Die Konsequenz: Die „Neuen“ müssen erst einmal ins Fegefeuer.
Die Bilder sparen nicht mit Kritik – aber keinesfalls auf eine verletzende Art und Weise. Als Wanderausstellung konzipiert, wurden sie vor zwei Jahren zum zehnjährigen Bestehen der Hospizakademie Bamberg zusammengestellt. Seitdem gehen sie durch ganz Deutschland auf Reisen. Dazu gibt es einen kleinen Bildband zum Preis von fünf Euro. Im Jubiläumsjahr wollten sich damals die Hospiz-Akademie und der Hospizverein Bamberg dem Themenkreis auf humorvoll-nachdenkliche Weise nähern. Sie glaubten: „Mit wohl keinem anderen Medium gelingt es, auf derart plakative Weise den Betrachter zu erreichen, bisweilen auch provokativ zu sensibilisieren und zum Nachdenken anzuregen“. Der gleichen Meinung ist auch der Hospizverein Kronach, der anlässlich seines 20-jährigen Bestehens die Ausstellung nach Kronach holte. Von den Bildern hatte man eine Auswahl – circa die Hälfte – getroffen, die man nun in der Kronacher Synagoge präsentiert.
„Über Tod und Trauer lacht man nicht! Oder etwa doch?! Ist diese Karikaturen-Ausstellung eine Zumutung?“, fragte der Vorsitzende des Hospizvereins Kronach, Dr. Peter Witton, in seiner Einführung am Samstagvormittag, „Vielleicht! Aber bringt diese Zumutung uns nicht vielleicht zum Nachdenken und zwingt uns mit hintergründigem Humor zum Schmunzeln?“ Witton erachtete gerade die Karikatur für eine ideale Möglichkeit, sich diesem von vielen verdrängten Thema zu nähern. Karikaturen seien eine bildliche Form der Satire, die durch den kurzen Text noch eine besondere Würze erhalte und oft ins Gegenteil gekehrt werde, was auf dem Bild zu sehen sei. Dieser Überraschungseffekt lenke von der eigentlich „schlimmen“ Tatsache ab. Die Bedeutung dieser Kunstform zeige sich auch daran, dass sie schon sehr alt sei. Laut Wikipedia soll es die ersten Karikaturen bereits in der Antike gegeben haben.
Die Themen Sterben und Tod werden in der Ausstellung in einer höchst unterschiedlichen, ungewohnten und gewagten Darstellungsform thematisiert. Keine Frage: Sie bewegt sich auf schmalem Grat. Gesellschaftlich kritisch und ironisch verlieren die Karikaturisten, die aus aller Welt kommen, nie das ernste Thema aus dem Blickfeld. Es sind Zeichnungen dabei, über die man ganz einfach lächeln muss – beispielsweise wenn Loriot vor der Himmelspforte steht und Petrus erfreut ausruft: „Chef, ich glaub jetzt wird´s lustig hier oben“. Es darf aber nicht nur geschmunzelt, sondern durchaus auch laut gelacht werden.

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Einige Karikaturen unserer Ausstellung

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Unser 1. Vorsitzender bei der Betrachtung der Karikaturen