Unser Hospizverein gründet eine Trauergruppe für Kinder

Kindertrauergruppe “Horizont”

“Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man niemals wieder verlieren.” (Johann Wolfgang von Goethe)

Die Kindertrauergruppe “Horizont” bietet Kindern die Möglichkeit sich mit anderen Kindern nach Verlusterfahrungen durch Unterstützung einer Trauerbegleiterin auszutauschen. Dabei kommen kreative Aspekte, gemeinsame Spiele, Erlebnisse

ebenso zum Einsatz wie das Betrachten von passenden Filmen oder Büchern. Auch musikalische Aspekte werden hierbei integriert.

Auch die Bezugspersonen werden in das Angebot integriert. Vor der ersten Teilnahme des Kindes an der Gruppe findet ein Einzelgespräch mit der Bezugsperson und dem Kind statt. Nach Beendung der Gruppenstunde erfolgt eine kurze Übergabe und bei Auftretenden von Fragen über Trauer von Kindern ist Iris Zinkand als Ansprechpartnerin zu erreichen.

Termine

Unsere Kindertrauergruppe “Horizont” trifft sich einmal im Monat in den Räumlichkeiten des Kronacher Hospizvereines- meistens ist dies am letzten Freitag im Monat um 15:00Uhr.

Bei Interesse an der Teilnahme nehmen Sie bitte Kontakt mit Frau Iris Zinkand auf.

Ablauf der Kindertrauergruppe

– vor der ersten Teilnahme: Vorgespräch mit der Bezugsperson

– Beginn mit Begrüßung der Kinder

– Bewegungsspiel zum “Ankommen”

– Entzünden der Teelichter für unsere Verstorbenen: sie sind somit in unserer Mitte

– Einstiegsrunde: Wer bin ich (bei neuen Teilnehmern)? Wie geht es mir jetzt?

– kreative Themenrunde: in spielerischer Weise und mit kreativen Vorschlägen wird in kindergerechter Weise auf die Themen Trauer, die Verarbeitung des Verlustes sowie die allgemeine Gefühlswelt des Kindes eingegangen

– Austausch der Kinder untereinander

– Zusammenfassung des Inhaltes

– Abschlussritual, Verabschiedung in der Runde

– Möglichkeit eines Einzelgespräches nach der Gruppe “Horizont”

– kurzes Gespräch über den Inhalt des Angebotes mit den Bezugspersonen

Über Trauer bei Kindern

Kinder trauern anders als erwachsene Personen.

Einerseits haben sie einen “natürlicheren” Umgang mit Verlust umzugehen, andererseits aber haben sie noch nicht so viele kognitive Bewältigungsstrategien wie Erwachsene entwickelt.

Bei der Verarbeitung des Verlustes spielen individuelle Erfahrungen, die eigene Entwicklung, das Lebensalter und das jeweilige Weltbild mit. Ebenso hat das soziale Umfeld eine wichtige Rolle.

Auch verläuft Trauer bei jedem Menschen anders und individuell.

Aber Trauer ist ebenso eine Fähigkeit, die hilft mit schwerwiegenden Lebensereignissen umzugehen zu lernen.

Trauer ist ein Zeichen von Liebe.

Der Verlust einer Bezugsperson stellt auch immer den Verlust von Sicherheit dar.

Stirbt jemand in der Familie so ändert sich das gesamte Familiengefüge und das Kind hat auf einmal eine ganz andere Rolle, als es davor hatte- war es vorher der Bruder ist es nun ein Einzelkind, hatte es vorher Eltern ist es nur Halbwaise.

Aber auch wenn im nahen Umfeld eine Person stirbt, kann das in Kindern Trauer auslösen wie z.B. nach dem Tod eines Freundes. Ebenso kann der Verlust eines geliebten Haustieres zu Trauer beim Kind führen.

Durch einen Verlust werden viele bisherige Ansichten in Frage gestellt. Darauf gilt es angemessen zu reagieren.

Der Austausch der teilnehmenden Kinder in der Kindetrauergruppe “Horizont” sowie die unterstützende Beratung der Bezugspersonen steht im Mittelpunkt des Angebotes. Mit kreativen Methoden wird der erfahrene Verlust für die Kinder erfahrbar gemacht und dessen Verarbeitung unterstützt.

Alle Emotionen sind willkommen, denn sie sind ein Ausdruck der Trauer.