Jahreshauptversammlung Hospizverein Kronach 2016

 

Kronacher Hospizverein steht Sterbenden und Angehörigen zur Seite

Am Mittwoch traf sich der Hospizverein Kronach zur Jahreshauptversammlung im Kronacher BRK-Seniorenhaus. Auch im vergangenen Jahr begleiteten die engagierten Hospizbegleiter viele Menschen und deren Angehörige in der oft schwierigen letzten Phase des Lebens.

Kronach- „Die Einstellung unserer Koordinatorin im April letzten Jahres hat sich als Glücksfall erwiesen“, freute sich Dr. Peter Witton, der nunmehr seit zwölf Jahren an der Spitze des Vereins steht, in seinem Jahresbericht. Das Jahr habe aber auch gezeigt, dass die Arbeit mit Teilzeit für die Koordinatorin nicht mehr zu leisten ist. Man werde daher eine zweite hauptamtliche Kraft als Teilzeitkraft einzustellen. Die Stelle wird ausgeschrieben

Gut funktioniere die Zusammenarbeit mit der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung, bei der sehr viele Schwerstkranke im letzten Lebensabschnitt gemeinsam begleitet werden. „Menschliche Zuwendung, gemeinsam mit optimaler medizinischer Versorgung – Das ist das Ziel der Palliativ-Medizin und soll unsere Antwort auf den Todes-Cocktail und die Fahrt in die Schweiz sein“, betonte Dr. Witton. Der Hospizverein wirke beim Förder-Programm „Gesundheit plus“ des Landkreises zum Thema „Ges

Im April dieses Jahres war Dr. Witton von Gesundheitsministerin Melanie Huml mit dem „Weißen Engel“ ausgezeichnet worden. Dabei betonte er, dass man als Hospizverein ein Team sei und diese Auszeichnung allen gehöre. Als symbolisches Zeichen übereichte er allen anwesenden Vorstandsmitgliedern, Hospizbegleitern und weiteren Helfern eine Rose sowie einen auf einer Karte abgedruckten „weißen Engel“. Viele hätten dazu beigetragen, dass das letztes Jahr zu einem guten geworden sei. Hierfür dankte er – insbesondere der Koordinatorin Annette Hümmer sowie Inge Schmidt, die diese immer wieder bei der Koordination vertreten habe, als auch allen Sponsoren und Gönnern.

2. Vorsitzende Anja Männl ging auf das neue von der Regierung Bayerns verabschiedete Palliativgesetz ein. Dies sehe die bestmögliche Versorgung seiner Bürger vor, auch am Lebensende. Das neue Gesetzt bedeute für den Verein eine deutliche Umstellung und Anpassung an neue Verpflichtungen und Anforderungen. So sei man beispielsweise angehalten, ein weitläufiges Netzwerk unter anderem mit Altenheimen und Sozialstationen zu bilden und mit diesen auch Kooperationsverträge abzuschließen. Im neugegründeten „Hospizverband Oberfranken“ sei eine gegenseitige Unterstützung innerhalb Oberfrankens möglich. Die einzelnen Vereine bleiben aber bestehen. Hospizkoordinatorin Annette Hümmer berichtete von – seit der letzten Jahreshauptversammlung erfolgten – 50 Anfragen für Begleitungen. 38 kamen zustanden, von denen 35 wieder abgeschlossen sind. Drei Personen werden im Moment noch begleitet. Vier Besuchsdienste haben sich aus Langzeitbegleitungen entwickelt. Das Alter der begleiteten Personen lag zwischen 52 und 104 Jahre, die Länge von einem Tag bis zu mehreren Monaten. Der Hospizverein hat 35 Hospizbegleiter, von denen zurzeit circa 20 zur Verfügung stehen. Seitens der Hospizbegleiter wurden im Ehrenamt 420 Stunden geleistet. Hümmer selbst hatte 55 Termine zu bewältigen mit circa 100 Stunden. Sehr erfolgreich verlaufe das Projekt „Hospiz geht in die Schule“, wofür sie elf Schul-Besuche absolvierte. Im Januar beginnt ein neuer Hospizbegleiter-Kurs, der bereits voll ist. Iris Zinkand stellte die von ihr geleitete Trauergruppe „Brücke“ mit circa acht bis zehn Teilnehmern sowie die Kindertrauergruppe „Horizont“ mit bis zu drei Kindern vor. Die Hemmschwelle, eine Kindertrauergruppe zu besuchen, sei teilweise noch sehr groß. Für die Trauergruppe „Horizont“ hat man in diesem Jahr den Town- and Country-Stiftungspreis erhalten. Unterstützung bei den beiden Gruppen erhält sie von Hella Bayer. Es finden überdies weiterhin regelmäßige Einzelgespräche mit Trauernden statt. „So kann jeder seinen eigenen Weg des Umgangs mit der Trauer wählen“, betonte Zinkand.

Schriftführerin Ingrid Steinhäußer berichtete von verschiedenen Veranstaltungen. Neben den Benefizkonzerten waren auch die Vorträge „Trance-Phänomene in der Trauer“ und  „Sterbefasten“ auf sehr großes Interesse gestoßen. Schatzmeister Frank Schuberth freute sich insbesondere aufgrund erhaltener großherziger Spenden über ein finanziell gutes Jahr. Der Verein ist weiterhin auf Spenden und Zuschüsse angewiesen. In diesem Zusammenhang kündigte Elke Fischer eine weitere Spende eines Spendengebers von 900 Euro an.

Dr. Peter Witton bleibt an der Spitze

Bei den Neuwahlen für die kommenden zwei Jahre ergaben sich Änderungen bei den Beisitzern und Kassenprüfern. Verabschiedet wurden die Beisitzer Theresia Jakob, Dr. Ingeborg Kufer und Heinz Stengel sowie die Kassenprüfer Werner Schmidt und Oskar Degelmann, die sich alle nicht mehr zur Wahl stellten. Ihnen galt der besondere Dank des bisherigen und neugewählten 1. Vorsitzenden Dr. Peter Witton, der ihnen auch Geschenke überreichte. Die beiden Vorsitzenden, der Schatzmeister und die Schriftführererin wurden schriftlich gewählt, die Beisitzer und Kassenprüfer per Akklamation.

Wahl-Ergebnisse: 1. Vorsitzender: Dr. Peter Witton, 2. Vorsitzende: Anja Männl, Schatzmeister: Frank Schuberth, Schriftführerin / Öffentlichkeitsarbeit: Ingrid Steinhäußer, Beisitzer: Norbert Schülein, Iris Zinkand, Bettina Förner (alle neu), Elke Fischer, Kassenprüfer: Dr. Irmgard Preißinger, Verena Täuber

Internet: Weitere Infos gibt es unter www.hospizverein-kronach.de

Bild: Dr. Peter Witton (rechts) bedankte sich bei den ausscheidenden Beisitzern (von links) Heinz Stengel, Theresia Jakob und

Dr. Ingeborg Kufer mit einem kleinem Präsent

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