Kooperation besiegelt Zusammenarbeit zwischen Hospizverein und Seniorenhäusern

Der Hospizverein Kronach und die neun Seniorenhäuser im Landkreis Kronach haben eine Kooperationsvereinbarung zur intensiven Zusammenarbeit geschlossen. Diese wurde am Montagnachmittag von den Kooperationspartnern unterschrieben.

Kronach- Ziel der Kooperation ist es, die Zusammenarbeit von Hospizverein und den Alten- und Pflege-Einrichtungen in der hospizlichen und palliativen Begleitung und Versorgung von Schwerstkranken und sterbenden Bewohnern wie auch deren Angehörigen zu bekräftigen. Im Zentrum steht dabei – wie die Kooperationspartner betonten – stets „die Würde des Menschen am Lebensende und der Erhalt größtmöglicher Selbstbestimmung“.

„Die Vereinbarung ist ausgerichtet auf eine Verbesserung und Erhaltung der Lebensqualität von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Ziel der allgemeinen Palliativversorgung in Senioren- und Pflegeheimen ist es, die Bewohner und ihre Angehörigen besonders in der Endphase des Lebens und im Sterben zu begleiten“, erläutert der 1. Vorsitzende des Hospizvereins Kronach, Dr. Peter Wittton. In der Praxis bedeutet das: Die qualifizierten ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen unterstützen das Personal in der Seniorenhäuser bei der Betreuung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Heimbewohner und ergänzen ihre Arbeit. „Unsere Hospizbegleiter schenken Zeit“, betont Hospizkoordinatorin Annette Hümmer. Sie übten keine pflegerischen Tätigkeiten aus, sondern schenkten Nähe und Unterstützung. Einfühlend seien sie bereit, Schwerstkranke und Sterbende wie auch deren Angehörigen zu begleiten.

Neu ist die Zusammenarbeit nicht. Die stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen arbeiteten bereits bislang mit dem Hospizverein eng und vertrauensvoll zusammen. Auf Basis des neuen Hospiz- und Palliativgesetzes wurden nun insbesondere die Aufgabenbereiche strukturiert festgehalten. Weiter umfasst die Vereinbarung die Ziele der Kooperation, die Basis der Zusammenarbeit, die Ansprechpartner und den Informationsaustausch, Versicherungen und Übernahme sonstiger Kosten sowie Bestimmungen zur Schweigepflicht und zum Datenschutz als auch über Inkrafttreten, Kündigung und Änderungen der Kooperation.

„Mit der Kooperationsvereinbarung soll eine positive Zusammenarbeit aufgebaut beziehungsweise vertieft und verbindlich gestaltet werden. Grundsätzlich sollte den Pflegeheimbewohnern auch mit Hilfe der Palliativmedizin ein fachlich gut betreutes und selbstbestimmte Sterben in ihrer vertrauten Umgebung ermöglicht und unnötige Krankenhausaufenthalte vermieden werden“, ergänzt Dr. Peter Witton. Der Hospizdienst verstehe sich dabei als Ergänzung der Versorgungsangebote in den Pflegeheimen. Zusammen erarbeite man einen Weg ganz im Sinne der Wünsche der Bewohner und deren Angehörigen, um gute Bedingungen zu schaffen für ein Lebensende, wie sie es sich diese vorstellten.

Dankbar über die bisher geleistete Zusammenarbeit zeigten sich die anwesenden Vertreter der Seniorenhäuser davon überzeugt, dass die Einbindung der Hospizbegleiter nicht nur den betroffenen Bewohnern und ihren Angehörigen zugutekommt, sondern auch ihrem eigenen Personal. „Wir haben leider im Heimalltag nicht die Zeit hierfür. Für unsere betroffenen Heimbewohner wie auch für unser Team ist der Hospizverein ein Segen“, betonte Heimleiter Peter Schulz vom BRK-Seniorenhaus Ludwigsstadt. Seine Amtskollegin vom Lucas-Cranach-Haus Kronach, Karin Büttner, erachtete die Unterstützung durch die Hospizbegleiter als „Ein großes Stück Qualität für die Bewohner“. „Solche Kräfte an der Seite zu haben, stellt eine große Erleichterung für Angehörige wie auch für unsere Altenpfleger dar“, würdigte Anna Schneider, Einrichtungsleiterin vom ASB-Seniorenzentrum Marktrodach. Pflegedienstleiterin Fabiola Maier vom Caritas Alten- und Pflegeheim Wallenfels sprach von einem Konflikt, in dem sich die Mitarbeiter befänden. Sie würden den Bewohnern gerne mehr Zeit schenken, könnten es aber nicht. Stefan Raible – Leiter vom „Leben Am Rosenberg“ – zeigte sich indes sicher, dass man Bewohnern durch die Unterstützung seitens der Hospizbegleiter auch ein Stück weit Angst nehmen könne.

Zwischen den Kooperationspartnern findet ein regelmäßiger Informationsaustausch statt. Mindestens einmal pro Jahr wird man bei einem Arbeitstreffen die Zusammenarbeit evaluieren und gegebenenfalls Verbesserungen erarbeiten. Die Kooperationsvereinbarung tritt mit der Unterzeichnung in Kraft und wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Sie kann von beiden Seiten mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende gekündigt werden.

Kooperationspartner: sind der Hospizverein Kronach sowie alle neun Seniorenhäuser im Landkreis Kronach: das „Lucas-Cranach-Haus“ Kronach, „Leben am Rosenberg“ Kronach, die BRK-Seniorenhäuser Kronach und Ludwigsstadt, die Altenpflegeheime „Sonnenblick“ Küps und „Haßlach-Blick“ Stockheim, die ASB-Seniorenzentren in Rothenkirchen und „Rodachtal“ Marktrodach sowie das Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth Wallenfels.

Hospizverein Kronach: Die Beratung und Begleitung ist kostenlos. Jeder kann die Hilfe in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft. Die Säule des Vereins stellen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen dar, die eine umfassende neunmonatige Ausbildung erfahren. Die Angehörigen will man entlasten und dabei unterstützen, die schwere Situation zu begreifen und den Tod anzunehmen. Auch danach finden diese beim Hospizverein Kronach Hilfe in Trauergruppen, darunter auch eine ausschließlich für Kinder. Erste Kontaktpersonen und Ansprechpartnerinnen für alle Fragen der Hospizbegleiter wie auch Betroffenen sind die Hospizkoordinatorinnen Annette Hümmer und Brigitte Raabgrund. Weitere Infos, Angebote und Termine gibt es unter www. hospizverein-kronach.de

 

 

Bild: Der Hospizverein Kronach und Vertreter der Seniorenhäuser unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Das Bild zeigt (von links) Stefan Raible („Leben am Rosenberg“), Katja Suffa-Weißkopf und Karin Büttner (Lucas-Cranach-Haus), Anna Schneider (ASB-Seniorenzentrum Rodachtal), Fabiola Maier (Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth), Elke Bauer und Peter Schulz (BRK-Seniorenhaus Ludwigsstadt) sowie (stehend von links) Dr. Peter Witton und Annette Hümmer (Hospizverein Kronach).

Bericht von Heike Schülein geschrieben.

KAB Johannisthal spendet 2.000 Euro

 

Bei ihrer Jahreshauptversammlung beschloss die KAB Johannisthal erneut großherzige Spenden. Dieses Mal dürfen sich die CAH der KAB sowie das Caritas-Lädla, der Hospizverein und die Lebenshilfe Kronach über je 500 Euro freuen.

Johannisthal- Seit seiner Gründung im Jahre 1903 – damals noch als Werkvolk – hat der rührige KAB-Ortsverband einen festen Platz im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben in Johannisthal. Während ihres Bestehens hat die Gemeinschaft schon in vielerlei Art und Weise großes Engagement und höchsten Einsatz für ihren Heimatort und darüber hinaus gezeigt. Neben der Beteiligung beziehungsweise Mitwirkung an Festen und kirchlichen Anlässen im Jahreskreis, setzt sie sich auch stark im karitativen Bereich für ihre Mitmenschen ein – so insbesondere auch durch Spenden. In diesem Jahr werden gleich vier soziale Hilfs-Einrichtungen mit großherzigen Spenden bedacht.

2017 war erneut von ehrenamtlichem Engagement geprägt, wie Vorsitzender Josef Stecker in seinem Jahresbericht in örtlichen Pfarrsaal ausführte. Schatzmeisterin Christine Zenk gab einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse. Ihr wurde eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt. Auch die Termine für 2018 wurden festgelegt. Die Grüße des KAB-Kreisverbands übermittelte Mathilde Hutzl. Diese teilte mit, dass die ACA (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisationen) bei den Sozialwahlen 2017 im Landkreis Kronach bundesweit den höchsten Stimmenanteil erreichte. 17,6 % hatten sich für die zusammengeschlossenen Verbände KAB, Kolpingwerk Deutschland und den Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA) entschieden. Zugleich ging Hutzl auf das KAB-Leitthema der kommenden vier Jahre „Arbeit.Macht.Sinn“ – im doppelten Wortsinn – ein. „Der Einsatz für eine gerechte und solidarische Welt für alle ist heute notwendiger denn je. Weltweit sehen wir eine sozial strukturelle Spaltung und Zunahme der Ungleichheit – vor allem zu Lasten der Armen und Ausgeschlossenheit, aber auch der arbeitenden Menschen weltweit“, prangerte sie an. Nach dem Prinzip der KAB „Sehen – Urteilen – Handeln“ wolle man sich bis 2021 mit der „Globalisierung der Gerechtigkeit“ als zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts widmen, aus unserem Glauben heraus, mit Blick auf die Aussagen der Bibel und Papst Franziskus. Abschließend gab sie einen Überblick über die Termine 2018 auf Kreisverbandsebene.

Spenden kommen wie gerufen

Nach Beschluss der Vollversammlung wurden heuer die Christliche Arbeiterhilfe (CAH) des KAB-Diözesanverbands Bamberg sowie der Caritas-Sozialladen, der Hospizverein und die Lebenshilfe in Kronach mit Spenden über jeweils 500 Euro bedacht. Diese wurden vom Ortsvorsitzenden Josef Stecker gemeinsam mit Ortsverbands-Präses Dr. Georg Zenk sowie Kassiererin Christine Zenk an die Vertreter der jeweiligen Organisationen übergeben. In herzlichen Worten dankten diese für die großherzige Finanzspritze, die wie gerufen komme.

Die Lebenshilfe Kronach feiert heuer 50-jähriges Bestehen. Aus bescheidensten Anfängen heraus werden in der Einrichtung mittlerweile Menschen vom Säugling bis ins hohe Alter nachhaltig gefördert, betreut und unterstützt. Die 500 Euro werden in die Um- und Neugestaltung des Außengeländes des Heilpädagogischen Kindergartens fließen. Hierfür waren 2017 unter anderem ein Weidentunnel als Fallschutz und Rückzugsort, ein optimaler Sonnenschutz für heiße Tage sowie ausreichend Parkmöglichkeiten in der neuen Bobbycar-, Roller- und Co.-Garage errichtet worden. „Der Garten des Kindergartens ist jetzt attraktiver und sicherer und die Kinder haben nun noch mehr Spaß“, freute sich Geschäftsführer Wolfgang Palm. Zudem wurden für die Petra-Döring-Schule Whiteboards angeschafft, hat doch das Zeitalter der Medialisierung und Digitalisierung auch in das Förderzentrum der Lebenshilfe Einzug gehalten. Der 1994 gegründete Hospizverein Kronach begleitet Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige, darunter auch – in einer eigenen Trauergruppe – Kinder. „Jeder kann die Hilfe in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft“, erläuterte 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton. Dies alles erfolgt ehrenamtlich und für Hilfesuchende kostenlos, obwohl der Hospizverein erhebliche Aufwendungen zu bewältigen hat. Für die Entlohnung der beiden Hospizkoordinatorinnen muss man erst einmal in Vorleistung gehen. Erst nach Ablauf des Jahres erfolgen – basierend auf der Anzahl der Hospizbegleiter und abgeschlossenen Begleitungen – die Abrechnungen. Hinzu kommen laufende Aufwendungen wie Miete und Energiekosten sowie zusätzlich für die Ausbildung ehrenamtlicher Hospizbegleiter.

Auf Spenden angewiesen ist auch der Caritas-Sozialladen. Das in der Kronacher Rosenau beheimatete „Lädla“ wird in diesem Sommer in die Siedlung umziehen. „Wir haben dann mehr Platz im Laden und können auch einen Wartebereich einrichten, damit die Leute nicht mehr draußen warten müssen“, informierte Diplom-Sozialpädagogin Irene Piontek. Im Sozialladen können anspruchsberechtigte Personen mit gültigem Berechtigungsschein bei geringem Einkommen verbilligt einkaufen. Die meisten der dort vorrätigen Produkte stammen aus den Beständen unterschiedlicher Verbrauchermärkte oder Einzelhandelsgeschäfte, wenn beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum knapp überschritten oder erreicht ist. Die Spende wird für den laufenden Betrieb verwendet. Die Christliche Arbeiterhilfe (CAH) in der Erzdiözese Bamberg ist eine freie gemeinnützige Wohlfahrts-Einrichtung der KAB im Dienste der arbeitenden Menschen und ihrer Familien. Die konkrete Arbeit geschieht vor Ort. Unterstützung erhalten Menschen, die durch außergewöhnliche Ereignisse – wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung – in Existenznöte geraten sind oder dringend erforderliche Therapien, Fortbildungen oder Erholungsmaßnahmen nicht alleine schultern können. Verantwortliche aus den KAB-Orts- und Kreisverbänden melden an die CAH-Geschäftsstelle konkrete Fälle aus ihrem Wirkungsbereich, die nach entsprechender Prüfung Zuwendungen erhalten. „Mit den 500 Euro helfen wir bei akutem Bedarf“, verdeutlichte Mathilde Hutzl.

 

 

Bild: Der KAB-Ortsverband Johannisthal spendet einmal mehr für den guten Zweck. Das Bild zeigt (von links) KAB-Ortsvorsitzender Josef Stecker, Schatzmeisterin Christine Zenk, Geschäftsführer Wolfgang Palm (Lebenshilfe Kronach), Mathilde Hutzl (CAH), Ortsverbands-Präses Dr. Georg Zenk, Irene Piontek (Caritas-Sozialladen), Vorsitzender Dr. Peter Witton (Hospizverein Kronach) und Elfriede Höfner (Hospizhelferin und KAB).

 

Den Bericht hat uns freundlicherweise Frau Heike Schülein zukommen lassen. Vielen Dank.