Berührende Lieder für die Seele

Musik, die das Herz berührt – Das Benefizkonzert am Sonntag für den Hospizverein Kronach war ein voller Erfolg. Der Chor „Spirit Voices“ präsentierte ein buntes Potpourri von neuen geistlichen Liedern über Gospels und Spirituals bis hin zu weltlichen Liedern.
Kronach- Die Fans des Chors aus der Pfarrei „Maria Geburt“ Glosberg kamen in Scharen in die Kapelle der Helios-Frankenwaldklinik, wo noch zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden mussten. Sie alle wurden für ihr Kommen mit einem stimmungsvoll zusammengestellten Programm unter dem Motto „Nimm Dir Zeit“ belohnt – ein Plädoyer für das Leben in allen Facetten, auf das sich das Publikum gerne einließ. Dieses war bereit, sich selbst und die Musik und alles um einen herum zu spüren. Der Chor traf auf offenen Augen und Herzen und wurde dann auch tatsächlich mit dem wertvollsten Gut beschenkt, das der Mensch hat: Zeit!
Unglaublich warme Stimmen, die begeistern – eine warmherzige Ausstrahlung und Gefühl im Überfluss: Über eineinhalb Stunden hörten die Besucher wie gebannt den bekannten – teilweise neu arrangierten Liedern – zu, aber auch neuen Stücken, die die Sänger/innen mit der Chorleitung, Andrea Hart und Georg Kestel, einstudiert hatten. Vom nachdenklich-melancholischen Lied bis zum flotten Mitklatsch-Song reichte der musikalische Reigen, den die Gäste an diesem kalten Herbsttag mit offenen Augen und Herzen förmlich in sich aufsaugten. Auf eine glaubwürdige, von Herzen kommende Art erklangen Lieder der Freude, Liebe und Hoffnung, von denen die englischsprachigen Texte zum besseren Verständnis auszugsweise auf Deutsch übersetzt vorlagen.
Der Chor bewies einmal mehr ein feines Gespür bei der Auswahl seiner Songs, mit denen sie voll den Geschmack des Publikums trafen. In verschiedenen Blöcken präsentierten die Sänger/innen und diejenigen, die sie an den Instrumenten begleiteten, thematisch zusammenhängende Stücke, die sehr viel positive Lebensfreude und Zuversicht vermittelten – unglaublich gefühlvoll, unglaublich menschlich! Es erklangen musikalische Glaubensbekenntnisse wie „Wo beginnt der Weg zu dir“, „Open the Eyes of my Heart“, „Keinen Tag soll es geben“, „Ein Licht in dir geborgen“, „Meine Zeit“ sowie die beiden Klassiker „My sweet Lord“ und das unvergleichliche „Halleluja“ in einer deutschen Version. Zu Ehren kamen auch Stücke musikalischer Größen wie „Fields of Gold“ von G. M. Summer, „I wish“ von der Lighthouse Family, „Bright Eyes“ von Mike Batt, „Where peaceful Waters flow“ von Chris de Burgh, „Top of the World” von den Carpenters, „Ich glaube” von Udo Jürgens sowie „Fix you“ von Cold Play.
Bei den Stücken konnten sich die schönen Stimmen, darunter insbesondere auch der beiden großartigen Solisten Andrea Hart und Georg Kestel, voll entfalten. Instrumental begleitet wurde der Chor von Matthias Schülein (Bass), Sandra Heinz und Andrea Hart (E-Piano), Georg Kestel und Lucas Heinz (Gitarren), Norbert Gareis (Percussion) und Lena Pechtold (Querflöte). Die Moderation oblag Martin Förtsch, der sich – zwischen den Stücken – immer wieder mit tiefgehenden Gedanken und Impulsen zum Hospizgedanken und der Arbeit des Hospizvereins Kronach einbrachte. Dabei las er auch den Brief einer Hospizbegleiterin vor, in dem es unter anderem heißt: „Wir geben viel; aber erhalten doch viel mehr zurück.“ Sterben sei wohl das Intimste im Leben überhaupt. Es sei daher ein riesiges Privileg, Menschen dabei ein Stück weit begleiten zu dürfen, Wärme und Liebe zu erfahren. „Dafür werde ich immer dankbar sein“, so die Verfasserin des Briefes.
Nach dem irischen Segensgruß „Gottes guter Segen“ kamen die Besucher noch – als Zugabe – in den Genuss eines mitreißenden Gospel-Medleys, bei dem diese gerne in die wohlbekannten Melodien mit einstimmten. Da wurde gesungen, geklatscht und gewippt, dass es eine wahre Freude war! Wohl niemand verließ die Kapelle ohne ein Lächeln auf den Lippen – und ohne eine Melodie im Ohr.
Die freiwilligen Spenden kommen dem 1994 gegründeten Hospizverein Kronach zugute. Dessen Vorsitzender Dr. Peter Witton dankte dem Chor für das wunderbare Konzert und dessen Bereitschaft, sich alle drei Jahre beim alljährlich abgehaltenen Benefizkonzert zugunsten seines Vereins in den Dienst der guten Sache zu stellen. Die Stücke und Impulse hätten den Hospiz-Gedanken in sehr treffender Art und Weise widergespiegelt. Hospiz leite sich ab vom Lateinischen „Hospicium“, was die geistliche und unterstützende Aufnahme meint, die mittelalterliche Mönche einst den Reisenden boten. Die Hospizbegleiter träten in gewisser Weise in deren Fußstapfen. Während die Mönche damals in Not geratenen Menschen auf ihrer Pilgerreise geholfen hätten, betreuten die Ehrenamtlichen nunmehr ebenfalls Menschen in Not – auf ihrem letzten Lebensabschnitt.

Termine/Neue CD: Der Chor befindet sich derzeit in Vorbereitung auf seine beiden Konzerte im Advent: am 1. Adventssonntag um 17 Uhr in Reitsch und am 2. Adventssonntag um 17 Uhr in Redwitz. Auch die zweite CD steht kurz vor dem Erscheinen und wird spätestens zur Misereor-Fastenaktion zum Verkauf angeboten.
Weitere Infos: über den Hospizverein Kronach unter www.hospizverein-kronach.de sowie über „Spirit Voices“ unter www.spirit-voices.net

 

Bild: Der Chor „Spirit Voices“ sorgte beim Benefizkonzert am Sonntag für beeindruckende Hörerlebnisse.