Jakobspilger unterstützen Hospizverein Kronach

Von 2009 bis 2017 waren Edgar Renk und Gerhard Beitzinger auf dem „Camino de Santiago“ zum Grab des Apostels Jakobus unterwegs. In Lichtbildervorträgen ließen die Jakobspilger Interessierte an ihren Erlebnissen teilhaben. Dabei kamen freiwillige Spenden in Höhe von 750 Euro zusammen, die sie nun an den Hospizverein Kronach überreichten.

Kronach- Glühende Hitze, Kälte, Wind, teilweise kaum geschotterte Wege, in der gleichen Kleidung, jede Nacht in einem anderen Bett: Das Leben auf ein existenzielles Minimum beschränkt. Von 2009 bis 2018 unternahmen Edgar Renk aus Hesselbach und Gerhard Beitzinger aus der Grümpel eine solche „Reise durch Staub, Schlamm, Sonne und Regen“ – 3.200 Kilometer zu Fuß! Nachdem von verschiedenen Seiten der Wunsch geäußert worden war, Bilder von diesem Weg zu zeigen, hielten die beiden Jakobspilger Lichtbildervorträge an verschiedenen Orten im Landkreis Kronach und darüber hinaus. Mit den dabei erzielten freiwilligen Spenden in Höhe von 750 Euro bedachten sie nun die Verantwortlichen des Hospizvereins Kronach. Entgegen genommen wurde die Spende vom Hospizvereins-Vorsitzenden Dr. Peter Witton und Schatzmeister Frank Schuberth.

Über einen Zeitraum von neun Jahren waren die beiden Jakobspilger aus der Pfarrei St. Ägidius Lahm in 112 Etappen – beginnend in Tschirn an der dortigen Jakobskirche – durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Spanien nach Santiago de Compostela und weiter bis nach Finisterre ans „Ende der Welt“ gelaufen – Ein Weg, der tiefen Eindruck hinterließ, bei dem sich jeder Schritt und jede Begegnung ins Gedächtnis eingebrannt hat. Hautnah und sehr authentisch erzählten die beiden Jakobspilger aus der Pfarrei St. Ägidius Lahm auch bei der Spendenübergabe von ihren Eindrücken – beispielsweise von Herbergen, in denen sie übernachteten, und in denen man sich manchmal mit mehr als 50 Mitpilgern eine Dusche und ein WC teilen muss. Aber auch die Nächte in einem Schlafsaal mit 50 Pilgern gehören zur Rubrik „Pilgererfahrung“. Das Eindrucksvollste auf dem Weg für sie waren die Begegnungen und Erlebnissen mit anderen Pilgern aus aller Welt. Sehr freuten sie sich, mit den Spenden bei den Vorträgen das so wichtige Hilfsangebot des Hospizvereins unterstützen zu können. Ganz bewusst möchten sie das Geld einem regionalen Verwendungszweck zukommen lassen und den Verantwortlichen für die Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Weg zur Verfügung stellen.      

Dr. Witton und Schuberth sowie die weiteren anwesenden Vorstandsmitglieder zeigten sich  sehr beeindruckt von den Ausführungen. Wie Schuberth betonte, sei der Verein auf Spenden angewiesen. Für die Entlohnung der beiden Hospizkoordinatorinnen müsse man zunächst einmal in Vorleistung gehen. Erst nach Ablauf des Jahres erfolge anhand eines Schlüssels – basierend auf der Anzahl der Hospizbegleiter und abgeschlossenen Begleitungen – die Abrechnung. Man brauche also immer einen finanziellen Puffer. Hinzu kommen laufende Aufwendungen wie Miete und Energiekosten oder auch zusätzlich für die neunmonatige umfassende Ausbildung ehrenamtlicher Hospizbegleiter.

Den Schwerpunkt der vielfältigen Aufgabenbereiche des Hospizvereins Kronach bildet die Begleitung Schwerstkranker, Sterbender und trauernder Angehöriger. Die Säule des Vereins stellen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter dar. Diese üben keine pflegerischen Maßnahmen aus, sondern schenken Zeit, Unterstützung und Nähe. Einfühlend sind sie bereit, Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige in der letzten Phase des Lebens zu begleiten. Die Hilfe kann jeder in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft. Auch danach finden die Trauernden beim Hospizverein Hilfe.

Den Hospizverein Kronach gibt es seit 25 Jahren. Das Jubiläum wird mit einer übers Jahr verteilten Veranstaltungsreihe gefeiert. Noch anstehende Jubiläums-Veranstaltungen: 7. Juli: Überraschungskonzert zur Feier des Gründungstags mit Dekanatskantor Marius Popp; 12. Oktober: Festversammlung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums – Festvortrag Dr. Daniela Tausch; 15. Oktober: Kinotag „Überall wo wir sind“; 19. Oktober: Festgottesdienst anlässlich Welthospiztag; 17. November: Abschlusskonzert „Lebensfarben“ mit der Band „Variabel“.

Bild: die Jakobspilger Edgar Renk (vierter von rechts) und Gerhard Beitzinger (dritter von rechts) überreichten eine Spende von 750 Euro an den Hospizverein Kronach. Sie sind auch weiterhin gerne bereit, in Lichtbildervorträgen ihre Erlebnisse zu schildern.  

Bericht von Heike Schülein

L

„Alles Philosophieren ist Sterben lernen“

Den Hospizverein Kronach gibt es seit 25 Jahren. Gefeiert wird mit einer Veranstaltungsreihe. Den Auftakt bildete am Montag ein eindrucksvoller Vortrag von Prof. Dr. Thomas Bohrer.

Kronach- „Philosophieren heißt Sterben lernen“ – Dieses Zitat des französischer Philosophen Michel de Montaigne wählte Prof. Dr. Thomas Bohrer als Überschrift seiner beeindruckenden Ausführungen. Trotz der wahrlich „nicht leichten Kost“ hatten sich hierzu rund 90 Interessierte in der Kronacher Synagoge eingefunden. „90 % aller Menschen in Deutschland sterben im Krankenhaus oder Pflegeheim, obwohl 76 % zuhause sterben möchten“, erläuterte eingangs der Chefarzt für Thorax-Chirurgie am Klinikum Kulmbach, der vor allem drei Fragestellungen beleuchtete: „Was ist der Tod?“, „Wer ist das Subjekt von Sterben und Tod?“ und – ethisch -„Wie ist mit Sterbenden umzugehen?“  

Sehr verständlich schilderte er die abendländische Vorstellung aus philosophiegeschichtlicher Perspektive, deren Anfänge 2.500 Jahre zurückreichen. Exemplarisch stellte er hierfür verschiedene klassische Denker der westlichen Zivilisation schlaglichtartig vor. Aristoteles (384 – 342 v. Chr.) differenzierte klar zwischen Leben und Tod. Das Ende wird von ihm als Vollendung gesehen und macht für ihn das eigentlich Menschliche aus. Ein Fortleben der Seele gibt es nach Aristoteles jedoch nicht. Eine gegensätzliche Meinung hat der Philosoph Thomas von Aquin (1225 – 1275 n. Chr.), als typischer Repräsentant des Mittelalters. Für ihn steht der Tod der Glückseligkeit des Menschen im Wege. Die Begrenzung des Menschen ist für ihn ein Ausdruck des Mangels. Der Begründer der modernen Philosophie, René Descartes (1596 – 1650 n. Chr.), war der erste Philosoph, der mechanischen Gesetzen eine uneingeschränkte Gültigkeit innerhalb der Natur des Menschen – auch in Bezug auf Leben und Tod – zuordnete. Wichtigste Erkenntnis seiner Philosophie war die Einführung des sogenannten anthropologischen Dualismus – einer Theorie der Trennung von Körper und Seele. Eine der modernsten Auffassungen hinsichtlich der Thematik vertritt Martin Heidegger – einer der größten Philosophen des vergangenen Jahrhunderts aus Deutschland. Er lebte von 1889 bis 1976. Sterben und Tod sind bei ihm Verwirklichung des Menschen. Für ihn stellen sie sogar die Manifestation der Würde und Autonomie des Menschen selbst dar.     

„Philosophie als Schwester der Medizin“ (Tertullian)

„Sterben ist immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Es wirkt bedrohlich und krankhaft. Wir haben Angst davor“, zeigte sich der Professor sicher. Sehr bedauerte er es, dass das Philosphicum als einstmals fester Bestandteil des Medizinstudiums abgeschafft und 1861 durch das Physicum ersetzt wurde. Das Medizinstudium wurde dadurch im Geiste der Zeit naturwissenschaftlich geprägt; medizinethische und geisteswissenschaftliche Ausbildungsinhalte rückten in den Hintergrund. Dabei hielten gelehrte Ärzte eine naturphilosophische Basis bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für unverzichtbar – wie Tertullian, für den die Philosophie die „Schwester der Medizin“ ist. Da nach Meinung vieler Medizinstudenten und Ärzte – gerade in Anbetracht unseres hochtechnisierten Krankenhausalltags – Humanität, Ethik und Philosophie zu kurz komme, wird seit dem Sommersemester 2010 wieder ein Philosophicum an der Universitätsklinik Würzburg angeboten. Einer der Referenten ist auch der Professor, der sich sicher zeigt: „Die Frage nach dem guten Sterben beinhaltet immer die nach dem guten Leben.“ Wir könnten im Sinn der Philosophie sterben lernen, wenn wir uns mit unserer eigenen Endlichkeit auseinandersetzten.  

„Wir sterben nicht, weil wir krank sind, sondernweil wir leben“ (Montaigne)     

Bezüglich der heutigen Situation müsse man kritisch hinterfragen, ob es tatsächlich eine Errungenschaft der modernen Medizin sei, heute im Krankenhaus zu sterben. Positive Entwicklungen seien die Patientenverfügung wie auch die Palliativmedizin. Perspektiven für die Zukunft sollten eine zunehmende Verbreiterung des Wissens um Sterben und Tod sein, die Weiterentwicklung der medizinischen Ethik, die Möglichkeit, zuhause sterben zu dürfen, eine verstärkte Verankerung der Autonomie des Patienten und diesbezüglich eine verstärkte Zusammenarbeit von Hausarzt,  Klinikärzten und Pflegekräften.

In der Diskussion wurde – basierend auf Erlebnissen im Freundeskreis – ein teilweise „pervertiertes Menschenbild“ der Onkologie angeprangert. Der Tod werde als Feind betrachtet; Todkranke bis zum Schluss „gequält“. Leider seien, so der Professor, nur bestimmte Krebsarten gut heilbar. Man müsse genau hinschauen, was Sinn mache und was nicht. Dabei verhehlte er nicht, dass mit der Onkologie viel Geld zu verdienen sei – wie mit teuren Immuntherapien, die den Tod lediglich um Wochen hinauszögerten. Weiter kam die Frage auf, wie man Hinterbliebene bei plötzlichen Todesfällen beispielsweise von jungen Menschen beistehen könne. Laut dem Professor gebe es keine Leitlinie. „Das Schlimmste aber ist die Gleichgültigkeit, das Wegsehen“, verdeutlichte der Chefarzt, dem Hospizvereins-Vorsitzender Dr. Peter Witton abschließend für seinen fulminanten Vortrag dankte.

Hospizverein feiert 25-jähriges Jubiläum

Die Besucher waren eingangs von der stellvertretenden Hospizvereins-Vorsitzenden Anja Männl begrüßt worden. Diese zeigte sich stolz auf 25 Jahre Hospizverein Kronach, in denen man Schwerstkranken und Sterbenden sowie ihren Angehörigen beigestanden habe. Ermöglicht hätten dieses die Mitglieder, Freunde und Gönner sowie insbesondere die Hospizbegleiter, die die kostbarste Währung überhaupt – ihre Zeit – spendeten. Mit einer übers Jahr verteilten Veranstaltungsreihe wolle man ihnen allen etwas zurückgeben. Beim Titel des Vortrags seien ihr zwei Gedankengänge gekommen – Zum einen, wie weit man sich wissenschaftlich intellektuell dem Sterben nähern beziehungsweise sterben lernen könne und zum anderen, ob durch das mirakulöse Wunderwerk medizinischer Möglichkeiten nicht viel an Menschlichkeit verloren gehe und der Patient zum Wirtschaftsfaktor verkomme. (Heike Schülein)

2. Vorsitzende Anja Männl und 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton zusammen mit Prof. Dr. Bohrer
Prof. Dr. Bohrer zusammen mit einem Teil der Vorstandschaft des Vereins.
Prof. Dr. Bohrer bei seinem Vortrag

Vorstandschaft des Hospizvereins Kronach e.V.

Bild von Frau Maria Löffler

Die im November 2018 neu gewählte Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen:

Dr. Peter Witton
1. Vorsitzender

Anja Männl
2. Vorsitzende

Frank Schuberth
Schatzmeister

Ingrid Steinhäußer
Schriftführerin / Öffentlichkeitsarbeit

Iris Zinkend
Trauerarbeit, Leiterin Trauergruppe “Brücke”

Elke Fischer
Beisitzer “Hospizarbeit”

Bettina Förner
Beisitzer “Hospizarbeit”

Norbert Schülein
Beisitzer “Hospizarbeit”

Dr. Irmgard Preißinger
Kassenprüfung

Verena Täuber
Kassenprüfung

Annette Hümmer
Koordinatorin

Brigitte Raabgrund
Koordinatorin


Trauer, die unter die Haut geht

Seit Montag ist in der Kronacher Synagoge die Ausstellung „Trauertattoo – Unsere Haut als Gefühlslandschaft“ zu sehen. Initiatoren sind der Hospizverein Kronach und das Bestattungshaus Schönsee.
Kronach- Eine Kinderzeichnung, ein Schmetterling, ein Engelflügel, eine „Hello Kitty”-Figur, ein gebrochenes Herz … Fernsehjournalistin Katrin Hartig und die Fotografin Stefanie Oeft-Geffarth sammelten zwei Jahre lang Geschichten über das Phänomen der Tätowierung als Trauer um den Verlust von Angehörigen oder Freunden. Ihre Ergebnisse haben sie in einem Buch sowie in einer tief berührenden Wanderausstellung festgehalten, die am Montag in der Kronacher Synagoge eröffnet wurde. Rund 20 Tafeln erzählen mit Fotos und Texten die Geschichte von Menschen, die mit einem Trauer-Tattoo die Erinnerung an jene wachhalten wollen, die der Tod ihnen genommen hat. Gleichzeitig ist dieses sichtbare Zeichen auf der Haut für sie auch eine Form der Trauerbewältigung.
„Bilder haben eine enorme Ausstrahlungskraft und sagen oft mehr als Worte“, zeigte sich Hospizvereins-Vorsitzender Dr. Peter Witton in seiner Begrüßung der überaus zahlreichen Besucher sicher. Viele Symbole erschlössen sich leicht – wie Tränen. Andere seien eine ganz persönliche – nicht für jeden ersichtliche – Liebeserklärung und Brücke zum Verstorbenen. „Für den Träger ist sie die bleibende Erinnerung, die er immer bei sich tragen will – anders als ein Bild des Verstorbenen im Portemonnaie“, so der Vorsitzende. Diese ungewöhnliche Form, so seine Trauer zu zeigen, gehe unter die Haut – den Trauernden aber auch den bisherigen Besuchern der Wander-Ausstellung an anderen Orten. Oftmals sei es ein sehr langer, manchmal lebenslanger Prozess bei der Bewältigung von Trennung nach dem Tod eines geliebten Menschen. Die verschiedenen Kulturen hätten unterschiedliche Trauerrituale. Die Ausstellung zeige eine Möglichkeit auf, individuell eine besondere Form der persönlichen Trauer zu finden, die sehr hilfreich sein könne. Es würde ihn freuen, wenn die Ausstellung auf großen Zuspruch stoße und dazu führe, dass eine anfängliche Skepsis – ein „Wie kann man nur“ – von einer freundlichen Akzeptanz und Verständnis abgelöst werde.
Torsten Schönsee, Inhaber des gleichnamigen Bestattungsinstituts, erzählte die Geschichte der tiefgehenden Ausstellung. Katrin Hartig leitet seit Jahren eine Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern und trauernden Geschwister. In den vielen Jahren ist ihr ein Phänomen aufgefallen: Menschen lassen sich in der Trauer tätowieren – sogar solche, die vorher Tattoos verweigernd oder gar verachtend gegenüber standen. Dieser Beobachtung spürte sie mit ihrer Projektpartnerin Stefanie Oeft-Geffarth nach. Es begann mit einer Ausschreibung über social media und mit hunderten Zuschriften von Menschen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren. Hieraus wurden eine inhaltliche Sortierung, dann eine optische Auswahl getroffen. Die Autorinnen wollten sich auf drei Ebenen nähern: Über Gespräche mit den tätowierten Trauernden, über eine fotodokumentarische Annäherung und über eine wissenschaftliche Verortung des Phänomens. In den folgenden zwei Jahren wurden mehrere Fotoshootings und Interviews quer durch Deutschland organisiert und viel Material gesammelt. In einem ersten Schritt des engagierten Projektes haben die Autorinnen eine mietbare Wanderausstellung und eine kleines Buch publiziert.
„Ich sehe es als Aufgabe eines Bestattungshauses an, darauf aufmerksam zu machen, dass Trauer Raum und Zeit braucht“, erklärte Schönsee seinen Beweggrund, sich der Thematik angenommen zu haben. Als Bestattungsinstitut sehe man sich auch gesamtgesellschaftich in der Pflicht, Trauer und den langjähriger Trauerbewältigungs-Prozess öffentlich stärker greifbar zu machen und hier unterschiedliche Möglichkeiten aufzuzeigen. „Jeder muss seinen eigenen Weg finden. In der Trauer gibt es kein richtig oder falsch“, betonte er. Trauertattoos stellten sicherlich nicht für alle, aber doch für manche eine geeignete Form dar.
Sein Dank wie auch der des Hopizvereins galt dem Aktionskreis Kronacher Synagoge für die zur Verfügungstellung des würdigen Rahmens für diese würdige Ausstellung sowie die große Unterstützung. Dass die Ausstellung überhaupt an dem Tag eröffnet werden konnte, war zum großen Teil Jochen Gärtner zu verdanken. Der Mitarbeiter des Bestattungshauses hatte, nachdem – durch einen Fehler bei der Auslieferung – die Ausstellung versehentlich in Dortmund gelandet war, diese dort am Samstag persönlich abgeholt und nach Kronach gebracht.
Die sehr würdig-respektvoll gestalteten Wandtafeln zeigen in ästhetischen, keineswegs voyeuristischen Bildern sowie kurzen Texten die Beweggründe der Menschen für deren Trauertattoos auf. Ob man nun Tattoos mag oder nicht: Die traurigen Geschichten dahinter berühren zutiefst: Trauernde Eltern, die sich ein Portrait, eine Kinderzeichnung oder einen Handabdruck ihres verstorbenes Kindes stechen ließen, dessen Lieblingstier oder gar eine „Hello Kitty“-Figur, weil sie die Tochter so liebte. Ein Mann sucht sich eine bis zur Zahl 13 zurücklaufende Sanduhr als Motiv aus, weil seine Tochter in diesem Alter verstorben war. Eine junge Frau, deren Freund den Freitod gewählt hatte, ließ sich als Trauertattoo ein Bild stechen, das der Verstorbene im Wohnzimmer hängen hatte.
Sichtlich bewegt, gingen manche Besucher stillschweigend betrachtend von einer Tafel zur nächsten, während andere wieder großen Redebedarf hatten und von eigenen Trauerfällen erzählten. Musikalisch umrahmt wurde der offizielle Teil der bis zum 2. Dezember zu sehenden Ausstellung vom „Duo Flair“. Alexandra Förtsch und Ute Fischer-Petersohn hatten hierfür innig-berührende, thematisch passende Lieder ausgewählt.

 

 

Bilder: Das Gruppenbild zeigt (von links) Jochen Gärtner, Doris Rückert-Hauck, Torsten Schönsee (alle Bestattungshaus Schönsee), Vorsitzender Dr. Peter Witton, Ingrid Steinhäußer, Hospizkoordinatorin Brigitte Raabgrund (alle Hospizverein Kronach), Ute Fischer-Petersohn („Duo Flair“), Hospizkoordinatorin Annette Hümmer (Hospizverein Kronach) und Alexandra Förtsch („Duo Flair“)

Berührende Lieder für die Seele

Musik, die das Herz berührt – Das Benefizkonzert am Sonntag für den Hospizverein Kronach war ein voller Erfolg. Der Chor „Spirit Voices“ präsentierte ein buntes Potpourri von neuen geistlichen Liedern über Gospels und Spirituals bis hin zu weltlichen Liedern.
Kronach- Die Fans des Chors aus der Pfarrei „Maria Geburt“ Glosberg kamen in Scharen in die Kapelle der Helios-Frankenwaldklinik, wo noch zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden mussten. Sie alle wurden für ihr Kommen mit einem stimmungsvoll zusammengestellten Programm unter dem Motto „Nimm Dir Zeit“ belohnt – ein Plädoyer für das Leben in allen Facetten, auf das sich das Publikum gerne einließ. Dieses war bereit, sich selbst und die Musik und alles um einen herum zu spüren. Der Chor traf auf offenen Augen und Herzen und wurde dann auch tatsächlich mit dem wertvollsten Gut beschenkt, das der Mensch hat: Zeit!
Unglaublich warme Stimmen, die begeistern – eine warmherzige Ausstrahlung und Gefühl im Überfluss: Über eineinhalb Stunden hörten die Besucher wie gebannt den bekannten – teilweise neu arrangierten Liedern – zu, aber auch neuen Stücken, die die Sänger/innen mit der Chorleitung, Andrea Hart und Georg Kestel, einstudiert hatten. Vom nachdenklich-melancholischen Lied bis zum flotten Mitklatsch-Song reichte der musikalische Reigen, den die Gäste an diesem kalten Herbsttag mit offenen Augen und Herzen förmlich in sich aufsaugten. Auf eine glaubwürdige, von Herzen kommende Art erklangen Lieder der Freude, Liebe und Hoffnung, von denen die englischsprachigen Texte zum besseren Verständnis auszugsweise auf Deutsch übersetzt vorlagen.
Der Chor bewies einmal mehr ein feines Gespür bei der Auswahl seiner Songs, mit denen sie voll den Geschmack des Publikums trafen. In verschiedenen Blöcken präsentierten die Sänger/innen und diejenigen, die sie an den Instrumenten begleiteten, thematisch zusammenhängende Stücke, die sehr viel positive Lebensfreude und Zuversicht vermittelten – unglaublich gefühlvoll, unglaublich menschlich! Es erklangen musikalische Glaubensbekenntnisse wie „Wo beginnt der Weg zu dir“, „Open the Eyes of my Heart“, „Keinen Tag soll es geben“, „Ein Licht in dir geborgen“, „Meine Zeit“ sowie die beiden Klassiker „My sweet Lord“ und das unvergleichliche „Halleluja“ in einer deutschen Version. Zu Ehren kamen auch Stücke musikalischer Größen wie „Fields of Gold“ von G. M. Summer, „I wish“ von der Lighthouse Family, „Bright Eyes“ von Mike Batt, „Where peaceful Waters flow“ von Chris de Burgh, „Top of the World” von den Carpenters, „Ich glaube” von Udo Jürgens sowie „Fix you“ von Cold Play.
Bei den Stücken konnten sich die schönen Stimmen, darunter insbesondere auch der beiden großartigen Solisten Andrea Hart und Georg Kestel, voll entfalten. Instrumental begleitet wurde der Chor von Matthias Schülein (Bass), Sandra Heinz und Andrea Hart (E-Piano), Georg Kestel und Lucas Heinz (Gitarren), Norbert Gareis (Percussion) und Lena Pechtold (Querflöte). Die Moderation oblag Martin Förtsch, der sich – zwischen den Stücken – immer wieder mit tiefgehenden Gedanken und Impulsen zum Hospizgedanken und der Arbeit des Hospizvereins Kronach einbrachte. Dabei las er auch den Brief einer Hospizbegleiterin vor, in dem es unter anderem heißt: „Wir geben viel; aber erhalten doch viel mehr zurück.“ Sterben sei wohl das Intimste im Leben überhaupt. Es sei daher ein riesiges Privileg, Menschen dabei ein Stück weit begleiten zu dürfen, Wärme und Liebe zu erfahren. „Dafür werde ich immer dankbar sein“, so die Verfasserin des Briefes.
Nach dem irischen Segensgruß „Gottes guter Segen“ kamen die Besucher noch – als Zugabe – in den Genuss eines mitreißenden Gospel-Medleys, bei dem diese gerne in die wohlbekannten Melodien mit einstimmten. Da wurde gesungen, geklatscht und gewippt, dass es eine wahre Freude war! Wohl niemand verließ die Kapelle ohne ein Lächeln auf den Lippen – und ohne eine Melodie im Ohr.
Die freiwilligen Spenden kommen dem 1994 gegründeten Hospizverein Kronach zugute. Dessen Vorsitzender Dr. Peter Witton dankte dem Chor für das wunderbare Konzert und dessen Bereitschaft, sich alle drei Jahre beim alljährlich abgehaltenen Benefizkonzert zugunsten seines Vereins in den Dienst der guten Sache zu stellen. Die Stücke und Impulse hätten den Hospiz-Gedanken in sehr treffender Art und Weise widergespiegelt. Hospiz leite sich ab vom Lateinischen „Hospicium“, was die geistliche und unterstützende Aufnahme meint, die mittelalterliche Mönche einst den Reisenden boten. Die Hospizbegleiter träten in gewisser Weise in deren Fußstapfen. Während die Mönche damals in Not geratenen Menschen auf ihrer Pilgerreise geholfen hätten, betreuten die Ehrenamtlichen nunmehr ebenfalls Menschen in Not – auf ihrem letzten Lebensabschnitt.

Termine/Neue CD: Der Chor befindet sich derzeit in Vorbereitung auf seine beiden Konzerte im Advent: am 1. Adventssonntag um 17 Uhr in Reitsch und am 2. Adventssonntag um 17 Uhr in Redwitz. Auch die zweite CD steht kurz vor dem Erscheinen und wird spätestens zur Misereor-Fastenaktion zum Verkauf angeboten.
Weitere Infos: über den Hospizverein Kronach unter www.hospizverein-kronach.de sowie über „Spirit Voices“ unter www.spirit-voices.net

 

Bild: Der Chor „Spirit Voices“ sorgte beim Benefizkonzert am Sonntag für beeindruckende Hörerlebnisse.

Humor am Lebensende

Humor am Lebensende

Der Hospizverein Kronach lud am Donnerstag zum heiter-besinnlichen Abend „Humor am Lebensende“. Die Mitwirkenden näherten sich dabei den Themen Sterben, Tod und Trauer auf humorvoll-nachdenkliche Art und Weise.
Kronach- „Rabenschwarze“ Cartoons und Karikaturen zu Themen wie Krankheit und Trauer, makabre Todesanzeigen und Grabstein-Inschriften, fröhliche Blasmusik zur Bestattung und ein Beerdigungs-Clown, der auch kritische Worte findet: Beim sehr gut besuchten Abend „Humor am Lebensende“ zeigten die Mitwirkenden im evangelischen Gemeindehaus ihre ganz eigene, oftmals humorvolle Sicht auf das endliche Leben.
„Sie hat mir der Himmel geschickt“, freut sich die alte Frau und leitet den Sensenmann an, mit seinem „Arbeitsgerät“ ihren Rasen zu stutzen. Das Cartoon bildet das Titelbild der gleichnamigen Wander-Karikaturen-Ausstellung der Hospiz-Akademie Bamberg, die auch 2014 in Kronach zu sehen war. Der Vorsitzende des Hospiz-Vereins Kronach, Dr. Peter Witton, erachtete die Karikatur als ideale Möglichkeit, Menschen zum Nachdenken anzuregen. Da betrachtet ein älteres Ehepaar voller „Vorfreude“ einen Doppelsarg, während ein Mann in einem „Anschauungsexemplar“ Probe liegt. Auch für die begeisterte Tupperware-Anhängerin gibt es natürlich den passenden Sarg. Gleichzeitig halten die Zeichnungen unserer Gesellschaft den Spiegel vor – beispielsweise, wenn ein Pfarrer allein am offenen Grab steht und meint: „Im Facebook soll er viele Freunde gehabt haben“. Erneut bei einer Beerdigung sagt ein Pfarrer: „Persönliche Eigenheiten und Vorlieben des Verstorbenen, Angewohnheiten und Perversionen können sie im Internet nachgoogeln“. Auch unkonventionelle Traueranzeigen, Trauersprüche und Grabstein-Inschriften zeigte Dr. Witton. In der Zeitung meldet sich der Verstorbene selbst zu Wort: „Ich bin umgezogen. Neue Adresse: Friedhofstraße 51, Bremen. Über Besuch freue ich mich“. In einer anderen Anzeige beklagen die Hinterbliebenen: „Du hast den Ausspruch Hals- und Beinbruch viel zu ernst genommen“, während sich auf Grabsteinen beispielsweise Inschriften wie „Game over“, „Gestatten, dass ich liegen bleibe“, „Ich mach mich vom Acker“, „Wer erbt, kann auch gießen“ oder „Ich bin dann mal weg“ fanden.
Dass Hinterbliebene immer offener und kreativer mit dem Thema Tod umgehen, berichtete auch Torsten Schönsee, Inhaber des gleichnamigen Bestattungsinstituts. Trauer kenne verschiedene Ausdrucksformen, stille – aber auch nach außen getragene. So ließen sich immer mehr Menschen als bleibendes Statement ein Trauer-Tattoo stechen. 100 Menschen folgten dem Aufruf der Fotografin Stefanie Oeft-Geffarth und der Trauerbegleiterin Katrin Hartig, Trauernde mit solchen Tattoos zu interviewen und zu fotografieren. Ihre Geschichte erzählt die Wander-Fotoausstellung „Unter die Haut“, die in Kooperation von Schönsee und dem Hospizverein ab dem 26. November in der Kronacher Synagoge gezeigt wird. Ein Tattoo seiner verstorbenen Mutter hat auch Alexander Angles. Dieser erzählte von der ungewöhnlichen Beerdigung von Brigitte Angles, der allseits bekannten ehemaligen Wirtin des Kronacher Schützenhauses. Seine Mutter hatte alles selbst geregelt: Sterbebildchen „Gittis letzter Wille: Ein Bild mit Brille“, die Traueranzeige und den Ablauf ihrer Beerdigung, bei der die Trauergäste lebensbejahende Kleidung tragen sollten und fröhliche Blasmusik gespielt wurde. Trotz ihrer schweren Krankheit habe sie nie ihren Humor verloren. „Sie hatte immer einen blöden Spruch auf Lager“, verriet er. Er und seine Schwestern haben alle ihre Wünsche akzeptiert. Trotz der großen Trauer sei die Beerdigung das gewesen, was seine Mutter zu Lebzeiten ausgemacht habe. Das bestätigte Hospizkoordinatorin Annette Hümmer, die sie vor ihrem Tod begleitete: „Ich bin dankbar, diese so selbstbewusste Frau, die kein Blatt vor dem Mund genommen hat, kenngelernt zu haben. Die Trauerfeier war so authentisch, voller Leben – so, als ob sie uns zurufen wollte: Ihr lebt! Freut euch darüber, genießt euer Leben!“
Der Beerdigungs-Clown „Kaala Knuffl“ hat nichts gemein mit einem Zirkus-Clown. Birgit Sauerschell ist eine der wenigen in Deutschland, die diese – in Holland verbreitete – Idee aufgegriffen hat. „Ich bin am Anfang. Das ist ein ganz neuer Weg, ein neues Angebot“, verdeutlichte sie. Beerdigungs-Clowns können auf Wunsch der Hinterbliebenen oder Verstorbenen Bestattungen bereichern – pantomimisch oder als Trauerredner. „Es gibt keine festen Nummern. Man muss schauen, was geht, wie die Trauergäste reagieren. Man muss sehr feinfühlig arbeiten“, zeigte sie sich sicher. Das sei es aber auch, was die sensible, poetische und empfindsame Figur eines Clowns ausmache. Er bemühe sich, Farbe in die Welt zu bringen und dem Tod etwas die Schwere zu nehmen. Er sei ehrlich, könne auch einmal kleine, nicht ganz so gute Eigenarten des Verstorbenen verraten und ihnen dadurch gerechter werden. Dies geschehe immer in sehr respektvoller Art und Weise.
Wie sehr sich die Formen der Trauerbewältigung geändert haben, zeigte Hospiz-Vorstandsmitglied Norbert Schülein. Vor noch nicht langer Zeit war schwarze Kleidung nicht nur bei der Beerdigung Pflicht, sondern auch danach für eine festgelegte Zeitspanne. Die Frauen gingen ganz in Schwarz, Männern reichte ein schwarzer Schlips am Sonntag. Auf die Einhaltung habe das ganze Dorf geachtet. Auch Feuerbestattungen seien eingangs von der Kirche abgelehnt worden. Man sollte respektvoll gegenüber herkömmlichen Formen sein, aber auch offen für neue – selbst, wenn diese einem zunächst einmal unangebracht erschienen. „Humor und Sterben – Passt das zusammen?”, fragte auch Vorstandsmitglied Ingrid Steinhäußer, die durch das Programm führte. „Humor ist mehr als Witze reißen – Es kann auch ein Ventil sein; eine Kraft, die ein Mensch behält in seiner Trauer, wenn er auch sonst im Leben Humor hatte. Er kann Kraftquelle sein, um Unerträgliches aushalten zu können. Humor ist eine Gegenkraft zur Verzweiflung und zur Angst“, zeigte sie sich sicher.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom evangelischen Pfarrer Andreas Heindl und dessen Ehefrau Elisabeth Heindl – unter anderem mit dem Lied „Wenn der Herrgott ruft“. Darin heißt es beispielsweise: „Der Metzger geht den Weg allen Fleisches, der Koch gibt seinen Löffel ab. Der Gärtner beißt ins Gras und der Maurer kratzt einfach ab.“

Bilder:

Dr. Peter Witton zeigte Cartoons zu den Themen Trauer und Tod wie auch ungewöhnliche Todesanzeigen und Grabstein-Inschriften.

 

Hospiz-Vorstandsmitglied Norbert Schülein sprach über Trauerbewältigung früher und heute.

 


Alexander Angles und Hospiz-Koordinatorin Annette Hümmer erzählten von der besonderen Beerdigung von Brigitte Angles.

Birgit Sauerschell ist eine der bislang in Deutschland ganz wenigen Trauerclowns.

Torsten Schönsee berichtete über den Trend „Trauer-Tattoos“.

Pfarrer Andreas Heindl und Elisabeth Heindl umrahmten den Abend mit thematisch passenden Liedbeiträgen.

Kooperation besiegelt Zusammenarbeit zwischen Hospizverein und Seniorenhäusern

Der Hospizverein Kronach und die neun Seniorenhäuser im Landkreis Kronach haben eine Kooperationsvereinbarung zur intensiven Zusammenarbeit geschlossen. Diese wurde am Montagnachmittag von den Kooperationspartnern unterschrieben.

Kronach- Ziel der Kooperation ist es, die Zusammenarbeit von Hospizverein und den Alten- und Pflege-Einrichtungen in der hospizlichen und palliativen Begleitung und Versorgung von Schwerstkranken und sterbenden Bewohnern wie auch deren Angehörigen zu bekräftigen. Im Zentrum steht dabei – wie die Kooperationspartner betonten – stets „die Würde des Menschen am Lebensende und der Erhalt größtmöglicher Selbstbestimmung“.

„Die Vereinbarung ist ausgerichtet auf eine Verbesserung und Erhaltung der Lebensqualität von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Ziel der allgemeinen Palliativversorgung in Senioren- und Pflegeheimen ist es, die Bewohner und ihre Angehörigen besonders in der Endphase des Lebens und im Sterben zu begleiten“, erläutert der 1. Vorsitzende des Hospizvereins Kronach, Dr. Peter Wittton. In der Praxis bedeutet das: Die qualifizierten ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen unterstützen das Personal in der Seniorenhäuser bei der Betreuung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Heimbewohner und ergänzen ihre Arbeit. „Unsere Hospizbegleiter schenken Zeit“, betont Hospizkoordinatorin Annette Hümmer. Sie übten keine pflegerischen Tätigkeiten aus, sondern schenkten Nähe und Unterstützung. Einfühlend seien sie bereit, Schwerstkranke und Sterbende wie auch deren Angehörigen zu begleiten.

Neu ist die Zusammenarbeit nicht. Die stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen arbeiteten bereits bislang mit dem Hospizverein eng und vertrauensvoll zusammen. Auf Basis des neuen Hospiz- und Palliativgesetzes wurden nun insbesondere die Aufgabenbereiche strukturiert festgehalten. Weiter umfasst die Vereinbarung die Ziele der Kooperation, die Basis der Zusammenarbeit, die Ansprechpartner und den Informationsaustausch, Versicherungen und Übernahme sonstiger Kosten sowie Bestimmungen zur Schweigepflicht und zum Datenschutz als auch über Inkrafttreten, Kündigung und Änderungen der Kooperation.

„Mit der Kooperationsvereinbarung soll eine positive Zusammenarbeit aufgebaut beziehungsweise vertieft und verbindlich gestaltet werden. Grundsätzlich sollte den Pflegeheimbewohnern auch mit Hilfe der Palliativmedizin ein fachlich gut betreutes und selbstbestimmte Sterben in ihrer vertrauten Umgebung ermöglicht und unnötige Krankenhausaufenthalte vermieden werden“, ergänzt Dr. Peter Witton. Der Hospizdienst verstehe sich dabei als Ergänzung der Versorgungsangebote in den Pflegeheimen. Zusammen erarbeite man einen Weg ganz im Sinne der Wünsche der Bewohner und deren Angehörigen, um gute Bedingungen zu schaffen für ein Lebensende, wie sie es sich diese vorstellten.

Dankbar über die bisher geleistete Zusammenarbeit zeigten sich die anwesenden Vertreter der Seniorenhäuser davon überzeugt, dass die Einbindung der Hospizbegleiter nicht nur den betroffenen Bewohnern und ihren Angehörigen zugutekommt, sondern auch ihrem eigenen Personal. „Wir haben leider im Heimalltag nicht die Zeit hierfür. Für unsere betroffenen Heimbewohner wie auch für unser Team ist der Hospizverein ein Segen“, betonte Heimleiter Peter Schulz vom BRK-Seniorenhaus Ludwigsstadt. Seine Amtskollegin vom Lucas-Cranach-Haus Kronach, Karin Büttner, erachtete die Unterstützung durch die Hospizbegleiter als „Ein großes Stück Qualität für die Bewohner“. „Solche Kräfte an der Seite zu haben, stellt eine große Erleichterung für Angehörige wie auch für unsere Altenpfleger dar“, würdigte Anna Schneider, Einrichtungsleiterin vom ASB-Seniorenzentrum Marktrodach. Pflegedienstleiterin Fabiola Maier vom Caritas Alten- und Pflegeheim Wallenfels sprach von einem Konflikt, in dem sich die Mitarbeiter befänden. Sie würden den Bewohnern gerne mehr Zeit schenken, könnten es aber nicht. Stefan Raible – Leiter vom „Leben Am Rosenberg“ – zeigte sich indes sicher, dass man Bewohnern durch die Unterstützung seitens der Hospizbegleiter auch ein Stück weit Angst nehmen könne.

Zwischen den Kooperationspartnern findet ein regelmäßiger Informationsaustausch statt. Mindestens einmal pro Jahr wird man bei einem Arbeitstreffen die Zusammenarbeit evaluieren und gegebenenfalls Verbesserungen erarbeiten. Die Kooperationsvereinbarung tritt mit der Unterzeichnung in Kraft und wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Sie kann von beiden Seiten mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende gekündigt werden.

Kooperationspartner: sind der Hospizverein Kronach sowie alle neun Seniorenhäuser im Landkreis Kronach: das „Lucas-Cranach-Haus“ Kronach, „Leben am Rosenberg“ Kronach, die BRK-Seniorenhäuser Kronach und Ludwigsstadt, die Altenpflegeheime „Sonnenblick“ Küps und „Haßlach-Blick“ Stockheim, die ASB-Seniorenzentren in Rothenkirchen und „Rodachtal“ Marktrodach sowie das Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth Wallenfels.

Hospizverein Kronach: Die Beratung und Begleitung ist kostenlos. Jeder kann die Hilfe in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft. Die Säule des Vereins stellen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen dar, die eine umfassende neunmonatige Ausbildung erfahren. Die Angehörigen will man entlasten und dabei unterstützen, die schwere Situation zu begreifen und den Tod anzunehmen. Auch danach finden diese beim Hospizverein Kronach Hilfe in Trauergruppen, darunter auch eine ausschließlich für Kinder. Erste Kontaktpersonen und Ansprechpartnerinnen für alle Fragen der Hospizbegleiter wie auch Betroffenen sind die Hospizkoordinatorinnen Annette Hümmer und Brigitte Raabgrund. Weitere Infos, Angebote und Termine gibt es unter www. hospizverein-kronach.de

 

 

Bild: Der Hospizverein Kronach und Vertreter der Seniorenhäuser unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Das Bild zeigt (von links) Stefan Raible („Leben am Rosenberg“), Katja Suffa-Weißkopf und Karin Büttner (Lucas-Cranach-Haus), Anna Schneider (ASB-Seniorenzentrum Rodachtal), Fabiola Maier (Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth), Elke Bauer und Peter Schulz (BRK-Seniorenhaus Ludwigsstadt) sowie (stehend von links) Dr. Peter Witton und Annette Hümmer (Hospizverein Kronach).

Bericht von Heike Schülein geschrieben.

KAB Johannisthal spendet 2.000 Euro

 

Bei ihrer Jahreshauptversammlung beschloss die KAB Johannisthal erneut großherzige Spenden. Dieses Mal dürfen sich die CAH der KAB sowie das Caritas-Lädla, der Hospizverein und die Lebenshilfe Kronach über je 500 Euro freuen.

Johannisthal- Seit seiner Gründung im Jahre 1903 – damals noch als Werkvolk – hat der rührige KAB-Ortsverband einen festen Platz im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben in Johannisthal. Während ihres Bestehens hat die Gemeinschaft schon in vielerlei Art und Weise großes Engagement und höchsten Einsatz für ihren Heimatort und darüber hinaus gezeigt. Neben der Beteiligung beziehungsweise Mitwirkung an Festen und kirchlichen Anlässen im Jahreskreis, setzt sie sich auch stark im karitativen Bereich für ihre Mitmenschen ein – so insbesondere auch durch Spenden. In diesem Jahr werden gleich vier soziale Hilfs-Einrichtungen mit großherzigen Spenden bedacht.

2017 war erneut von ehrenamtlichem Engagement geprägt, wie Vorsitzender Josef Stecker in seinem Jahresbericht in örtlichen Pfarrsaal ausführte. Schatzmeisterin Christine Zenk gab einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse. Ihr wurde eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt. Auch die Termine für 2018 wurden festgelegt. Die Grüße des KAB-Kreisverbands übermittelte Mathilde Hutzl. Diese teilte mit, dass die ACA (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisationen) bei den Sozialwahlen 2017 im Landkreis Kronach bundesweit den höchsten Stimmenanteil erreichte. 17,6 % hatten sich für die zusammengeschlossenen Verbände KAB, Kolpingwerk Deutschland und den Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA) entschieden. Zugleich ging Hutzl auf das KAB-Leitthema der kommenden vier Jahre „Arbeit.Macht.Sinn“ – im doppelten Wortsinn – ein. „Der Einsatz für eine gerechte und solidarische Welt für alle ist heute notwendiger denn je. Weltweit sehen wir eine sozial strukturelle Spaltung und Zunahme der Ungleichheit – vor allem zu Lasten der Armen und Ausgeschlossenheit, aber auch der arbeitenden Menschen weltweit“, prangerte sie an. Nach dem Prinzip der KAB „Sehen – Urteilen – Handeln“ wolle man sich bis 2021 mit der „Globalisierung der Gerechtigkeit“ als zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts widmen, aus unserem Glauben heraus, mit Blick auf die Aussagen der Bibel und Papst Franziskus. Abschließend gab sie einen Überblick über die Termine 2018 auf Kreisverbandsebene.

Spenden kommen wie gerufen

Nach Beschluss der Vollversammlung wurden heuer die Christliche Arbeiterhilfe (CAH) des KAB-Diözesanverbands Bamberg sowie der Caritas-Sozialladen, der Hospizverein und die Lebenshilfe in Kronach mit Spenden über jeweils 500 Euro bedacht. Diese wurden vom Ortsvorsitzenden Josef Stecker gemeinsam mit Ortsverbands-Präses Dr. Georg Zenk sowie Kassiererin Christine Zenk an die Vertreter der jeweiligen Organisationen übergeben. In herzlichen Worten dankten diese für die großherzige Finanzspritze, die wie gerufen komme.

Die Lebenshilfe Kronach feiert heuer 50-jähriges Bestehen. Aus bescheidensten Anfängen heraus werden in der Einrichtung mittlerweile Menschen vom Säugling bis ins hohe Alter nachhaltig gefördert, betreut und unterstützt. Die 500 Euro werden in die Um- und Neugestaltung des Außengeländes des Heilpädagogischen Kindergartens fließen. Hierfür waren 2017 unter anderem ein Weidentunnel als Fallschutz und Rückzugsort, ein optimaler Sonnenschutz für heiße Tage sowie ausreichend Parkmöglichkeiten in der neuen Bobbycar-, Roller- und Co.-Garage errichtet worden. „Der Garten des Kindergartens ist jetzt attraktiver und sicherer und die Kinder haben nun noch mehr Spaß“, freute sich Geschäftsführer Wolfgang Palm. Zudem wurden für die Petra-Döring-Schule Whiteboards angeschafft, hat doch das Zeitalter der Medialisierung und Digitalisierung auch in das Förderzentrum der Lebenshilfe Einzug gehalten. Der 1994 gegründete Hospizverein Kronach begleitet Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige, darunter auch – in einer eigenen Trauergruppe – Kinder. „Jeder kann die Hilfe in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft“, erläuterte 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton. Dies alles erfolgt ehrenamtlich und für Hilfesuchende kostenlos, obwohl der Hospizverein erhebliche Aufwendungen zu bewältigen hat. Für die Entlohnung der beiden Hospizkoordinatorinnen muss man erst einmal in Vorleistung gehen. Erst nach Ablauf des Jahres erfolgen – basierend auf der Anzahl der Hospizbegleiter und abgeschlossenen Begleitungen – die Abrechnungen. Hinzu kommen laufende Aufwendungen wie Miete und Energiekosten sowie zusätzlich für die Ausbildung ehrenamtlicher Hospizbegleiter.

Auf Spenden angewiesen ist auch der Caritas-Sozialladen. Das in der Kronacher Rosenau beheimatete „Lädla“ wird in diesem Sommer in die Siedlung umziehen. „Wir haben dann mehr Platz im Laden und können auch einen Wartebereich einrichten, damit die Leute nicht mehr draußen warten müssen“, informierte Diplom-Sozialpädagogin Irene Piontek. Im Sozialladen können anspruchsberechtigte Personen mit gültigem Berechtigungsschein bei geringem Einkommen verbilligt einkaufen. Die meisten der dort vorrätigen Produkte stammen aus den Beständen unterschiedlicher Verbrauchermärkte oder Einzelhandelsgeschäfte, wenn beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum knapp überschritten oder erreicht ist. Die Spende wird für den laufenden Betrieb verwendet. Die Christliche Arbeiterhilfe (CAH) in der Erzdiözese Bamberg ist eine freie gemeinnützige Wohlfahrts-Einrichtung der KAB im Dienste der arbeitenden Menschen und ihrer Familien. Die konkrete Arbeit geschieht vor Ort. Unterstützung erhalten Menschen, die durch außergewöhnliche Ereignisse – wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung – in Existenznöte geraten sind oder dringend erforderliche Therapien, Fortbildungen oder Erholungsmaßnahmen nicht alleine schultern können. Verantwortliche aus den KAB-Orts- und Kreisverbänden melden an die CAH-Geschäftsstelle konkrete Fälle aus ihrem Wirkungsbereich, die nach entsprechender Prüfung Zuwendungen erhalten. „Mit den 500 Euro helfen wir bei akutem Bedarf“, verdeutlichte Mathilde Hutzl.

 

 

Bild: Der KAB-Ortsverband Johannisthal spendet einmal mehr für den guten Zweck. Das Bild zeigt (von links) KAB-Ortsvorsitzender Josef Stecker, Schatzmeisterin Christine Zenk, Geschäftsführer Wolfgang Palm (Lebenshilfe Kronach), Mathilde Hutzl (CAH), Ortsverbands-Präses Dr. Georg Zenk, Irene Piontek (Caritas-Sozialladen), Vorsitzender Dr. Peter Witton (Hospizverein Kronach) und Elfriede Höfner (Hospizhelferin und KAB).

 

Den Bericht hat uns freundlicherweise Frau Heike Schülein zukommen lassen. Vielen Dank.

Termine für die Gruppentreffen der Trauergruppe “Brücke”

An nachfolgenden Terminen trifft sich die Trauergruppe “Brücke” in den Räumlichkeiten des Hospizvereins Kronach in der Lucas-Cranach-Str. 10 – Alle Termine finden um 18.00 Uhr statt:

Freitag, 19.01.2018                Freitag, 23.02.2018                 Freitag, 23.03.2018

Freitag, 27.04.2018               Freitag, 25.05.2018                  Freitag, 22.06.2018

Freitag, 27.07.2018               Freitag, 31.08.2018                  Freitag, 19.10.2018

Freitag, 30.11.2018               Freitag, 28.12.2018

Koinor-Horst-Müller-Stiftung spendet Hospizverein Kronach 5.000 Euro

Koinor-Horst-Müller-Stiftung spendet Hospizverein Kronach 5.000 Euro

 

Kronach- Die Spende wurde vom Stiftungsrat-Vorsitzenden Michael Schulz und Stiftungsrat Jürgen Wittmann im Kronacher Hospizbüro übergeben. Beide zeigten sich beeindruckt vom segensreichen Hilfs- und Beratungsangebot des Hospizvereins Kronach, den die Koinor-Horst-Müller-Stiftung schon mehrfach mit großherzigen Spenden bedachte.

 

1953 gründete Horst Müller das Unternehmen Koinor Polstermöbel in Michelau, das er als Inhaber bis 1991 leitete. Der Gründer verband seinen unternehmerischen Erfolg mit dem Bekenntnis zur Verantwortung für unsere Gesellschaft. Dieses soziale Engagement fand Ausdruck in der Errichtung der gemeinnützigen „Koinor-Horst-Müller-Stiftung“ im Jahre 2000. Die Stiftung wird heute von einem Stiftungsrat geleitet und vom Stiftungsvorstand gemanagt. „Bei den Zuwendungen sehen wir uns insbesondere der Region verpflichtet“, betonten Schulz und Wittmann bei der Spendenübergabe. Im Mittelpunkt aller Bestrebungen, Gutes zu tun, stehe dabei immer der Mensch. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel gebe es ständig Finanzbedarf für die unterschiedlichsten Projekte, Investitionen und Vorhaben rund um das Gemeinwohl. Letztendlich seien die Mittel begrenzt und man müsse entscheiden, was oder wen man unterstütze. Die Unterstützung des Hospizvereins erachteten sie als echte Herzensangelegenheit, entspreche dieser doch genau dem Leitgedanken der Stiftung.

 

Der Vorsitzende des Hospizvereins, Dr. Peter Witton, erinnerte an die seitens der Stiftung bereits erfolgten Spenden. Die größte im Jahre 2012 über 7.000 Euro sei existenziell für die Anstellung einer hauptberuflichen Koordinatorin gewesen. Die letzten beiden – ebenfalls sehr großherzigen – Spenden flossen in eine neue EDV-Ausstattung, was eine erhebliche Arbeitserleichterung bewirkt habe. Wie Dr. Witton ausführte, sei die Arbeit mit Teilzeit für die Koordinatorin Annette Hümmer alleine nicht mehr zu leisten. Deshalb werde sein Verein ab dem 1. Januar 2018 durch eine weitere Hospizkoordinatorin ebenfalls in Teilzeit mit je 20 Wochenstunden verstärkt. Bereits bislang war diese auf Geringverdienerbasis für den Hospizverein tätig. Besonders erfreulich ist dabei auch die Tatsache, dass die neue Mitarbeiterin aus dem nördlichen Landkreis – nämlich aus Buchbach – stammt, da dem Hospizverein der Aufbau eines sich über den ganzen Landkreis erstreckenden Betreuungsnetzes sehr wichtig sei. Bislang waren Begleitungen im Norden alleine schon aufgrund der weiten Anfahrtswege mit einem großen Aufwand für die Hospizbegleiter verbunden.

 

Für die Entlohnung der beiden Hospizkoordinatorinnen müsse man – so Dr. Witton – seitens des Vereins erst einmal in Vorleistung gehen. Erst nach Ablauf des Jahres erfolge anhand eines Schlüssels – basierend auf der Anzahl der Hospizbegleiter und der abgeschlossenen Begleitungen – die Abrechnung. „Wir brauchen also immer einen finanziellen Puffer“, bestätigte Kassier Frank Schuberth. Hinzu kommen laufende Aufwendungen wie Miete und Energiekosten oder auch zusätzlich für die neunmonatige umfassende Ausbildung ehrenamtlicher Hospizbegleiter.

 

Der 1994 gegründete Hospizverein begleitet Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige, darunter auch – in einer eigenen Trauergruppe – Kinder. Grundgedanke des Hospiz ist eine ehrenamtliche Tätigkeit. Es kommt vom Lateinischen „Hospicium“ und bedeutet die geistliche und unterstützende Aufnahme, die mittelalterliche Mönche den Reisenden boten. Zum ambulanten Betreuungsteam gehören ausgebildete Hospizbegleiter und Palliativ-Fachkräfte. Jeder kann die Hilfe in Anspruch nehmen, unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft. Die Menschen sollen wissen, dass niemand mehr alleine sterben muss, sondern dass jemand für sie in der letzten Phase des Lebens da ist. Dies alles erfolgt ehrenamtlich und für die Hilfesuchenden kostenlos, obwohl der Hospizverein Kronach erhebliche Aufwendungen zu bewältigen hat. Hierfür ist man auf Spenden sowie Fördergelder angewiesen.

„Wir können nicht alle Wünsche befriedigen. Aber was uns für unsere Region möglich ist, machen wir gerne“, bekundeten Schulz und Wittmann, die sich über die sinnvolle Verwendung ihrer Spende sehr freuten. hs

 

 

 

Bild: (von links) Stiftungsrat Jürgen Wittmann, Stiftungsrats-Vorsitzender Michael Schulz,     Vorsitzender Dr. Peter Witton, 2. Vorsitzende Anja Männl sowie Kassier Frank Schuberth im gemeinsamen Gespräch bei der Spendenübergabe.

 

Neukenrother Löwen-Fans spenden 300 Euro für Hospizverein Kronach

Neukenrother Löwen-Fans spenden 300 Euro für Hospizverein Kronach

Der TSV 1860 Fan-Club Neukenroth feierte im Juni 30-jähriges Jubiläum. Anstelle von Gastgeschenken überreichten die Löwen-Fans nun dem Hospizverein Kronach eine Spende von 300 Euro.

Neukenroth- 1987 gründete eine damals noch recht überschaubare Anzahl Löwen-Fans den TSV 1860 Fan-Club Neukenroth. Nunmehr – 30 Jahre nach der Gründung – ist der aktive Fanclub auf über 50 Mitglieder angewachsen und längst aus dem Vereins- und Dorfleben seiner Heimat nicht mehr wegzudenken. Hierzu zählt insbesondere auch das alljährliche legendäre Löwenfest oder die Teilnahme am Neugrüede Fasching. Im Sommer konnten die Löwen-Anhänger ein wunderschönes Jubiläumsfest mit vielen lieben Gästen feiern. Anstelle von Gastgeschenken entschied man sich, eine entsprechende Summe – aufgerundet von freiwilligen Spenden – lieber einem guten Zweck zuzuführen. Die Wahl fiel dabei auf den Hospizverein Kronach.

Die Spende wurde jetzt von der Hospizkoordinatorin Annette Hümmer – selbst ein Löwen-Fan und dem Verein freundschaftlich verbunden – wie auch dem Kassier Frank Schuberth sehr dankbar entgegengenommen. Wie Hümmer ausführte, bildet den Schwerpunkt der vielfältigen Aufgabenbereiche des Hospizvereins Kronach die Begleitung Schwerstkranker, Sterbender und trauernder Angehöriger. Die Säule des Vereins stellen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter dar, die eine umfassende neunmonatige Ausbildung erfahren. „Ich bin die erste Kontaktperson und Ansprechpartnerin für alle Fragen der Hospizbegleiter wie auch Betroffenen“, erklärte sie.

Das wichtige Thema Abschiednehmen werde leider oftmals nur als negativ erfahren. Natürlich sei es traurig, wenn jemand sterbe. „Das Sterben wird aber vom Hospizverein als natürlicher Vorgang begriffen. Hinterbliebene sollen den Tod nicht nur als schreckliches Ereignis empfinden, sondern ohne negative Erfahrungen weiterleben können“, betonte Hümmer. Diesbezüglich habe in den letzten Jahren ein Stück weit ein Umdenken stattgefunden. Zu verdanken sei dies auch dem Hospizverein Kronach mit seinem Vorsitzenden Dr. Peter Witton und allen Verantwortlichen sowie natürlich den Hospizbegleitern. Diese übten keine pflegerischen Maßnahmen aus, sondern schenkten Zeit, Nähe und Unterstützung. Einfühlend seien sie bereit, Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige in der letzten Phase des Lebens zu begleiten. Die Beratung und Begleitung durch den Hospizverein Kronach ist kostenlos. „Jeder kann unsere Hilfe in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft“, verdeutlichte sie. Die Angehörigen wolle man entlasten und dabei unterstützen, die schwere Situation zu begreifen und den Tod anzunehmen. Auch danach finden die Trauernden beim Hospizverein Kronach Hilfe in Trauergruppen, darunter auch eine ausschließlich für Kinder.

Die Spende wurde vom Fanclub-Vorsitzenden Joachim „Zauberer“ Renk und weiteren Löwen-Fans nunmehr – fast zum Ende des Jubiläumsjahrs – im Hospizbüro Kronach übergeben. Mit der Spende wolle man zum Einen die Wertschätzung für die so vom Hospizverein so wertvolle geleistete Arbeit zum Ausdruck bringen und direkt vor Ort gezielt Hilfe leisten. Zum Anderen möchte man aber auch ein wenig von all dem Gutem zurückgeben, das man in den Jahren seit der Vereinsgründung selbst erfahren habe.

 

 

 

Bild: Die Neukenrother Löwen-Fans spendeten 300 Euro für den Hospizverein Kronach. Das Bild zeigt (von links) Hospizverein-Kassier Frank Schuberth, Lucas Renk, Oliver Renk (beide TSV 1860 Fan-Club Neukenroth), Hospizkoordinatorin Annette Hümmer, Vorsitzender Joachim „Zauberer“ Renk und Schriftführerin Helena Schadeck (beide TSV 1860 Fan-Club Neukenroth).

Heilende Kraft des Singens erfahren

Am Donnerstag lud der Hospizverein Kronach zum „Herzenslieder“-Abend mit Ute Fischer-Petersohn in die Kronacher Synagoge. Beim gemeinsamen Anstimmen spiritueller Lieder, Impulstexten und Meditationen erlebten die vielen Besucher die heilsame Kraft des Singens.

Kronach- „Stille, komme hernieder, bring mein Herz zur Ruh, deine Schwingen decken alle meine Wünsche zu …“ Stille, Ruhe, zu sich finden: Es waren Lieder wie das wunderschöne Mantra, im Original von Anne Tusche, bei denen die vielen Besucher beim „Herzenslieder“-Abend am Donnerstag ihr Innerstes, ihre Gedanken spazieren gehen lassen konnten. Alle dabei von Ute Fischer-Petersohn mit ihrem Publikum in der – mit Kerzen in ein warmes Licht getauchten – Kronacher Synagoge gesungenen religiösen Lieder, healing Songs, Mantren und Chanten – Sie machten ihrer Bezeichnung „Herzenslieder“ wahrlich alle Ehre.

„Singen ist ein Geschenk, das wir uns selbst und anderen machen“ – Unter diesem Motto stand der Abend – mit Liedern, die mehr waren als „nur“ Musik: Ein Lebensgefühl! Dass Singen gesundheitsfördernd ist, Resilienz schafft und es sich allgemein positiv auf Körper, Seele und Geist auswirkt, ist wissenschaftlich erwiesen. Schon lange im Auftrag des heilsamen Singens unterwegs sind Katharina und Wolfgang Bossinger, an deren Akademie für Singen und Gesundheit Ute Fischer-Petersohn im vergangenen Jahr an der Weiterbildung sing@work teilnahm. Einige der von der Erzieherin am Donnerstag angestimmten Stücke hatte sie auch dort kennengelernt – wie das Begrüßungslied „Ich bin da, ich bin da – endlich bin ich da“ oder „Jai, dai, dai“ von Katharina Bossinger selbst, das ebenso als Canon gesungen wurde wie „Ich atme tief, tief, tief“ von Daniela Sauter de Beltré. Das wunderbare „Wir sind wie eine Schale und müssen überfließen“ von Gila Antara widmete die Sängerin, die auch eine Eigenkomposition zum Besten gab, dem Hospizverein Kronach. „Wer so viel ehrenamtlich leistet, braucht Kraft“, zeigte sich die charismatische Sängerin sicher.

Ganz in sich ruhend, umgeben von einer Aura, die einen sofort in den Bann zieht, konzentrierte sie sich dabei an dem Abend auf das Wesentliche: die Musik! Musik, die Brücken schlug – so wahr, so berührend, voller Tiefe! Gesegnet mit einer unglaublich warmen Stimme, öffnete sie wie durch Zauberhand die Herzen des Publikums: authentisch, ehrlich, echt! Eine andächtige Atmosphäre entstand, der sich niemand entziehen konnte. Was sie darbot, war mehr als Musik – Ihre Herzenslieder, Meditationen und Texte streichelten die Seele der Singenden und auch der „nur“ Zuhörenden – so schön, so wahr und so berührend, dass einem wohltuende Schauer über den Rücken liefen – ganz leise, ganz behutsam, Balsam für Herz und Seele! Da spürte man selbst ein warmes Glücksgefühl. „Wir singen Herzenslieder über Gott aus allen Kulturen, aus allen Religionen. Das ist wunderschön. Singen schafft Gemeinschaft – und das ist wichtig in unserer so turbulenten Zeit“, appellierte sie beim Anstimmen des hawaiianischen Lieds „Emalama i kaheyou …“ (Sorgt euch um das Heilige Land in rechter Weise). Vom ersten Ton an verstand sie es dann auch, ihr Publikum an ihrer Freude an der Musik teilhaben zu lassen: Musik zum Eintauchen und zur völligen Loslösung von der Hast unserer Zeit. Eineinhalb Stunden schienen Zeit und Raum vergessen – und es war schier greifbar: Die Freude am gemeinsame Singen, die Liebe zur Musik zog die Besucher an diesem musikalischen Abend voller Farb- und Strahlkraft in den Bann – und ließ sie nicht mehr los!

Welche beeindruckende Wirkung Singen auf Körper, Geist und Seele hat – Das machte dieser Erlebnisabend fühl- und hörbar: Singen gibt uns Energie und Kraft, vermittelt Lebensfreude, lässt uns zur Ruhe kommen, entspannen, abtauchen! Die rituellen Lieder klangen gleichsam wie in Töne gesetzte Gefühle: Glück und Frieden, Freude und Hoffnung! Eine ganz eigene Klang- und Gefühlswelt, die tief ins Innere, in die Seele geht und die Emotionen freisetzt. Gerade in Gotteshäusern erreicht diese Musik eine neue Dimension. Hier klingen die Worte noch intensiver, die Musik noch bewegender. Das liegt an der Akustik, an der Kraft des Raumes.

Losgelöst, weltentrückt, verzaubert – So fühlte sich das Publikum, als es an diesem magischen Abend nach eineinhalb Stunden wieder im „Jetzt“ ankam. Und das Erlebte hinterließ Spuren. So suchten viele nach dem Auf Wiedersehen-Lied noch das persönliche Gespräch mit der Sängerin. hs

Herzenslieder: Die Sängerin bietet ihre „Herzenslieder“-Abende für Erwachsene und die ganze Familie sowie auch „Herzenslieder“-Nachmittage für Kinder regelmäßig einmal im Monat in ihrer Kiebitz Musik- und Kreativwerkstatt in Stockheim an. Weitere Infos gibt es unter www.ute-fischer-petersohn.de

Bild:

Herzenslieder: Beim „Herzenslieder“-Abend mit Ute Fischer-Petersohn erlebten die Besucher die heilsame Kraft des Singens.

Ökumenische Andacht in der Spitalkirche

Wenn der Stuhl für immer leer bleibt!

Der Hospizverein Kronach lud zu einer ökumenischen Andacht in die Spitalkirche. Unter dem Sinnbild eines leeren Stuhls gedachte man der schwerkranken und sterbenden Menschen, die auf ihrer letzten Lebensreise begleitet wurden.

Ein Holzstuhl, überzogen mit dunkelrotem Stoff, „thront“ vor dem Altar in der Spitalkirche. Davor steht eine große Vase mit roten Rosen. Rechts und links daneben prangen Seite an Seite kleine gebastelte Stühle mit jeweils einem Teelicht. Der Holzstuhl ist leer. Ein Mensch fehlt: in unserer Runde, in unserer Gemeinschaft. Er, sie ist nicht mehr unter uns Lebenden!

„Der leere Stuhl“ – symbolhaft für den Tod eines lieben Menschen – bildete den Mittelpunkt der tief ergreifenden ökumenischen Gedenkandacht des Kronacher Hospizvereins. Eingeladen waren alle ehrenamtlichen Hospizbegleiter wie auch Vorstandsmitglieder sowie insbesondere alle Angehörigen, die um einen geliebten Menschen trauern. Gestaltet wurde die Andacht von Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer und Pfarrer Andreas Heindl sowie den Mitgliedern des Hospizvereins mit den beiden Koordinatorinnen Annette Hümmer und Brigitte Raabgrund.

„Es gibt Stühle mit und ohne Seitenlehnen, aus unterschiedlichen Materialien, aus Holz, zum Teil mit Metall, gepolstert und auch nicht. Manche haben viel erlebt. Der Zahn der Zeit hat an ihnen genagt. Da ist an dem einen oder anderen Stuhl eine Macke, eine tiefe Kerbe, etwas abgesplittert. Da sind Alltagsspuren zu sehen, vielleicht auch tiefe Schrammen und Wunden“, meinte Hümmer. Nun sei der Platz nicht mehr belegt, nicht mehr warm. Für die Angehörigen sei es schmerzlich, einen lieben Menschen verloren zu haben, der zu ihrem Leben dazugehört habe. Aber auch für die Hospizbegleiter sei es schwer, jemanden zu verlieren, der ihnen ans Herz gewachsen sei. Manche hätten erst kürzlich einen lieben Menschen verloren. Bei anderen sei es vielleicht schon länger her – und die Kälte des Abschieds, die Frostigkeit des Todes sei vielleicht zwischenzeitlich einer warmen herzlichen Erinnerung gewichen. Es sei wieder etwas Alltag eingekehrt. „Und doch: Es ist nichts mehr so wie vorher. Ein leerer Platz ist geblieben, ein Stuhl ist frei. Jeder Mensch ist einzigartig und liebenswert auf seine Art und Weise. Daher kann keiner mehr diesen Platz einnehmen, ersetzen, besetzten“, zeigte sie sich sicher. Aber man könne versuche, ihm einen neuen Platz im Leben zu geben. Hierfür gebe uns Gott die Kraft und halte er seine schützende Hand über uns.

Wenn man für jeden von den Hospizbegleitern begleiteten Menschen einen Stuhl hingestellt hätte, wären dies 33 leere Plätze gewesen. Stattdessen hatte man symbolisch für jeden von ihnen einen kleinen Stuhl gebastelt – mit einem Teelicht darauf, die von den jeweiligen Hospizbegleitern entzündet wurden. Eine große Kerze in der Mitte war denjenigen gewidmet, bei denen es nicht mehr zu einer Begleitung gekommen war.

In der von Hümmer vorgelesen Geschichte „Der leere Stuhl“ sprach ein alter sterbender Mann mit einem leeren Stuhl, weil er sich – voller Vertrauen – Gott darauf vorstellte. Einen Stuhl hätten – so die Hospizkoordinatorin – die Angehörigen auch den Hospizbegleitern bereitgehalten und sie eingeladen, sich darauf zu setzen. Sie hätten in schwierigen Zeiten Platz gemacht und einen Stuhl dazu gerückt, damit sich sitzend gute Gespräche entwickeln konnten. Man habe zuhören, sinnieren, meditieren oder auch nur schweigend dasitzend können. Vieles habe man dabei auch für sein eigenes Leben mitgenommen. Für das entgegengebrachte Vertrauen dankte Hümmer den Angehörigen herzlich – ebenso wie allen Hospizbegleitern für ihre wertvolle Hilfe und ihre Bereitschaft, schwerkranken und sterbenden Menschen beizustehen, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken: „Ihr seid immer da, wenn man euch braucht. Man kann sich immer auf euch verlassen!“ Oft stellten diese für ihre Aufgabe, die sie mit sehr viel Liebe und Hingebung erfüllten, ihre privaten Interessen in den Hintergrund.

„Ich habe einige der genannten verstorbenen Menschen kennenlernen dürfen“, erklärte der sichtlich ergriffene Vorsitzende des Hospizvereins, Dr. Peter Witton. Die berührende Andacht sei für ihn eine tiefe Erinnerung an seine Eltern gewesen. Die Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer würdigte die bewegende und zutiefst christliche Arbeit des Hospizvereins. Die Hospizbegleiter erfüllten eine Aufgabe, die nicht jeder könne, aber lebensnotwendig sei. Die stimmungsvolle Umrahmung der Andacht oblag der Musikgruppe aus Fischbach rund um Anja Männl. Die zweite Vorsitzende dankte den beiden Koordinatorinnen Annette Hümmer sowie Brigitte Raabgrund für ihre so unverzichtbare wertvolle Arbeit.

Die Angehörigen durften die kleinen Stühle mit den Teelichten als Erinnerung mit nach Hause nehmen – sowie jeweils eine rote Rose. Auf Wunsch erteilten die Pastoralreferentin und der Pfarrer allen Anwesenden während der Andacht den individuellen Einzelsegen. hs

Bilder:

Gedenkandacht 1: Die stimmungsvolle musikalische Umrahmung der Andacht lag in Händen der Fischbacher Musikgruppe rund um Anja Männl (zweite von rechts).

Gedenkandacht 2: Die Hospizbegleiterin Anja Männl entzündete eine Kerze für die von ihr betreuten Menschen.

Gedenkandacht 3: Die Hospizkoordinatorin Brigitte Raabgrund entzündete eine Kerze für die vom Hoszpizverein betreuten Menschen. Mit im Bild ist Hospizkoordinatorin Annette Hümmer (links).

Gedenkandacht 4: Gruppenbild mit den Hospizbegleitern, Mitwirkenden der ökumenischen Andacht sowie einigen Vorstandsmitgliedern des Hospizvereins Kronach    

 

Lions Club Kronach Festung Rosenberg unterstützt Hospizverein Kronach

Lions Club Kronach Festung Rosenberg unterstützt Hospizverein Kronach

 

Der engagierte Freundeskreis veranstaltete auch heuer seinen allseits beliebten Flohmarkt in der Kühnlenzpassage. Ein Teilerlös von 2.000 Euro ging nun an den Hospizverein Kronach.

 

Kronach- Nächtliches Trödeln für den guten Zweck – Der Flohmarkt des Lions Clubs Kronach Festung Rosenberg im März dieses Jahres sorgte – erstmals am Freitag und erstmals zur abendlichen beziehungsweise nächtlichen Stunde – für viele strahlende Gesichter, bei Schnäppchenjägern ebenso wie bei den Lions-Freunden selbst. Strahlende Gesichter gab es nun auch beim Hospizverein Kronach, der mit einem Teilerlös in Höhe von 2.000 Euro der ebenso beliebten wie bekannten Benefiz-Veranstaltung bedacht wurde. Am Donnerstag überreichten LC-Pastpräsidentin Angelika Woll und der Schatzmeister des Lions-Hilfswerks e. V., Peter Gottmann, in den Räumen des Hospiz-Büros den symbolischen Spendenscheck.

 

Entgegen genommen wurde dieser vom Hospizverein-Vorsitzenden Dr. Peter Witton, dessen Stellvertreterin Anja Männl und Schatzmeister Frank Schuberth. Dr. Witton hatte bereits bei den Lionsfreunden über die vielfältigen Aufgabenbereiche seines Vereins berichtet – auch im Zusammenwirken mit der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung“ (SAPV): eine schützende Medizin am Lebensende, wenn eine Heilung des Erkrankten nicht mehr möglich ist. Schwerpunkte sind Beschwerdelinderung, vor allem von Schmerzen und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen der letzten Lebensphase, die psychosoziale Begleitung sowie der Beistand für den Sterbenden und seine Angehörigen als auch die spirituelle Begleitung.

 

Beim Vortrag hatte Dr. Witton auch informiert, dass der Hospizverein ab 1. Januar 2018 durch eine weitere Hospizkoordinatorin in Teilzeit mit je 20 Wochenstunden verstärkt wird. Bislang verfügt man lediglich über eine hauptamtliche Teilzeit-Stelle mit der Koordinatorin Annette Hümmer. „Die Arbeit ist mit Teilzeit nicht mehr zu leisten. Wir brauchen eine weitere Halbtageskraft, um die deutlich zunehmenden Aufgaben einigermaßen vernünftig bewältigen zu können“, betonte er. Die neue Kraft ist seit 1. Juli auf Geringverdienerbasis für den Hospizverein tätig. Leider müssten die Kosten für eine Hospizkoordinatorin vom Verein erst einmal für das ganze Jahr vorfinanziert werden, bevor diese seitens der Krankenkasse refinanziert würden. Hierfür sei, so der Vorsitzende, die Spende von 2.000 Euro ein ganz wichtiger Schritt. Erfreulicherweise stamme die neue Kraft aus dem oberen Landkreis; sei man doch sehr bestrebt, gerade auch dort eine ausreichende Versorgung hinsichtlich ehrenamtlicher Hospizbegleiter sicherzustellen und ein starkes Netzwerk aufzubauen.

 

Den Schwerpunkt der vielfältigen Aufgabenbereiche des Hospizvereins Kronach bildet die Begleitung Schwerstkranker, Sterbender und trauernder Angehöriger. Die Säule des Vereins stellten – laut Männl – die ehrenamtlichen Hospizbegleiter dar. Aktuell seien dies 35 Frauen und Männer, die jedoch nicht immer alle zur Verfügung ständen. Diese übten keine pflegerischen Maßnahmen aus, sondern schenkten Zeit, Unterstützung und Nähe. Einfühlend seien sie bereit, Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige in der letzten Phase des Lebens zu begleiten. „Jeder kann unsere Hilfe in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft“, verdeutlichte sie. Auch danach finden die Trauernden beim Hospizverein Kronach Hilfe.

Die Lions Club-Mitglieder zeigten sich tief beeindruckt vom Hilfsangebot und freuten sich, dieses mit ihrer Spende unterstützen zu können. Der Verwendungszweck war insbesondere Woll sehr wichtig gewesen. Ganz bewusst wolle man das Geld für die Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Weg zur Verfügung stellen. Der weitere Erlös des Flohmarkts wird auf Wunsch ihrer Amtsvorgängerin, Daniela Wölfel, in einen Gesundheits- beziehungsweise Fitnesspark im LGS-Gelände investiert.

 

 

Bild: (von links) Kassier Frank Schuberth (Hospizverein Kronach), Schatzmeister Peter Gottmann (Lions-Hilfswerk e. V.), LC-Pastpräsidentin Angelika Woll, Hospizverein-Vorsitzender Dr. Peter Witton und dessen Stellvertreterin Anja Männl bei der Spendenübergabe.

 

 

Elf neue Hospizbegleiter/-innen für den Hospizverein Kronach

Elf neue Hospizbegleiter/-innen für den Hospizverein Kronach

Ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter ist jetzt abgeschlossen. Zehn Frauen und ein Mann nahmen daran teil und beschäftigten sich dabei intensiv mit den Themen Tod, Trauer und Sterben. Nun erhielten sie ihre Zertifikate.
Kronach- Gemäß bundeseinheitlichem Standard der Hospizarbeit bestand der Kurs aus drei Teilen: dem Grundkurs und dem Aufbaukurs sowie dazwischen einem Praktikum beispielsweise in einer Pflegeeinrichtung. Insgesamt umfasste die Ausbildungsmaßnahme, die den Menschen auf seinem letzten Weg in den Mittelpunkt stellt, gleichzeitig aber auch die Unterstützung für Angehörige im Blick hat, 120 Stunden. Im Pfarrsaal in der Nikolaussiedlung freuten sich 2. Hospizvereins-Vorsitzende Anja Männl sowie Hospizkoordinatorin Annette Hümmer, die den Kurs geleitet hatte, den frischgebackenen Hospizbegleitern ihre Zertifikate überreichen zu können.
Männl erinnerte sich zurück, wie sich diese am 14. Januar dieses Jahres erstmals hier in den Räumlichkeiten getroffen hätten, um – aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus – mehr über die Thematik „Sterben, Tod und Trauer“ zu erfahren. „Bis vor nicht allzu langer Zeit war das Thema Tod und Sterben sehr unpopulär. Es wurde richtiggehend „totgeschwiegen“. Alte, Kranke und Sterbende wurden in Krankenhäusern und Pflegeheimen untergebracht, sodass man sich mit ihrem Anblick und somit auch mit der eigenen Sterblichkeit nicht konfrontieren musste“, bedauerte sie. In den letzten Jahren jedoch sei ein Wandel durch die Gesellschaft gegangen. Man habe erkannt, dass der Tod zum Leben gehöre, er uns alle betreffe und eine Auseinandersetzung mit ihm unsere Lebensqualität und Intensität erhöhen könne. Vor einiger Zeit habe sie selbst ihre Ausbildung zur Hospizbegleiterin gemacht. Interessant dabei sei, dass sie diese Auseinandersetzung in erster Linie zurück ins Leben gebracht habe. Sie habe gelernt, dass es ein Leben „vor“ dem Tod gebe. „Es ist wunderbar, dieses in seiner ganzen Bandbreite zu leben, anzunehmen und zu genießen so wie es ist – denn so wie es ist, ist es bereits vollkommen“, zeigte sie sich sicher.
Was brauche es nun, um als Hospizbegleiter tätig zu sein? Auch hier sei die Antwort so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Für sich selbst könne sie sagen, dass es Mut bedarf, sich dieser Situation immer wieder neu zu stellen. Man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Man muss sich sogar für einige Zeit vergessen können. Nur so kann man den Blick wach halten für das, was dem anderen wirklich hilft. Man muss sich von Konzepten und Kontrollvorstellungen verabschieden, da es kein Patenrezept gibt. Man muss empathisch sein und die Menschen so wie sie sind lieben. Man muss sich selbst mögen, seine Grenzen kennen, kennenlernen und annehmen. Man muss um Hilfe bitten können, wenn man an seine Grenzen kommt – und dann darf man sich einlassen, auf alles, das Leben selbst und man bekommt so viel mehr zurück …
Auch Hümmer dankte allen für die Teilnahme am Ausbildungskurs. Ob sie sich nun entschlössen, aktiv ehrenamtlich als Hospizbegleiterin zu arbeiten oder nicht – Sie hoffte und wünschte, dass sie das eine oder andere hätten mitnehmen können. Dies bestätigten die frischgebackenen Hospizbegleiter, die von vielen positiven Erfahrungen berichteten. „Im Umgang mit Sterben und Tod erhält man einen neuen Blick auf das Leben“, waren sie sich einig. Die Absolventen im Alter von 19 bis 68 Jahren hatten sich für den Kurs teilweise aus beruflichen Gründen entschieden, teilweise auch aus dem traurigen Grund, dass ein naher Verwandter oder Bekannter verstorben und damit das Thema „Tod und Sterben“ für sie in greifbare Nähe gerückt war. Sicher zeigten sie sich auch, dass sie durch die Ausbildung wieder die eigenen Prioritäten im Leben genauer wahrnähmen und dankbar für alles seien, was sie hätten und erleben dürften. „Ein solcher Kurs öffnet einem die Augen für die wichtigen Dinge im Leben“, so die Teilnehmer. Zudem hätten sie das gute Gefühl, einen wertvollen Beitrag für Schwerstkranke, Sterbende und Angehörige zu leisten. Alle bekundeten, aktiv in der Begleitung im Ehrenamt arbeiten zu wollen. Ihnen allen dankte Pater Werner Pieper, Rektor des Kronacher Oblatenklosters, sich dieser doch schweren Thematik gewidmet zu haben.
Neuer Kurs

Aufgrund des steigenden Bedarfs wird es in absehbarer Zeit einen neuen Ausbildungskurs für Hospizbegleiter geben. Interessenten können sich bei Annette Hümmer melden. Leider ist die Anzahl der Hospizbegleiter im nördlichen Landkreis sehr gering. Da man auch das nördliche Gebiet gut versorgen möchte, wäre es deshalb besonders wünschenswert, wenn beim nächsten Kurs viele Teilnehmer aus dem „Norden” dabei wären. hs

Inhalte des Grundkurses: unter anderem die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, Lebensbilanz, Rituale/Abschiedskultur, Sterbephasen nach Kübler-Ross, Wahrnehmung der eigenen Grenzen/Selbstfürsorge, Kommunikation im Allgemeinen beziehungsweise in der Rolle des Hospizbegleiters. Inhalte des Aufbaukurses: unter anderem Trauer und Verlust spürbar erleben, Hospizbegleiter im Familiensystem, Spiritualität, Aromapflege, Schmerztherapie und Palliative Medizin, Achtsamkeit und Selbstfürsorge, Kraftquellen, Motivation im Ehrenamt, Teambildung, Patientenverfügung und rechtliche Hintergründe.

Neue Hospizkoordinatorin: Der Hospizverein Kronach wird ab 1. Januar 2018 durch eine weitere Hospizkoordinatorin in Teilzeit mit je 20 Wochenstunden verstärkt. Bereits jetzt ist diese auf Geringverdienerbasis für den Hospizverein tätig. Die neue Hospizkoordinatorin wird zu gegebener Zeit noch öffentlich vorgestellt. hs

 

Kontakt: Hospizverein Kronach, Lucas-Cranach-Str. 10, 96317 Kronach, Tel: 09261/52367, Fax: 09261/530403, Ambulanter Hospizdienst: 0160-5509952, Email: info@hospizverein-kronach.de, Internet: www. hospizverein-kronach.de hs

 

Bild: Der Hospizverein Kronach mit der stellvertretenden Vorsitzenden Anja Männl (vierte von links) sowie Hospizkoordinatorin Annette Hümmer (rechts) wie auch Pater Werner Pieper (links) freuen sich über elf neue Hospizbegleiter/-innen.

Die neuen Hospizbegleiter/-innen: Roswitha Schlinger, Anna-Maria Renk, Helga Hempfling, Renate Riedl, Kathrin Hoppe, Kerstin Lotter, Birgit Mildenberger, Katrin Beetz, Regina Heumann, Monika Müller, Bernd Minssen.

 

Pfarrer Schießler sprach in Kronach vor „vollem Haus“

Am Dienstagabend sprach Pfarrer Rainer Maria Schießler im rappelvollen Kronacher Kreiskulturraum über Gott, die Kirche und die Welt. Mit seiner ehrlichen, unverblümten Art nahm der bekannte Münchner Stadtpfarrer alle mit.

Kronach- Ein Stuhl und ein Tisch stehen auf der Bühne bereit. Beides braucht er während der folgenden zweieinhalb Stunden nicht. Ruhig hinsetzen oder stillstehen ist definitiv nicht das Ding von Rainer Maria Schießler. Stattdessen ist der Gottesmann mit den leuchtenden Augen, dem verschmitzten Lächeln und einer gehörigen Portion  Schalk im Nacken an diesem Abend ständig in Bewegung – und dabei stets auf Augenhöhe mit seinem Publikum.

Angekündigt als Lesung aus seinem Buch „Himmel, Herrgott, Sakrament“ zieht es der häufig unkonventionell denkende und arbeitende katholische Pfarrer vor, zu erzählen – von seiner Herkunft, Glaubensprägung und seiner Leidenschaft für einen lebensbejahenden Glauben. Vehement, couragiert, unbequem nimmt er dabei kein Blatt vor den Mund. Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, spricht er Tacheles. Zölibat, Frauenpriestertum, Schwulen-Ehe, der Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen und mit verheirateten Pfarrern – Kein Thema war ihm dabei zu „heiß“.   

Seit 1993 ist Rainer Maria Schießler Stadtpfarrer in St. Maximilian im Glockenbachviertel und seit 2011 „Nebenbei-Pfarrer“ in der Kirche Heilig Geist am Viktualienmarkt. Für Lesungen oder Vorträge ist er in ganz Deutschland unterwegs. Und auch in Kronach hat er offensichtlich jede Menge Anhänger. Fast 500 Besucher fasst der Kreiskulturraum und so viele waren auch gekommen, um seinem Vortrag zuzuhören. Überwältigt vom diesem  unerwarteten Zuspruch zeigte sich Ingrid Steinhäußer, die seitens des Hopizvereins Kronach die Veranstaltung organisiert hatte – und sie zeigte sich dankbar: „Wir können uns den Kreiskulturraum leisten, weil der Pfarrer kein Honorar verlangt.“ Und mehr als das: Auf seinem ausdrücklichen Wunsch kamen auch alle freiwilligen Spenden komplett dem Hospizverein zugute.

„Ja, auch ihr gehört zu Bayern“, scherzte Schießler eingangs. Den Begriff Kronach als Ort kenne er seit seiner Kindheit, da man damals eine Nachbarin aus Kronach mit großem Heimweg gehabt habe. Daher wisse er auch, dass hier kein „t“ gesprochen werde, was er als sehr liebenswert empfinde. Wie er sein ganzes Pensum an Veranstaltungen außerhalb seines Kirchendienstes schaffe? „Das ist doch ein Klacks im Vergleich zu dem, was ich mit meinem Verein mitmache“, meinte er und hielt voller Stolz seinen heißgeliebten 1860-er Schal in die Höhe. Vom ersten Moment an wurde deutlich, dass sich der Pfarrer nicht als wichtige Person in den Mittelpunkt oder über andere stellt. Mit seiner positiven Art zieht er die Menschen an – und er lässt sie nicht mehr los. Fast kam es einem so vor, als höre man einem Freund bei seinen Erzählungen zu. Immer wieder bringt er sein Publikum mit seinen Erlebnissen, Anekdoten und Witzen zum Lachen, aber auch zum Nachdenken – es war ein Abend mit Tiefgang und Unterhaltungswert, bei dem zweieinhalb Stunden alles andere vergessen schien. Schießler spricht ohne Punkt und Komma, kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Es sprudelt nur so aus ihm heraus – und seine Aussagen haben es in sich. Er ist ein Pfarrer aus Leidenschaft, der 24 Stunden am Tag für seine Gemeinde da ist und oft ungewöhnliche Wege geht. Sein alljährlicher „Viecherl“-Gottesdienst, zu dem die Besucher ihre Haustiere mitbringen dürfen, ist – nach  Weihnachten und Ostern – der am drittbesten besuchte Gottesdienst in seiner Pfarrei. An Heiligabend lässt er schon einmal einen DJ auflegen und stößt mit Sekt auf den Geburtstag von Jesus an.  Glauben müsse Freude machen und die Kirche sei kein Ort für Miesepeter. „Gibt es einen besseren Ort, das Leben zu feiern, den Sieg über den Tod als die Kirche?“, fragte er. Leicht sei sein Dienst nicht: „Es ist eine verdammt schwere Kiste, dass jeden Sonntag das Richtige kommt.” Vor einigen Evangelien habe er sogar Bammel, hierüber eine gute Predigt zu halten. Eine Predigt, bei der nichts rüberkomme, sei nämlich nicht einmal für die Katz.

Er redet in einfachen, verständlichen Worten – und er beklagt, dass genau dies in der Kirche fehle; dass viele Menschen mit „Hochgestochenem“ nicht viel anfangen könnten. Dass die Kirche weiter Bestand haben werde, davon zeigt er sich überzeugt. Schließlich sei das „Produkt“, das man verkaufe, „top“ und das Bedürfnis nach Glauben vorhanden. Aber die Kirche werde sich verändern und mit Themen auseinander setzen müssen wie Frauen am Altar und dem Zölibat. „Wir dürfen keine Service-Kirche sein, sondern müssen eine nachlaufende, eine dienende Kirche sein“, prangert er an, dass die Kirche zu wenig auf die Menschen zugehe. Dürfe man menschliche Liebe und die Liebe zu Gott gegeneinander ausspielen? Und dass Menschen unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung einen von ihnen frei gewählten Beruf ergreifen dürfen, sei ein Grundrecht – ebenso wie, dass sie vielleicht erst in der zweiten oder dritten Beziehung glücklich würden. Niemand scheitere aus Bösartigkeit. „Gerade im Scheitern braucht man Kirche“, appelliert er. Die Kirche sei dafür geschaffen, an der Seite der Menschen sein. Dafür müsse sie sich im Wesentlichen von drei Illusionen befreien: „Ich habe alles im Griff. Ich weiß alles besser. Ich habe Recht und du hast Unrecht.“ Deutliche Worte fand er auch zum Reformationsjahr mit dem Aufruf zur Versöhnung: „Ich muss mich nicht versöhnen, denn ich habe mich noch nie an einem evangelischen Christen versündigt“. Seit 2010 teile er sich den Pfarrhof mit einem evangelischen Ruhestand-Pfarrer, Tür an Tür. Dieser unterstütze ihn bei Gottesdiensten und er sei sein bester Freund.

Nach einem innigen Applaus des Publikums, sprach Hospizverein-Vorsitzender Dr. Peter Witton diesem aus dem Herzen: „Wer heute nicht hier war, hat etwas verpasst.” Bei der anschließenden Signierstunde bildeten sich Schlangen wie bei einem Superstar. Dabei schenkte er allen ein freundliches Wort und sein warmes Lächeln – so wie den ganzen Abend über.

Am Dienstagabend sprach Pfarrer Rainer Maria Schießler im rappelvollen Kreiskulturraum. Ehrlich, leidenschaftlich und mitreißend nahm er dabei sein Publikum mit.

Bei der Signierstunde von Pfarrer Rainer Maria Schießler bildeten sich Schlangen wie bei einem Superstar.

(Bericht von Heike Schülein)

 

Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schließler kommt nach Kronach und liest aus seinem Buch “Himmel, Herrgott, Sakrament” vor.

Dem Hospizverein Kronach ist es gelungen den Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler für einen Vortrag zu gewinnen und zwar am 16. Mai um 19.00 Uhr im Kreiskulturraum in Kronach.
In einer Zeit, in der so viele Menschen wie nie die katholische Kirche verlassen, gelingt es dem bundesweit bekannten Münchner Stadtpfarrer, seine Gemeinde für den Glauben zu begeistern. Sein Rezept heißt Klartext. Seine Gottesdienste finden vor vollem Hause statt, und seine leidenschaftlichen Predigten werden oft spontan beklatscht. Er pflegt einen ganz eigenen Stil, indem er beispielsweise an Heiligabend Sekt ausschenkt und einen DJ auflegen lässt – schließlich wird der Geburtstag Jesu gefeiert. Sein Buch steht unter dem Motto seiner Osterbotschaft aus dem Jahr 2015 “Mut zur Veränderung”.
Herr Schießler hält einen Vortrag über sein Wirken in der katholischen Kirche und wird aus seinem Buch vorlesen.
Ein ausführlicher Bericht folgt noch.
Karten gibt es für diesen Vortrag nicht – es besteht freie Platzwahl.
Spenden zugunsten des Hospizvereins sind erwünscht.

Jahreshauptversammlung Hospizverein Kronach 2016

 

Kronacher Hospizverein steht Sterbenden und Angehörigen zur Seite

Am Mittwoch traf sich der Hospizverein Kronach zur Jahreshauptversammlung im Kronacher BRK-Seniorenhaus. Auch im vergangenen Jahr begleiteten die engagierten Hospizbegleiter viele Menschen und deren Angehörige in der oft schwierigen letzten Phase des Lebens.

Kronach- „Die Einstellung unserer Koordinatorin im April letzten Jahres hat sich als Glücksfall erwiesen“, freute sich Dr. Peter Witton, der nunmehr seit zwölf Jahren an der Spitze des Vereins steht, in seinem Jahresbericht. Das Jahr habe aber auch gezeigt, dass die Arbeit mit Teilzeit für die Koordinatorin nicht mehr zu leisten ist. Man werde daher eine zweite hauptamtliche Kraft als Teilzeitkraft einzustellen. Die Stelle wird ausgeschrieben

Gut funktioniere die Zusammenarbeit mit der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung, bei der sehr viele Schwerstkranke im letzten Lebensabschnitt gemeinsam begleitet werden. „Menschliche Zuwendung, gemeinsam mit optimaler medizinischer Versorgung – Das ist das Ziel der Palliativ-Medizin und soll unsere Antwort auf den Todes-Cocktail und die Fahrt in die Schweiz sein“, betonte Dr. Witton. Der Hospizverein wirke beim Förder-Programm „Gesundheit plus“ des Landkreises zum Thema „Ges

Im April dieses Jahres war Dr. Witton von Gesundheitsministerin Melanie Huml mit dem „Weißen Engel“ ausgezeichnet worden. Dabei betonte er, dass man als Hospizverein ein Team sei und diese Auszeichnung allen gehöre. Als symbolisches Zeichen übereichte er allen anwesenden Vorstandsmitgliedern, Hospizbegleitern und weiteren Helfern eine Rose sowie einen auf einer Karte abgedruckten „weißen Engel“. Viele hätten dazu beigetragen, dass das letztes Jahr zu einem guten geworden sei. Hierfür dankte er – insbesondere der Koordinatorin Annette Hümmer sowie Inge Schmidt, die diese immer wieder bei der Koordination vertreten habe, als auch allen Sponsoren und Gönnern.

2. Vorsitzende Anja Männl ging auf das neue von der Regierung Bayerns verabschiedete Palliativgesetz ein. Dies sehe die bestmögliche Versorgung seiner Bürger vor, auch am Lebensende. Das neue Gesetzt bedeute für den Verein eine deutliche Umstellung und Anpassung an neue Verpflichtungen und Anforderungen. So sei man beispielsweise angehalten, ein weitläufiges Netzwerk unter anderem mit Altenheimen und Sozialstationen zu bilden und mit diesen auch Kooperationsverträge abzuschließen. Im neugegründeten „Hospizverband Oberfranken“ sei eine gegenseitige Unterstützung innerhalb Oberfrankens möglich. Die einzelnen Vereine bleiben aber bestehen. Hospizkoordinatorin Annette Hümmer berichtete von – seit der letzten Jahreshauptversammlung erfolgten – 50 Anfragen für Begleitungen. 38 kamen zustanden, von denen 35 wieder abgeschlossen sind. Drei Personen werden im Moment noch begleitet. Vier Besuchsdienste haben sich aus Langzeitbegleitungen entwickelt. Das Alter der begleiteten Personen lag zwischen 52 und 104 Jahre, die Länge von einem Tag bis zu mehreren Monaten. Der Hospizverein hat 35 Hospizbegleiter, von denen zurzeit circa 20 zur Verfügung stehen. Seitens der Hospizbegleiter wurden im Ehrenamt 420 Stunden geleistet. Hümmer selbst hatte 55 Termine zu bewältigen mit circa 100 Stunden. Sehr erfolgreich verlaufe das Projekt „Hospiz geht in die Schule“, wofür sie elf Schul-Besuche absolvierte. Im Januar beginnt ein neuer Hospizbegleiter-Kurs, der bereits voll ist. Iris Zinkand stellte die von ihr geleitete Trauergruppe „Brücke“ mit circa acht bis zehn Teilnehmern sowie die Kindertrauergruppe „Horizont“ mit bis zu drei Kindern vor. Die Hemmschwelle, eine Kindertrauergruppe zu besuchen, sei teilweise noch sehr groß. Für die Trauergruppe „Horizont“ hat man in diesem Jahr den Town- and Country-Stiftungspreis erhalten. Unterstützung bei den beiden Gruppen erhält sie von Hella Bayer. Es finden überdies weiterhin regelmäßige Einzelgespräche mit Trauernden statt. „So kann jeder seinen eigenen Weg des Umgangs mit der Trauer wählen“, betonte Zinkand.

Schriftführerin Ingrid Steinhäußer berichtete von verschiedenen Veranstaltungen. Neben den Benefizkonzerten waren auch die Vorträge „Trance-Phänomene in der Trauer“ und  „Sterbefasten“ auf sehr großes Interesse gestoßen. Schatzmeister Frank Schuberth freute sich insbesondere aufgrund erhaltener großherziger Spenden über ein finanziell gutes Jahr. Der Verein ist weiterhin auf Spenden und Zuschüsse angewiesen. In diesem Zusammenhang kündigte Elke Fischer eine weitere Spende eines Spendengebers von 900 Euro an.

Dr. Peter Witton bleibt an der Spitze

Bei den Neuwahlen für die kommenden zwei Jahre ergaben sich Änderungen bei den Beisitzern und Kassenprüfern. Verabschiedet wurden die Beisitzer Theresia Jakob, Dr. Ingeborg Kufer und Heinz Stengel sowie die Kassenprüfer Werner Schmidt und Oskar Degelmann, die sich alle nicht mehr zur Wahl stellten. Ihnen galt der besondere Dank des bisherigen und neugewählten 1. Vorsitzenden Dr. Peter Witton, der ihnen auch Geschenke überreichte. Die beiden Vorsitzenden, der Schatzmeister und die Schriftführererin wurden schriftlich gewählt, die Beisitzer und Kassenprüfer per Akklamation.

Wahl-Ergebnisse: 1. Vorsitzender: Dr. Peter Witton, 2. Vorsitzende: Anja Männl, Schatzmeister: Frank Schuberth, Schriftführerin / Öffentlichkeitsarbeit: Ingrid Steinhäußer, Beisitzer: Norbert Schülein, Iris Zinkand, Bettina Förner (alle neu), Elke Fischer, Kassenprüfer: Dr. Irmgard Preißinger, Verena Täuber

Internet: Weitere Infos gibt es unter www.hospizverein-kronach.de

Bild: Dr. Peter Witton (rechts) bedankte sich bei den ausscheidenden Beisitzern (von links) Heinz Stengel, Theresia Jakob und

Dr. Ingeborg Kufer mit einem kleinem Präsent

imgp9181

 

 

Einladung zu unserem diesjährigen Benefizkonzert

einladung-benefizkonzert

Einladung zu unserer Veranstaltung: “Sterbefasten – freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit”

Am 18.10.2016 veranstalten wir zusammen mit Herrn Dr. med. Roland Martin Hanke vom Hospizverein Fürth e.V. einen

Vortrag mit dem Thema “Sterbefasten – freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit”

Der Vortrag findet im neuen evangelischen Gemeindehaus um 19.00 Uhr statt.

Wir möchten Sie recht herzlich zu diesem etwas “anderem” Vortrag recht herzlich einladen.

 

 

 

Einladung zu unserer diesjährigen okumenischen Gedenkandacht

Der Hospizverein Kronach möchte auch in diesem Jahr wieder eine ökumenische Gedenkandacht unter dem Motto “Ein Mensch, der uns verlässt, ist wie eine Sonnenblume die verwelkt”

Aber etwas von Ihrer leuchtenden Schönheit strahlt tief in unserem Herzen weiter und wird nie vergehen – für die Menschen, denen wir zur Seite standen, abhalten.

Auf diesem Wege möchten wir uns nochmal für Ihr uns entgegengebrachtes Vertrauen bedanken. Auch jeder Hospizbegleiter trägt seine Begleitung weiter im Herzen und mit dieser Erinnerung an die vergangene Zeit, wollen wir helfen ein kleines Stück der Trauer zu bewältigen.

Der Hospizverein würde sich freuen, wenn auch Angehörige, Freunde, Bekannten usw. unsere Einladung angenehmen würden um diesen Wortgottesdienst mit uns zu feiern.

Wo: Spitalkirche in Kronach

Wann: Samstag, 08.10.2016

Uhrzeit: 17.00 Uhr

 

“Hospiz geht in die Schule”

Der Hospizverein Kronach geht nun auch in die Schulen. Mit dem neuen Projekt gibt Hospizkoordinatorin Annette Hümmer Grundschülern die Möglichkeit über Themen wie Sterben, Tod und Trauer zu sprechen. Erstmals wurde es in der Lucas-Cranach-Schule durchgeführt.

Kronach- Schöne Blumen, brennende Kerzen, die Sonne scheint auf das Grab. Interessiert schauen sich Annette Hümmer und die Lehrerin Yvonne Fritz-Schilling die Schulhefte der Klasse 2 d an, in denen die Jungen und Mädchen „Das Grab – als Ort der Erinnerung“ gemalt haben. Entstanden sind die bunten Bilder während des vier Schulstunden umfassenden Projekts „Hospiz geht in die Schule“, für das die Hospizkoordinatorin zwei Tage zu Gast in der Schulklasse war. In diesem – für sie vertrauten – Rahmen konnten die Zweitklässler alle Fragen, die sie zum Thema Abschiednehmen und Lebensende bewegten, stellen. Das neue Angebot des Hospizvereins richtet sich an Grundschulklassen der zweiten bis vierten Jahrgangstufe im gesamten Landkreis.

„Unserem Vorsitzenden des Hospizvereins, Dr. Peter Witton, ist es ein großes Anliegen, bereits Kinder sensibel an das Thema Sterben und Trauer heranzuführen“, betont Annette Hümmer, die sich für das Projekt im Vorfeld einer entsprechende Fortbildung unterzogen hatte. Ursprünglich sei es angedacht gewesen, das Projekt über eine ganze Schulwoche durchzuführen. „Dies wäre aber für unseren „kleinen“ Hospizverein nicht zu bewerkstelligen gewesen. Wir haben deshalb das Konzept unserer Kapazität angepasst und es auf vier Schulstunden verkürzt“, erklärt Hümmer. Ziel sei es, Kinder mit dem Thema Tod und Sterben nicht allein zu lassen, ihnen ihre Ängste zu nehmen und ihnen leicht verständliche, altersgerechte Antworten auf ihre Fragen zu geben. Es gehe dabei insbesondere auch um die Erkenntnis, dass Leben und Sterben untrennbar miteinander verbunden sind.
Kinder würden schon in frühen Jahren mit Verlust konfrontiert – beispielsweise durch den Tod der Großeltern. Aber auch etwa der Tod eines geliebten Haustiers stelle für sie einen großen Verlust dar. Die Eltern täten sich – so Hümmer – oftmals schwer, über diese sensiblen Themen mit den Kindern offen zu sprechen. „Sterben ist noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft, über das niemand gerne spricht“, weiß auch Klassenleiterin Yvonne Fritz-Schilling, die während des gesamten Projekts als Vertrauensperson mit dabei war. In der Klasse habe man sich der Thematik bereits im Vorfeld vorsichtig angenähert. So habe man beispielsweise die Trauertage im November behandelt. Auch habe man vorher abgeklärt, ob es vielleicht gerade Trauerfälle in den Familien der Kinder gibt, um darauf reagieren zu können. Den Eltern wurde das Projekt in einem Info-Brief mitgeteilt.
Das Projekt umfasst die vier Bausteine „Abschied und Neubeginn“, „Wann, wie und warum ist man tot?“, „Was passiert mit den Toten und wo gehen sie hin?“ sowie „Umgang mit Erinnerung und Trauer“. Bei „Abschied und Neubeginn“ wurden insbesondere die einzelnen Lebensabschnitte vom Baby bis zum Greis behandelt. Es wurde vermittelt, dass das Leben in den verschiedenen Bereichen immer mit Abschied verbunden sei – schließlich auch vom Leben selbst. Diese Vergänglichkeit hatte Hümmer beispielsweise anhand von Rosen verdeutlicht, die ihre Blätter verlieren und verwelken. Jedes Kind erhielt eine Rose mit nach Hause. Im zweiten Baustein stellte sie das Hilfs- und Beratungsangebot des Hospizvereins Kronach vor. Der Tod könne aber nur von einem Arzt festgestellt werden. Dabei ermutigte sie die Kinder auch, sich von toten Angehörigen zu verabschieden, sie noch einmal zu berühren oder zu streicheln. Im dritten Baustein wurden die unterschiedlichen Arten von Bestattungen angesprochen wie auch die verschiedenen Jenseitsvorstellungen der Religionen sowie Rituale – beispielsweise öffnet man in manchen Kulturen die Fenster, damit die Seele in den Himmel fliegen kann. Die Kinder durften erzählen, wie sie sich den Himmel vorstellen. Dabei gab es durchwegs positive Vorstellungen – beispielsweise, dass es dort weiche und warme Wolken gebe und dass man alle Verstorbenen wieder treffe. Wichtig war der Hospizkoordinatorin und auch der Lehrerin dabei die Feststellung, dass keine Vorstellung, kein Glaube falsch oder richtig sei. Eine weitere wichtige Erkenntnis: Wenngleich der Mensch auch verstorben sei, blieben doch von ihm viele schöne Erinnerungen. Es bedürfe daher auch eines Platzes der Erinnerung – also das Grab oder auch einen eigenen Bereich in einem Zimmer.
Schulen, die sich für das Angebot interessieren, können sich gerne beim Hospizverein melden. „Das Thema passt sehr gut in die Zeit um Ostern oder in den Herbst vor den stillen Tagen“, schlägt Hümmer vor. Ängste hinsichtlich des Alters der Kinder und der Schwere der Thematik seien unbegründet. Im Gegenteil: Durch die umsichtige Heranführung an das Thema Tod und Sterben gelinge es, die Neugierde der Kinder in vertrauensvoller Art und Weise zu stillen. Dies bestätigt auch Fritz-Schilling: „Die Kinder waren sehr offen, neugierig und wissbegierig. Manche waren kaum zu bremsen.“ Die Mädchen seien sensibler mit der Thematik umgegangen, während sich manche Jungs nach außen eher cool gegeben hätten. Es hätte sich niemand mit eigenen Beiträgen einbringen „müssen“. Die Schüler hätten auch einfach nur zuhören können. „Die Stimmung war nie gedrückt, sondern immer sehr offen“, freut sich die Lehrerin, die von der Sinnhaftigkeit des Angebots überzeugt ist – gerade auch, weil dadurch den Kindern die Thematik aus einem völlig anderen Blickwinkel vermittelt werde. Die Dauer des Projekts sei in ihren Augen ideal; eine ganze Projektwoche wäre schwer in den Lehrplan zu integrieren. Die Rückmeldungen der Eltern – im persönlichen Gespräch oder anhand eines Fragenbogens – seien durchwegs positiv ausgefallen. Auch die Schüler füllten ein Fragenblatt zu ihren individuellen Eindrücken aus. Aus den Antworten erhält der Hospizverein Anregungen, um das Projekt weiterzuentwickeln.
Mit der Premiere zeigt sich Hümmer sehr zufrieden. Die Kinder seien dankbar gewesen, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. „Ich habe aber auch offen gesagt, dass es eben nicht auf alles eine Antwort gibt und ich manche Dinge nicht weiß“, so die Hospizkoordinatorin. Am Ende habe für die Kinder auch die so positive Erkenntnis gestanden, dass trotz aller Trauer das Leben für die Lebenden weitergehe – mit den Verstorbenen im Herzen! hs.
Bild: (von links) Hospizkoordinatorin Annette Hümmer und Lehrerin Yvonne Fritz-Schilling betrachten sich die Zeichnungen der Zweitklässler zur Thematik „Das Grab – als Ort der Erinnerung“.

 

IMGP8533

Einfach nur DANKE sagen …

Liebe Ehrenamtliche und Freunde von Hospiz,

hinter uns liegt ein gefülltes, anstrengendes, arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jahr.

Ein herzliches Dankeschön an alle Ehrenamtlichen, die sich auch im letzten Jahr wieder selbstlos und aufopferungsvoll für die gemeinsame Sache eingesetzt haben.

Unseren Dank möchten wir auch allen unseren Spendern, Förderern,  Partnern und Freunden von Hospiz aussprechen. Ohne Sie wäre vieles nicht möglich, Sie helfen uns, den Rahmen zu schaffen für unsere Arbeit.

Wir wünschen Ihnen und den Menschen, die Ihnen nahe stehen, ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Und wir freuen uns sehr, die vielen großen und kleinen Herausforderungen des kommenden Jahres auch mit Ihrer Unterstützung zu meistern.

Hospizverein Kronach e.V.

Koinor-Horst-Müller-Stiftung spendet erneut für den Hospizverein Kronach

Die Spende wurde vom Stiftungsrat-Vorsitzenden Michael Schulz und Stiftungsrat Jürgen Wittmann im Kronacher Hospizbüro übergeben. Beide zeigten sich beeindruckt vom so segensreichen Hilfs- und Beratungsangebot des Hospizvereins Kronach, den die Koinor-Horst-Müller-Stiftung bereits in der Vergangenheit schon mehrfach mit großherzigen Spenden bedacht hatte.

Die größte war 2012 über 7.000 Euro. „Ohne dieses Geld wäre uns die Anstellung einer hauptberuflichen Koordinatorin nicht möglich gewesen. Das war für die Anstellung existenziell“, würdigte der Vorsitzende des Hospizvereins Kronach, Dr. Peter Witton. Die letzte Spende der Stiftung von 2.500 Euro floss in eine neue EDV-Ausstattung. Da der bisherige Computer nicht kompatibel mit dem neuen Programm war, musste Kassier Frank Schuberth beispielsweise die Mitgliederverwaltung daheim am Computer erledigen und alles mit nach Hause nehmen. Der neue Computer stellt zudem eine Arbeitserleichterung für die neue hauptberufliche Koordinatorin Annette Hümmer dar. Die Computerausstattung soll nun mit der erneuten Spende mit einem Beamer ergänzt werden. Dieser wird vor allem für Ausbildungszwecke für neue Hospizbegleiter verwendet, aber auch für Gruppenstunden und andere Veranstaltungen des Hospizvereins. Dafür bedankten sich Dr. Peter Witton, Frank Schuberth, 2. Vorsitzende Anja Männl wie auch Annette Hümmer herzlich.

Dr. Witton erläuterte bei der Spendenübergabe den vielfältigen Aufgabenbereich des Hospizvereins, dessen Schwerpunkt die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender bildet. Die Säule des Vereins stellen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter dar, die eine umfassende neunmonatige Ausbildung erfahren. Diesen kommt nun mit der Anschaffung des Beamers die Spende im Besonderen zugute. Laut der Hospizkoordinatorin verfüge man derzeit über 33 ausgebildete Hospizbegleiter, die jedoch nicht immer alle zur Verfügung ständen. So pausierten immer rund zehn von ihnen – aus beruflichen, gesundheitlichen oder privaten Gründen. „Es ist wichtig, dass diese im Kopf frei sind“, sprach sie aus Erfahrung. Erfreulicherweise gehen von den elf Teilnehmern des letzten Kurses neun in die Begleitung.

Dr. Witton verwies auch auf die enge Verbindung Hospizverein und spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Der Hospizverein hat einigen Begleiterinnen die Ausbildung zur Palliativfachkraft ermöglicht. Durch ihr Fachwissen können sie bei besonderen Fragen beratend zur Seite stehen. Schwerpunkte sind Beschwerdelinderung, vor allem von Schmerzen und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen der letzten Lebensphase, die psychosoziale Begleitung sowie der Beistand für den Sterbenden und seine Angehörigen als auch die spirituelle Begleitung beziehungsweise Hilfe bei der „Sinnsuche“. „Menschliche

Zuwendung und eine optimierte medizinische Versorgung rund um die Uhr – Das ist unsere Antwort auf die Todesspritze“, erklärte der Vorsitzende.
Michael Schulz und Jürgen Wittmann freuten sich über die sinnvolle Verwendung der Spende. Als „Kinder der Region“ fühle man sich insbesondere der Region verpflichtet. So werden gleichermaßen verschiedene Institutionen in Kronach und Lichtenfels bedacht. In Kronach waren dies bislang schon des Öfteren „1000 Herzen für Kronach“, die Lebenshilfe Kronach oder eben der Hospizverein. „Wir können nicht alle Wünsche befriedigen. Aber was uns für unsere Region möglich ist, machen wir gerne. Wenn wir auf den Staat warten, warten wir lange“, betonte Schulz. 1953 gründete Horst Müller das Unternehmen Koinor Polstermöbel in Michelau. Aus unternehmerischem Erfolg und der Bekenntnis zum sozialen Engagement, wurde 2000 die „Koinor-Horst-Müller-Stiftung gegründet. Die Stiftung wird von einem Stiftungsrat geleitet und vom Stiftungsvorstand gemanagt. Man trifft sich mehrmals unters Jahr. Beschlüsse über die Zuwendungen erfolgen demokratisch. Die Stiftung befindet sich, so Schulz, nach dem Tod des Stifters vor zwei Monaten in einer Umbruchphase beziehungsweise in einem Findungsprozess. Hierbei seien auch neue Ideen im Gespräch, die man hoffentlich bereits 2016 zumindest zum Teil verwirklichen könne. hs
Hospiz macht Schule: Im Rahmen der Spendenübergabe erläuterte Hospizkoordinatorin Annette Hümmer das Projekt „Hospiz macht Schule“. Dieses Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, durch eine Woche Unterricht an Grundschulen gerade Kindern das Thema „Tod und Sterben“ auf sensible Art und Weise näher zu bringen – so beispielsweise bereits an der Lucas-Cranach-Schule. Bei Interesse können sich weitere Schulen gerne beim Hospizverein melden. Internet: Weite Infos, Angebote und Termine des Hospizvereins Kronach gibt es auch unter www. hospizverein-kronach.de

IMGP7327

 

 

 

 

 

Bild: (von links) Hospizkoordinatorin Annette Hümmer, Vorsitzender Dr. Peter Witton, Kassier Frank Schuberth, Stiftungsrats-Vorsitzender Michael Schulz, Stiftungsrat Jürgen Wittmann und 2. Vorsitzende Anja Männl im gemeinsamen Gespräch bei der Spendenübergabe.

 

Benefizkonzert zugunsten des Hospizvereins Kronach

Beeindruckende Hörerlebnisse mit den „Spirit Voices“

Das Benefizkonzert für den Hospizverein Kronach am Sonntag war ein voller Erfolg. Der Chor „Spirit Voices“ sorgte mit einem bunten Potpourri für beeindruckende Hörerlebnisse.

Kronach- Beifallsstürme, Standing Ovation und mehrere Zugaben: Sie haben mal wieder alle Erwartungen übertroffen – Die Sänger und Sängerinnen von „Spirit Voices“ – Stimmen des Geistes – und die Musik derer, die sie begleiten. Die Fans kamen in Scharen in die Kapelle der Helios-Frankenwaldklinik. Zusätzliche Stühle wurden herbeigeschafft. Schon nach wenigen Takten ihres Eröffnungsstücks „Wo beginnt der Weg zu dir“ ließ die von Georg Kestel und Andrea Hart geleitete Gruppe Zeit und Raum vergessen. Immer wieder faszinierend ist die Leichtigkeit von „Spirit Voices“, mit der – wie selbstverständlich – die Freude und Begeisterung für die Musik auf das Publikum überspringt. Wie von selbst schlagen sich Brücken zwischen den Mitwirkenden und den Zuhörern. Es ist eine Musik, die Generationen verbindet. „Spirit Voices“ bietet Spaß, Gefühl und beste Unterhaltung. Das geht nicht nur ins Ohr, sondern auch unter die Haut. Diese Gruppe ist ein Erlebnis!

Von neuen geistlichen Liedern über Gospels und Spirituals bis hin zu weltlichen Liedern – Über alle musikalischen Stilrichtungen und Formen hinweg entstand eine eigene Klangs- und Gefühlswelt, die mit spiritueller Kraft tief ins Innere – in die Seele – ging. Gerade die Abwechslung zwischen flotten Rhythmen und besinnlichen Liedern war es, die die Zuhörer in der Kapelle packte und ihnen das Herz aufgehen ließ. So klatschte das Publikum begeistert mit bei der Sister-Act-Filmmusik „I will follow him“, Musik aus der irischen Folklore-Tanzshow „Lord of the dance“ oder dem Dauerbrenner „Put your hand in the hand“ von Ocean , aber auch gesanglich stimmte es in die bekannten Lieder wie „Meine Zeit“ oder den „Irischen Segenwünschen” ein. Eine Atmosphäre der Gemeinschaft und der Harmonie machte sich breit, als die Besucher getrageneren Liedern andächtig lauschten – wie „Where peaceful waters flow“  oder „Love can build a bridge“, bei dem die wunderschönen Stimmen der beiden großartigen Solisten Diana Löffler und Georg Kestel in schönster Harmonie erklangen.

Instrumental begleitet wurde der Chor von Georg Kestel (Gitarre), Lena Mahr (Querflöte), Georg Mäusbacher (Schlagzeug) sowie Andrea Hart (Keyboard). Durch das Konzert führte Martin Förtsch, der zwischen den jeweiligen Blöcken immer wieder die Themen Sterben und Tod in sehr sensibler Art und Weise in Gedanken und Geschichten aufgriff. Am Ende des wunderschönen, rund eineinhalbstündiges Konzerts erklang das voller überschäumender Freude dargebotene „O happy Day“. Von einem „happy Day“ sprach auch der Vorsitzende des Kronacher Hospizvereins, Dr. Peter Witton. Er freute sich sehr, dass „Spirit Voices“ alle drei Jahre beim alljährlich abgehaltenen Benefizkonzert zugunsten seines Vereins auftritt und sich damit in den Dienst der guten Sache stellt. Gleichzeitig würdigte er das Engagement des Chors auch in anderen Bereichen. So unterstützen die Sänger und Sängerinnen mit den Einnahmen aus ihren Auftritten das Projekt „Liebe statt Love“ (ehemals „Gebrochene Rosen“) – eine Gemeinschaftsaktion von MISEREOR und Brot für die Welt, die sich gegen Kinderprostitution und Kindesmisshandlungen in Vietnam, Thailand und Kambodscha einsetzt. hs

„Spirit Voices“: Gegründet wurde der Chor 1991 in der Pfarrei „Maria Geburt” Glosberg als „Chor – Neue geistliche Lieder”. Zur ersten Probe trafen sich ein gutes Dutzend Sangesfreudiger. Nach dem 10-jährigen Jubiläum im Jahr 2001 wurden aus dem „Chor – Neue geistliche Lieder” die „Spirit Voices”. Im kommenden Jahr steht nunmehr schon das 25-jährige Jubiläum an, das am 26. Juli 2016 gebührend gefeiert wird. Im Laufe der Jahre haben die „Spirit Voices“ ihr Repertoire um weltliche Songs erweitert, die ein zentrales Element mit den geistlichen Liedern der Gruppe gemeinsam haben: Sie alle handeln von Froher Botschaft, Liebe, Freude, Ängsten, Sehnsucht und Hoffnung auf eine bessere Welt. Weitere Infos gibt es auf der Homepage www.spirit-voices.net. Zu sehen und zu hören ist der Chor auch im Imagefilm von Misereor im Internet unter www.youtube.com

 

Begleiter auf der letzten Lebensreise – Ökumenische Andacht

Ökumenische Andacht3

Begleiter auf der letzten Lebensreise

Der Hospizverein Kronach lud zu einer ökumenischen Andacht in die Spitalkirche. Damit gedachte man der schwerkranken und sterbenden Menschen, die auf ihrer letzten Lebensreise begleitet wurden.

Kronach- Ein großes Schiff steht vor dem Altarraum der Spitalkirche. An der Schiffsleine hängen bunte Fähnchen. Auf jedem steht ein Name eines „Passagiers“, der den schützenden Hafen mittlerweile erreicht hat; „Passagiere“, die die Hospizbegleiter bei ihrem Kurs auf die ewige      Heimat     – auch über zum Teil „stürmisches Meer“ – begleitet hatten.

 

Das Schiff als Sinnbild für Abschied und Aufbruch bildete den Mittelpunkt der ergreifenden, aber zugleich so hoffnungsvollen ökumenischen Gedenkandacht des Hospizvereins Kronach. Unter dem Motto „Die letzte Reise – Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen“ waren alle Angehörigen, die um einen Menschen trauern, ebenso eingeladen wie alle Ehrenamtlichen, Hospizbegleiter sowie Vorstandsmitglieder des Hospizvereins. Gestaltet wurde die Andacht von Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer sowie Pfarrer Martin Gundermann als auch dem Hospizverein mit seiner Koordinatorin Annette Hümmer.

 

Ökumenische Andacht1

„Wir müssen nicht immer alleine reisen. Andere können mit uns gehen und uns den Weg zeigen. Auch Gott gibt uns Kraft, die Reise hier auf Erden zu beenden. Er begleitet uns, egal welche Stürme wir überstehen müssen. Er hält seine schützende Hand über uns“, zeigte sich die Koordinatorin sicher. Das Lösen der Leinen und die Fahrt zu fernen Ländern, voller Erwartung, aber auch Unsicherheit und Sorgen: Ruhige Seen, aber auch Sturmwind, Orkane, Klippen, Eisberge – „Damit verbinden wir“, so Hümmer, „Erkenntnisse, Verzweiflung, Ängste, Hilflosigkeit.“ Manchmal seien die Hafeneinfahrten schmal und man fahre durch untiefes oder unübersichtliches Gebiet. Aber da sei auch ein Lotse, der das Gelände kenne und uns Hilfe gebe. „Neue Menschen, Verständnis, Sicherheit und später das Einlaufen in einen anderen Hafen mit Stille, Ruhe, Geborgenheit, Dankbarkeit, Zufriedenheit. Ein Schiff ist auf einer Reise, genau wie wir“, meinte die Koordinatorin. Für viele Angehörige sei die Angst vor dieser ungewissen Reise sehr groß gewesen. Sie wären am liebsten weggeschwommen. Der Wind habe ihnen die Luft zum Atmen genommen, der Sturm die Gefühle. Sie seien verzweifelt gewesen und oft ohne Trost: Kein Land in Sicht! „Aber dann waren unsere Hospizbegleiter da, die mit ihnen auf Reise gegangen sind. Die versucht haben zu helfen, wenn es alleine nicht mehr zu schaffen war. Nach und nach konnten sie von ihren Ängsten erzählen. Es entstand Vertrauen und Verbundenheit, bei manchen bis über den Tod hinaus“, freute sich die Koordinatorin. Sie und auch die anderen Hospizbegleiter hingen Fähnchen mit dem Namen der Verstorbenen, die sie auf ihrer letzten Reise begleitet hatten, an das große – vor dem Altarraum aufgestellte – Schiff.

 

Ökumenische Andacht

Auch im Evangelium ging es um das Thema Wasser – um den Sturm, in den die Jünger Jesu auf hoher See geraten. Petrus geht über das Wasser. Unterwegs droht er unterzugehen. Doch Jesus streckt ihm die Hand entgegen und rettet ihn. „Petrus, der alte Angsthase, geht übers Wasser. Er, der überall vorn dabei ist, aber dann doch kneift“, meinte Birgitta Staufer-Neubauer in ihrer Predigt. Die Bibelstelle sei eine Geschichte über Seefahrt, Stürme, Dunkelheit, nächtliche Erscheinungen, über Angst, Bedrängnis und Gefährdung. „Das alles werden sie oft in ihrer Arbeit erfahren, wenn sie Menschen begleiten, aber auch selbst“, zeigte sie sich sicher. Verzagen, fehlendes Vertrauen und die Angst, die Fluten könnten einen verschlingen und das eigene Leben auslöschen, dem Wind und Gegenwind völlig ausgeliefert zu sein – Sicherlich würden sich Sterbende oft so fühlen und manchmal könnten sie sicherlich auch eine helfende Hand nicht gleich erkennen. „Gott bietet uns ein Rettungsseil“, appellierte sie. „Auf sein Wort hin“ könne man mit ihm auch in schwerem Sturm in Kontakt bleiben, wenn man nicht aufs Wasser, sondern nach vorne schaue – auf die Hand, die er uns reiche, so wie Petrus, als er auf halbem Weg Angst bekommen habe. „Einfach ist es mit unserem Glauben nicht. Der Glaube an Gott bewahrt uns auch nicht automatisch vor Angst. In ihrer Arbeit werden sie oft diese Erfahrung machen, wenn die Wellen furchtbar hoch schlagen“, mutmaßte sie. Glaube stagniere nicht, sondern bedeute, mit der Dynamik Auf und Ab zu leben und in neuem Lebenslagen auf ihn neu zu vertrauen. An Sturm und Angst komme niemand vorbei. Aber die, die glauben könnten, hörten seinen Ruf und sie könnten das Seil nehmen, das er ihnen entgegenhalte.

Ökumenische Andacht2

Der Pfarrer und die Pastoralreferentin legten jedem Hospizbegleiter einzeln die Hand auf und segneten sie. Auch die neu hinzugekommenen Hospizbegleiterinnen wurden – nach ihrer intensiven Ausbildung – in ihren schweren Dienst entsendet. Staufer-Neubauer und Gundermann dankten den Ehrenamtlichen für ihre wertvolle Hilfe und ihre Bereitschaft, schwerkranken und sterbenden Menschen beizustehen sowie ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Der Dank von Hümmer galt sowohl den Angehörigen für das Vertrauen, das sie dem Hospizverein entgegenbringen, als auch den Hospizbegleitern. Diese seien immer da, wenn man sie brauche. Oft stellten sie ihre privaten Interessen in den Hintergrund für ihre Aufgabe, die sie mit sehr viel Liebe und Hingebung erfüllten. Die sehr stimmungsvolle musikalische Umrahmung lang in Händen von Mitgliedern des Hospizvereins wie auch der evangelischen Kirchengemeinde Fischbach.

 

Acht neue Hospizbegleiterinnen für den Hospizverein Kronach

Ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter ist jetzt abgeschlossen. Acht Frauen nahmen daran teil und beschäftigten sich dabei intensiv mit den Themen Tod, Trauer und Sterben. Kursleiterin Anja Männl überreichte ihnen jetzt ihre Urkunden.
Kronach- Gemäß dem bundeseinheitlichen Standard der Hospizarbeit bestand der Kurs aus drei Teilen: dem Grundkurs und dem Aufbaukurs sowie dazwischen einem Praktikum beispielsweise in einer Pflegeeinrichtung. Insgesamt umfasste die Ausbildungsmaßnahme, die den Menschen auf seinem letzten Weg in den Mittelpunkt stellt, gleichzeitig aber auch die Unterstützung für Angehörige im Blick hat, 120 Stunden.
Im Pfarrsaal in der Nikolaussiedlung freute sich 2. Hospizvereins-Vorsitzende Anja Männl, die den Kurs geleitet hatte, den – nach Abschluss des Aufbaukurses – nunmehr ausgebildeten Hospizbegleiterinnen ihre Zertifikate überreichen zu können. Sie erinnerte sich zurück, wie sich diese am 15.11.2014 erstmals hier in den Räumlichkeiten getroffen hätten, um – aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus – mehr über die Thematik „Sterben, Tod und Trauer“ zu erfahren. Der Grundkurs habe sich schwerpunktmäßig mit der Auseinandersetzung der eigenen Sterblichkeit befasst. Im anschließenden Praktikum hätten die Teilnehmerinnen geprüft, wie gut sie als Begleiter von Schwerstkranken beziehungsweise Sterbenden zurechtkommen. „Ihr habt alle berichtet, dass dieses Praktikum eine ganz wertvolle Erfahrung für euch war“, freute sich Männl.
Dennoch habe sich inzwischen – ihres Gefühls nach – manchmal auch eine gewisse „Ernüchterung“ breit gemacht. Vielleicht hätten sich einige mehr versprochen, mehr Aktion – mehr „Tun“ – weniger „Nicht-Tun: Vom Geschehen lassen, Achtsam sein, Hinsehen, Aushalten, Leer werden, sich einfach nur zur Verfügung stellen. Das höre sich so nach „Passivität“ an. So stelle man sich Begleiten nicht vor, man möchte die Dinge lieber anpacken, verändern, verbessern… zum Guten wenden. „Und dennoch genau darum geht es oft im Leben und ganz bestimmt beim Sterben: ums Zulassen, Annehmen und Geschehen lassen. Es geht ums Akzeptieren, dass wir die Kontrolle verlieren, unsere Konzepte und Vorstellungen von den Dingen und von Situationen – wie sie sich richtig und gut anfühlen, loszulassen und aufzugeben, um dann aktiv damit zu arbeiten und zu leben, was ist“, appellierte sie. Spätestens beim Sterben stelle man nämlich fest, nichts kontrollieren zu können. Das Schwierigste für den Menschen sei das „Nicht-Tun“.
„Wir können Schwerstkranken und Sterbenden am meisten dienlich sein, wenn wir mit dem Herzen aufmerksam anwesend sind“, ermunterte sie und erklärte, „Uns wirklich zur Verfügung stellen und somit auch die Würde des Sterbenden bis zuletzt aufrecht halten“. So hätten sich die Teilnehmerinnen dann auch im Aufbaukurs intensiv mit der Rolle des Hospizbegleiters auseinandergesetzt. Abschließend dankte sie ihnen für das Absolvieren des Kurses. Ob sie sich nun entschlössen, aktiv ehrenamtlich als Hospizbegleiterin zu arbeiten oder nicht – Sie hoffte und wünschte, dass sie das eine oder andere hätten mitnehmen können.
Dies bestätigten die frischgebackenen Hospizbegleiterinnen, die von vielen positiven Erfahrungen berichteten. „Im Umgang mit Sterben und Tod erhält man einen neuen Blick auf das Leben“, waren sie sich einig. Die Absolventinnen hatten sich für den Kurs teilweise aus beruflichen Gründen entschieden, teilweise auch aus dem traurigen Grund, dass ein naher Verwandter oder Bekannter verstorben und damit das Thema „Tod und Sterben“ für sie in greifbare Nähe gerückt war. Sicher zeigten sie sich auch, dass sie durch die Ausbildung wieder die eigenen Prioritäten im Leben genauer wahrnähmen und dankbar für alles seien, was sie hätten und erleben dürften. „Ein solcher Kurs öffnet einem die Augen für die wichtigen Dinge im Leben“, so die Teilnehmerinnen. Zudem hätten sie das gute Gefühl, einen wertvollen Beitrag für Schwerstkranke, Sterbende und Angehörige zu leisten. Alle bekundeten, aktiv als Hospizbegleiterinnen im Ehrenamt arbeiten zu wollen.
Hospizvereins-Vorsitzender Dr. Peter Witton würdigte, dass sie sich der immensen – insbesondere psychischen – Herausforderung des Kurses gestellt hätten. „Der Hospizverein Kronach begleitet Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige. Wir wollen den Hospiz-Gedanken und unsere Arbeit nach außen tragen. Und wir wollen vorhandene Berührungsängste abbauen“, erklärte er. Die Menschen sollen wissen, dass niemand mehr alleine sterben muss, sondern dass jemand für sie in der letzte Phase des Lebens da sei. Dies alles erfolge ehrenamtlich und für die Hilfesuchenden kostenlos. Wann der nächste Hospizbegleiterkurs zustande kommt, steht noch nicht fest, da dies abhängig vom Interesse der Teilnehmer ist. hs
Inhalte des Grundkurses: unter anderem die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, Lebensbilanz, Rituale/Abschiedskultur, Sterbephasen nach Kübler-Ross, Wahrnehmung der eigenen Grenzen/Selbstfürsorge, Kommunikation im Allgemeinen beziehungsweise in der Rolle des Hospizbegleiters.
Inhalte des Aufbaukurses: unter anderem Trauer und Verlust spürbar erleben, Hospizbegleiter im Familiensystem, Spiritualität, Aromapflege, Schmerztherapie und Palliative Medizin, Achtsamkeit und Selbstfürsorge, Kraftquellen, Motivation im Ehrenamt, Teambildung, Patientenverfügung und rechtliche Hintergründe.
Die neuen Hospizbegleiterinnen: Alexandra Eidelloth, Elke Fiedler-Heidenreich, Gerda Göschl, Beatrix Porzelt, Andrea Ruß, Kristin Stammberger, Verena Täuber und Silke Weber.

IMGP2129 (2)

Bild: Der Hospizverein Kronach mit ihrem Vorsitzenden Dr. Peter Witton (rechts), seiner Stellvertreterin Anja Männl (zweite von rechts) sowie Hospizkoordinatorin Annette Hümmer (links) freut sich über acht neue Hospizbegleiterinnen.

Realschüler zeigen Solidarität mit dem Hospizverein Kronach

Im dritten Jahr in Folge initiierte die Siegmund-Loewe-Schule einen „Tag der Solidarität“. Die Realschüler „erarbeiteten“ dabei die Summe von 5.176,81 Euro. Das Geld kommt dem Hospizverein Kronach zugute.

Kronach- Rasenmähen, Hasenfüttern, Autowaschen – Dem Einfallsreichtum, vor allem aber dem Arbeitseifer der Schüler und Schülerinnen der RS II waren beim „Tag der Solidarität“ keine Grenzen gesetzt. Die Jahrgangsstufen fünf bis neun nutzten den schulfreien Tag der mündlichen Prüfungen der Zehntklässler für eine besondere Aktion. Anstatt den freien Tag zu genießen, schlossen sie eine Arbeitsvereinbarung mit Angehörigen, Freunden oder Bekannten für die Übernahme eben solcher Aufgaben. Der dabei erwirtschaftete Geldbetrag kommt in diesem Jahr dem Hospizverein Kronach zugute. Am letzten Tag vor den Ferien fand die Spendenübergabe statt.

Den „Tag der Solidarität“ gab es nunmehr zum dritten Mal. Er fand wieder an dem Vormittag statt, an dem aus schulorganisatorischen Gründen aufgrund der mündlichen Prüfungen des Abschlussjahrgangs kein Unterricht für die anderen Klassen stattfinden konnte. Die Idee stammt vom Schulleiter Uwe Schönfeld. Mit dem Geld will man insbesondere soziale Zwecke in der näheren Umgebung unterstützen – so wie im vergangenen Jahr, als rund 5.600 Euro an die Lebenshilfe Kronach für das neue Wohnheim übergeben werden konnten. 2013 spendete man die Erlöse von mehr als 6.000 Euro – aus aktuellem Anlass – für die Flutopferhilfe der Caritas. Durch die Aktion wolle man zeigen, dass Mitmenschlichkeit und Solidarität an der Schule hoch im Kurs stehen, daher auch die Bezeichnung „Tag der Solidarität“. Die Arbeitsvereinbarung musste vom „Arbeitgeber“ und dem Schüler ausgefüllt werden – mit Angabe der Tätigkeit und der Spende. Die dabei erarbeitete Summe wurde mit der unterschriebenen Arbeitsvereinbarung in einem Kuvert an den Klassenleiter zurückgegeben. Der Gesamtbetrag kommt vollumfänglich dem Hospizverein Kronach zugute.

Bei der Spendenübergabe bedankte sich Schönfeld bei den Schülern, die ihre Freizeit und Arbeitsleistung in den Dienst der guten Sache gestellt hätten. Dabei las er auch einige der ausgeführten Arbeiten vor – in der Regel ganz alltägliche Dinge wie das Helfen im Haushalt oder kleinere Tätigkeiten. Völlig überwältigt angesichts der für sie in dieser Höhe vollkommen unerwarteten Spendensumme zeigten sich Vorsitzender Dr. Peter Witton, seine Stellvertreterin Anja Männl, Schriftführerin Ingrid Steinhäußer sowie Koordinatorin Annette Hümmer. „Der Hospizverein Kronach begleitet Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige“, so Hümmer. Leider werde das wichtige Thema Abschiednehmen noch immer oftmals nur als negativ erfahren. Das Sterben werde aber vom Hospizverein als natürlicher Vorgang begriffen. Hinterbliebene sollten den Tod nicht nur als schreckliches Ereignis empfinden, sondern ohne negative Erfahrungen weiterleben können. Die Hospizbegleiter schenkten ihnen Zeit, Unterstützung und Nähe. Behutsam und einfühlend seien sie bereit, Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörigen in der letzten Phase des Lebens zu begleiten.

2. Vorsitzende Anja Männl zeigte sich tief beeindruckt von der Spende. Normalerweise sei Hospiz ein Thema, mit dem sich junge Menschen nicht so beschäftigten. „Ich bin ganz baff“, meinte sie gerührt. Der Grundgedanke von Hospiz sei, dass es sich dabei um eine ehrenamtliche Tätigkeit handele. Trotzdem habe man viele Kosten zu tragen – so unter anderem für das Hospizbüro oder auch die Ausbildung von Hospizbegleitern. „Vollkommen überwältigt“ von der großartigen Spende zeigte sich Vorsitzender Dr. Witton, der versprach, die Spende gut und sinnvoll anzuwenden.

Spendenübergabe

Spendenübergabe Schulleiter Uwe Schönfeld, Ingrid Steinhäußer, Anja Männl, Annette Hümmer (alle vom Hospizverein)

Spendenübergabe
Schulleiter Uwe Schönfeld, Ingrid Steinhäußer, Anja Männl, Annette Hümmer (alle vom Hospizverein)

Annette Hümmer ist die neue Koordinatorin des Hospizvereins Kronach

Seit dem 1. April hat der Hospizverein Kronach eine neue Koordinatorin. Annette Hümmer versteht sich insbesondere als zentrale Ansprechpartnerin der Hospizbegleiter und Hilfesuchenden.

Kronach- „Ambulanter Hospizverein Kronach, Annette Hümmer, Hallo“ – meldet sich Annette Hümmer mit freundlicher Stimme am Telefon in ihrem kleinen gemütlichen Büro in der Lucas-Cranach-Straße 10. Seit dem 1. April ist die examinierte Krankenschwester mit der Zusatzausbildung Palliativ-Care die neue Koordinatorin des Hospizvereins Kronach. „Das ist heute erst mein vierter Tag und ich habe seitdem schon drei neue Begleitungen aufgenommen“, zeigt sie sich selbst verwundert.

Der Hospizverein Kronach begleitet Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige. Derzeit gehören dem Team 31 ehrenamtliche Hospizbegleiter und –begleiterinnen an, die aber nicht alle – aus persönlichen und beruflichen Gründen – zur Verfügung stehen. Für die Betreuung der Ehrenamtlichen und Betroffenen, die Koordination der Einsätze wie auch weiterer Aufgaben braucht es eine hauptamtliche Koordinatorin – mit einem, wie die Steinwiesenerin erzählt, durchaus umfangreichen Aufgabenbereich. „Ich bin die erste Kontaktperson und Ansprechpartnerin für alle Fragen der Hospizbegleiter wie auch Betroffenen“, erklärt die 43-Jährige, die selbst langjährige Hospizbegleiterin war. Sie sorgt für eine umfassende Beratung beim Erstgespräch, teilt die passenden Ehrenamtler ein und macht für diese auch Supervisionen. Ihre weiteren Aufgaben sind die Kontakte zu den niedergelassenen Ärzten, Alten- und Pflegeeinrichtungen, dem Krankenhaus, Seelsorgern, kirchlichen und sozialen Diensten sowie anderen Hospizvereinen. Man bemüht sich, den Hospizgedanken in die Region zu tragen. „Ich stelle unsere Arbeit in Kirchengemeinden, Schulen, Vereinen und Seniorennachmittagen vor“, so die Koordinatorin, die wöchentlich 25 Stunden arbeitet. Aktuell läuft eine neue Hospizbegleiter-Schulung mit zehn Teilnehmern. Dieser Kurs sei – so Hümmer – sehr wichtig für den Hospizverein, da man dringend weitere Hospizbegleiter brauche, um für alle Anfragen einen passenden Begleiter zu finden.

Neue Koordinatorin wurde sie „von einem Tag auf den anderen“. Ein Mitglied des Hospizvereins hatte sie gefragt. „Ich sah schon immer in der Betreuung und Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen einen Schwerpunkt meiner Arbeit“, verrät die Koordinatorin, die zuletzt im BRK-Seniorenhaus Kronach tätig war und auch für die Sozialstation Steinwiesen gefahren ist – beides sehr gerne. Die Entscheidung für die Koordinatoren-Stelle sei für sie einfach gewesen, da sie in die neue Stelle ihre bisher gemachten Erfahrungen sehr gut einbringen kann und das Ziel ihrer Arbeit ihren Wunschvorstellungen entspricht. Das wichtige Thema Abschiednehmen werde leider noch immer oftmals nur als negativ erfahren. Natürlich sei es traurig, wenn jemand sterbe. „Das Sterben wird aber vom Hospizverein als natürlicher Vorgang begriffen. Hinterbliebene sollen den Tod nicht nur als schreckliches Ereignis empfinden, sondern ohne negative Erfahrungen weiterleben können“, betont Hümmer. Diesbezüglich habe in den letzten Jahren ein Stück weit ein Umdenken stattgefunden. Zu verdanken sei dies auch dem Hospizverein Kronach mit seinem Vorsitzenden Dr. Peter Witton und allen Verantwortlichen sowie natürlich den Hospizbegleitern, die ihre Arbeit nach außen trügen.

In ihrer neuen Arbeitsstelle fühle sie sich sehr wohl, wenngleich die Arbeitsabläufe noch etwas ungewohnt seien. „Das ist eine ganz andere Art der Organisation“, erzählt sie. In die Pflege habe es sie schon immer gezogen. Bereits während ihrer Schulzeit machte sie in ihren Ferien Praktika im BRK-Seniorenhaus Kronach. Anschließend absolvierte sie ein soziales Jahr in einem Altenheim in Ansbach und danach ihre Ausbildung zur Krankenschwester im Lichtenfelser Kreiskrankenhaus. 2006 absolvierte sie ihre Palliativ-Care-Ausbildung, die sie auch im Seniorenhaus in der Begleitung von Sterbenden und Schwerkranken umsetzte.

Voller Wertschätzung spricht Hümmer über die menschliche Zuwendung der Hospizbegleiter für die Betroffenen. Diese übten keine pflegerischen Maßnahmen aus, sondern schenkten ihnen Zeit, Unterstützung und Nähe. Behutsam und einfühlend seien sie bereit, Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörigen in der letzten Phase des Lebens zu begleiten. Sie führten Gespräche, machten aber auch beispielsweise Spiele mit ihnen oder läsen ihnen etwas vor. Sie hielten aber auch Stille aus, wenn am Ende des Lebens die Kommunikationsfähigkeit abfalle. Dass es sich dabei um ehrenamtliche Tätigkeit handele, sei ein Grundgedanke von Hospiz. Es kommt vom Lateinischen „Hospicium“ und bedeutet die geistliche und unterstützende Aufnahme, die mittelalterliche Mönche den Reisenden boten. In Weiterführung dieser Idee sind die Beratung und Begleitung durch den Hospizverein Kronach kostenlos. Zum ambulanten Betreuungsteam gehören ausgebildete Hospizbegleiter und Palliativ-Fachkräfte. „Jeder kann unsere Hilfe in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Status oder Herkunft“, verdeutlicht sie.

Leitgedanke sei, die Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen – mit ihren Angehörigen. „Wir verstehen sterben als Teil des Lebens. Wenn das Sterben anfängt, hört das Leben noch nicht auf“, betont sie. Man bringe dem Sterbenden Respekt und Achtung entgegen und versuche, belastende Symptome wie Schmerzen abzumildern. Dies erfolge gerade auch in enger Zusammenarbeit mit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) Bamberg, die sich hierfür im Besonderen einsetzt – vor allem bei Krankheiten, die mit viel negativen Symptomen begleitet würden. Nach Möglichkeit sollten die Sterbenden zuhause im Kreise ihrer Familie Abschied nehmen können. Die Angehörigen wolle man entlasten und dabei unterstützen, die schwere Situation zu begreifen und den Tod anzunehmen.

Derzeit laufen seitens des Kronacher Hospizvereins zwölf Begleitungen. Nicht alle Hospizbegleiter seien immer einsetzbar – zum Einen aus beruflichen Gründen, zum Anderen bräuchten sie nach dem Tod des von ihnen Betreuten auch Zeit, um zu trauern, bevor sie sich wieder frei fühlten. Jede Begleitung sei anders und auch abhängig vom Krankheitsbild – beispielsweise ob man einen alten Menschen betreue, der bereit sei zu gehen, oder einen jungen, der mit dem Tod hadere. Die Betreuung höre mit dem Tod nicht auf, auch danach fänden die Trauernden beim Hospizverein Kronach Hilfe.

IMGP7719

(Bericht von Heike Schülein vom 14.04.2015)

Unser Hospizverein gründet eine Trauergruppe für Kinder

Kindertrauergruppe “Horizont”

“Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man niemals wieder verlieren.” (Johann Wolfgang von Goethe)

Die Kindertrauergruppe “Horizont” bietet Kindern die Möglichkeit sich mit anderen Kindern nach Verlusterfahrungen durch Unterstützung einer Trauerbegleiterin auszutauschen. Dabei kommen kreative Aspekte, gemeinsame Spiele, Erlebnisse

ebenso zum Einsatz wie das Betrachten von passenden Filmen oder Büchern. Auch musikalische Aspekte werden hierbei integriert.

Auch die Bezugspersonen werden in das Angebot integriert. Vor der ersten Teilnahme des Kindes an der Gruppe findet ein Einzelgespräch mit der Bezugsperson und dem Kind statt. Nach Beendung der Gruppenstunde erfolgt eine kurze Übergabe und bei Auftretenden von Fragen über Trauer von Kindern ist Iris Zinkand als Ansprechpartnerin zu erreichen.

Termine

Unsere Kindertrauergruppe “Horizont” trifft sich einmal im Monat in den Räumlichkeiten des Kronacher Hospizvereines- meistens ist dies am letzten Freitag im Monat um 15:00Uhr.

Bei Interesse an der Teilnahme nehmen Sie bitte Kontakt mit Frau Iris Zinkand auf.

Ablauf der Kindertrauergruppe

– vor der ersten Teilnahme: Vorgespräch mit der Bezugsperson

– Beginn mit Begrüßung der Kinder

– Bewegungsspiel zum “Ankommen”

– Entzünden der Teelichter für unsere Verstorbenen: sie sind somit in unserer Mitte

– Einstiegsrunde: Wer bin ich (bei neuen Teilnehmern)? Wie geht es mir jetzt?

– kreative Themenrunde: in spielerischer Weise und mit kreativen Vorschlägen wird in kindergerechter Weise auf die Themen Trauer, die Verarbeitung des Verlustes sowie die allgemeine Gefühlswelt des Kindes eingegangen

– Austausch der Kinder untereinander

– Zusammenfassung des Inhaltes

– Abschlussritual, Verabschiedung in der Runde

– Möglichkeit eines Einzelgespräches nach der Gruppe “Horizont”

– kurzes Gespräch über den Inhalt des Angebotes mit den Bezugspersonen

Über Trauer bei Kindern

Kinder trauern anders als erwachsene Personen.

Einerseits haben sie einen “natürlicheren” Umgang mit Verlust umzugehen, andererseits aber haben sie noch nicht so viele kognitive Bewältigungsstrategien wie Erwachsene entwickelt.

Bei der Verarbeitung des Verlustes spielen individuelle Erfahrungen, die eigene Entwicklung, das Lebensalter und das jeweilige Weltbild mit. Ebenso hat das soziale Umfeld eine wichtige Rolle.

Auch verläuft Trauer bei jedem Menschen anders und individuell.

Aber Trauer ist ebenso eine Fähigkeit, die hilft mit schwerwiegenden Lebensereignissen umzugehen zu lernen.

Trauer ist ein Zeichen von Liebe.

Der Verlust einer Bezugsperson stellt auch immer den Verlust von Sicherheit dar.

Stirbt jemand in der Familie so ändert sich das gesamte Familiengefüge und das Kind hat auf einmal eine ganz andere Rolle, als es davor hatte- war es vorher der Bruder ist es nun ein Einzelkind, hatte es vorher Eltern ist es nur Halbwaise.

Aber auch wenn im nahen Umfeld eine Person stirbt, kann das in Kindern Trauer auslösen wie z.B. nach dem Tod eines Freundes. Ebenso kann der Verlust eines geliebten Haustieres zu Trauer beim Kind führen.

Durch einen Verlust werden viele bisherige Ansichten in Frage gestellt. Darauf gilt es angemessen zu reagieren.

Der Austausch der teilnehmenden Kinder in der Kindetrauergruppe “Horizont” sowie die unterstützende Beratung der Bezugspersonen steht im Mittelpunkt des Angebotes. Mit kreativen Methoden wird der erfahrene Verlust für die Kinder erfahrbar gemacht und dessen Verarbeitung unterstützt.

Alle Emotionen sind willkommen, denn sie sind ein Ausdruck der Trauer.

Gruppentermine für die Trauergruppe “Brücke”

Termine für die Trauergruppe “Brücke” 2015

Freitag, 30. Januar 2015
Freitag, 27. Februar 2015
Freitag, 27. März 2015
Freitag, 24. April 2015
Freitag, 29. Mai 2015
Freitag, 19. Juni 2015 (1 Woche vorgezogen)
Freitag, 31. Juli 2015
Freitag, 28. August 2015
Freitag, 19. September 2015
Freitag, 30. Oktober 2015
Freitag, 27. November 2015
Freitag, 18. Dezember 2015

Die “Brücke” findet jeweils um 18.00 Uhr in den Räumlichkeiten des Hospizvereins Kronach statt.

Sollte Einzelgespräche gewünscht werden, so melden Sie sich doch direkt an unsere Trauerbegleiterin
Frau Iris Zinkand unter der Telefonnummer: 0176/97391612.

Iris

Sie benötigen Hilfe beim Ausfüllen einer Patientenverfügung? Dann sind Sie bei uns richtig …

Zwei unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, Frau Friederike Degelmann und Inge Schmidt, haben sich rund um das Thema “Patientenverfügung und Vollmacht” weitergebildet. Sie haben an der Hospizakademie in Bamberg die Weiterbildung “Patientenverfügung” absolviert und stehen somit allen Interessierten beratend zur Seite. Vereinbaren Sie doch einfach einen Termin während unserer Bürozeit dienstags von 10.00 – 12.00 Uhr oder besuchen Sie die beiden im Hopsiz-Caféchen. Formulare zur Patientenverfügung können beim Hospizverein gekauft werden.

Hospizverein Kronach feiert 20-jähriges Bestehen

Das Jubiläum wurde am Samstag im Festsaal der Firma Krumpholz begangen. Zahlreiche Vertreter der Kirchen, des öffentlichen Lebens, Freunde und Förderer sowie Mitarbeiter des Hospizvereins feierten mit.

Kronach- „Leben bis zuletzt – Sterben als Teil des Lebens“ – Der Hospizverein Kronach wurde am 7. Juli 1994 gegründet. Inzwischen ist er 20 Jahre alt geworden und zählt fast 200 Mitglieder. Welch wichtige und beeindruckende Arbeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten erreicht wurde, zeigte der Festakt.

„Es ist für mich eine große Freude, heute als Hospizvorsitzender vor ihnen stehen zu dürfen“, so Dr. Peter Witton in seiner Begrüßung. Ein großer Dank gebühre Nina und Jürgen Rubenbauer, die mit ihrer Firma Karl Krumpholz Werkzeugbau den Hospizverein von Anfang an sehr großzügig unterstützen. Dies sei für die Aufbauarbeit enorm wichtig gewesen. Herzlich bedankte er sich bei allen Mitarbeitern des Hospizvereins. Sie trügen an vielen Stellen dazu bei, dass der ambulante Hospizdienst funktioniere und die Hospizidee eine immer breitere Basis bekomme – so die Hospizbegleiter, die Schwerkranken und ihren Angehörigen zur Seite stehen, die Trauergruppe, der Bürodienst und auch die Vorstandschaft. Aufgrund der guten Gemeinschaft wolle er – nach fast zehn Jahren im Amt – im November als Vorsitzender weitermachen. Gemeinsam habe man im Vorstand die „nicht einfache, aber inzwischen sehr erfolgreiche“ Einstellung der hauptamtlichen bezahlten Koordinatorin Barbara Förtsch ab dem 1. Juli 2012 auf den Weg gebracht. Mittlerweile besitze man sogar ein eigenes Fahrzeug.

Beeindruckt vom Hilfs- und Beratungsangebot zeigten sich die Festredner. Laut Nina Rubenbauer verdrängten viele Menschen unangenehme Emotionen wie Tod und Sterben. Es sei gut, dass der Hospizverein solche Themen mehr in den Fokus stelle. „Sterbende zu begleiten, ist eine der ältesten Aufgaben der Christen“, meinte Pfarrerin Susanne Treber. Die Mitarbeiter des Hospizvereins begleiteten die Sterbenden auf ihren Weg zurück in die Ganzheit Gottes. Sie erlebten dabei Beziehungen, unvergessliche Momente und Gespräche, die über das Verbale hinausgingen. Regionaldekan Thomas Teuchgräber begleitet der Hospizgedanken schon 20 Jahre. Mitte der 90-er Jahre machte er selbst einen Kurs zum Hospizbegleiter und er begleitete auch – vor seinem Dienst in Kronach – eine Trauergruppe. Er baute auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Hospizverein. Kronachs Bürgermeister Wolfgang Biergrößlein bedankte sich – auch in seiner Funktion als stellvertretender Landrat – beim Hospizverein für dessen „unbezahlte, als auch unbezahlbare“ Leistung. In einer Zeit, in der viele nach dem Staat riefen, habe er selbständig und eigenverantwortlich gehandelt. Dennoch seien Staat und Politik weiter gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. „Was ist es, das Sterbende von uns verlangen?“, warf Carmencita Hartwig, stellvertretende Vorsitzende des bayerischen Hospizverbandes, in den Raum. Aufrichtig, warmherzig, verlässlich und mit hoher menschlicher Kompetenz sollte man mit ihnen umgehen, nicht davonlaufen, sondern die Schrecken der Dunkelheit mit ihnen teilen. Die wichtigste Grundlage allen Handelns sei es, Sterben als Teil des Lebens zu begreifen. Den Glückwünschen schloss sich Anita Baar, stellvertretende Vorsitzende des Hospizvereins Kulmbach, an.
Das Programm wurde von Timo Sandner und Nico Wöhner von der Berufsfachschule für Musik auf dem Akkordeon umrahmt. Inge-Maria Böhm führte Trauertänze vor, bei der die Gäste mittanzen konnten. Zwischendurch gab es einen Imbiss und Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen. hs

Rückblick auf zwei erfolgreiche Jahrzehnte

Anhand einer Power-Point-Präsentation gab der Vorsitzende einen informativen Einblick in die Vereinsgeschichte. Vieles wurde in den letzten 20 Jahren erreicht.

Kronach- Die Gründung am 7. Juli 1994 erfolgte auf Initiative der Gründungsvorsitzenden Doris Grundhöfer, Norbert Grundhöfer, Dr. Peter Witton und Dr. Jens Hartmann. „Geburtshilfe“ leistete die damalige Geschäftsführerin der Hospiz-Akademie Bamberg, Christine Denzler-Labisch.

Seit damals bietet der Hospizverein Kronach seine Beratung und Begleitung an – ehrenamtlich. Das Ziel des Vereins ist es, mit geschulten Mitgliedern die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender zu gestalten. Durch regelmäßige Vorträge soll der Hospizgedanke zum Umgang mit Leben, Sterben und Tod weiter verbreitet werden. Zum ambulanten Betreuungsteam gehören ausgebildete Hospizbegleiter/innen und Palliativ-Fachkräfte. Diese arbeiten mit Ärzten, Seelsorgern, kirchlichen und sozialen Diensten, Krankenhäusern und Pflegeheimen zusammen. Hinterbliebene können in ihrer Trauerzeit weiter in der 1996 gegründeten Trauergruppe „Brücke“ begleitet werden. Meilensteine in der Geschichte des Hospizvereins war 1997 das Hospizbüro im Strauer Torweg sowie seit 2001 das Hospizbüro in der Lucas-Cranach-Straße 10. Es wurden zahlreiche Helferkurse durchgeführt sowie Vorträge, Aktionen, Begegnungstreffen und Ausstellungen initiiert. Jedes Jahr findet ein Benefizkonzert für den Hospizvereins statt. Ausbau der spezialisierten Ambulanten Palliativmedizin im Landkreis Kronach

Nach Beendigung seiner Tätigkeit in der nunmehrigen Helios-Frankenwaldklinik wird Dr. Witton ab September mithelfen, die bereits begonnene spezialisierte Ambulante Palliativmedizin im Landkreis Kronach auszubauen.

Kronach- Geplant ist dies in Zusammenarbeit mit dem Bamberger Team und den stationären Hospizen sowie Palliativstationen. „Für mich ist menschliche Zuwendung – dafür steht der Hospizverein – und die qualifizierte medizinische Versorgung von Schwerstkranken in ihrem Leiden – dafür steht die Palliativmedizin – die Antwort auf den Wunsch, sein Leben aktiv beenden zu wollen. Die Versorgung sei für alle schwerstkranken Patienten gedacht, um sie möglichst lange – rund um die Uhr – zu Hause oder im Seniorenheim ohne Klinikeinweisung betreuen zu können. Seine Ausbildung sei fast fertig, nur seine Prüfung in München müsse er noch machen. hs

Spenden: Der Hospizverein freute sich über Spenden und Geschenke der Grußredner. Nina Rubenbauer nutzte das Jubiläum für eine Spende der Firma Karl Krumpholz Werkzeugbau von 1.000 Euro.
Weitere Infos: gibt es unter www.hospizverein-kronach.de

IMGP7123

Frau Carmencita Hartwig vom Bayerischen Hospiz- und Palliativverband

IMGP7126

Unser 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton bei seiner Festrede

IMGP7118

Frau Rubenbauer von der Fa. Krompolz bei Ihrer Festansprache

14_07_05 Trauertänzerin_bearbeitet (1)

Vorführung von verschiedenen Trauertänzen von Inge-Maria Böhm

14_07_05 Trauertänzerin_stehend_bearbieten (1)

14_07_05 Trauertänzerin_vor Hospizschild_bearbeitet

Karikaturenausstellung “Sie hat mir der Himmel geschickt” …. Ernste Themen – lustig “verpackt”

Eine Frau hält gleichzeitig jeweils eine Hand von zwei schwerkranken Patienten im Krankenhaus. „Das ist Danuta, unsre preiswerte Trösterin aus Polen“, sagt der Arzt zu einem Besucher. In einer anderen Zeichnung hält gar eine – an ein Gestell befestigte – Plastikhand die Hand eines Patienten, der an Apparate angeschlossen ist. Die Aussage dieser Karikaturen von Jan Tomaschoff und Thomas Plaßmann ist eindeutig: Für die persönliche Hinwendung für kranke und alte Menschen ist in unserem Gesundheitssystem keine Zeit mehr.
Solche Bilder von beißender Ironie sind seit Samstag in der Synagoge zu sehen. Die Karikaturen verfügen zweifellos über eine ganz spezielle Art von Humor, bei dem einen bisweilen das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Auch Skelette und Sensenmänner finden sich dabei – so auch im Titelmotiv der Ausstellung, bei dem ein Sensenmann mit seinem „Arbeitsgerät“ den Rasen einer älteren Dame stutzt. Themen wie Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Tod und Trauer sind keine leichte Kost – Die tiefgründigen und satirischen Zeichnungen provozieren, regen zum Nachdenken an und halten gleichzeitig unserer Gesellschaft den Spiegel vor. Sie zeigen ganz aktuelle Probleme unserer Zeit: Ein Energieberater sitzt am Intensivbett, ein Pfarrer steht allein am offenen Grab und meint: „Im Facebook soll er viele Freunde gehabt haben“. Wiederum bei einer Beerdigung sagt ein anderer Pfarrer: „Persönliche Eigenheiten und Vorlieben des Verstorbenen, Angewohnheiten und Perversionen können sie auch im Internet nachgoogeln“. Und an der Himmelspforte geht nichts mehr, weil der Computer abgestürzt ist und die Personaldaten der Neuankömmling nicht mehr ausspuckt. Die Konsequenz: Die „Neuen“ müssen erst einmal ins Fegefeuer.
Die Bilder sparen nicht mit Kritik – aber keinesfalls auf eine verletzende Art und Weise. Als Wanderausstellung konzipiert, wurden sie vor zwei Jahren zum zehnjährigen Bestehen der Hospizakademie Bamberg zusammengestellt. Seitdem gehen sie durch ganz Deutschland auf Reisen. Dazu gibt es einen kleinen Bildband zum Preis von fünf Euro. Im Jubiläumsjahr wollten sich damals die Hospiz-Akademie und der Hospizverein Bamberg dem Themenkreis auf humorvoll-nachdenkliche Weise nähern. Sie glaubten: „Mit wohl keinem anderen Medium gelingt es, auf derart plakative Weise den Betrachter zu erreichen, bisweilen auch provokativ zu sensibilisieren und zum Nachdenken anzuregen“. Der gleichen Meinung ist auch der Hospizverein Kronach, der anlässlich seines 20-jährigen Bestehens die Ausstellung nach Kronach holte. Von den Bildern hatte man eine Auswahl – circa die Hälfte – getroffen, die man nun in der Kronacher Synagoge präsentiert.
„Über Tod und Trauer lacht man nicht! Oder etwa doch?! Ist diese Karikaturen-Ausstellung eine Zumutung?“, fragte der Vorsitzende des Hospizvereins Kronach, Dr. Peter Witton, in seiner Einführung am Samstagvormittag, „Vielleicht! Aber bringt diese Zumutung uns nicht vielleicht zum Nachdenken und zwingt uns mit hintergründigem Humor zum Schmunzeln?“ Witton erachtete gerade die Karikatur für eine ideale Möglichkeit, sich diesem von vielen verdrängten Thema zu nähern. Karikaturen seien eine bildliche Form der Satire, die durch den kurzen Text noch eine besondere Würze erhalte und oft ins Gegenteil gekehrt werde, was auf dem Bild zu sehen sei. Dieser Überraschungseffekt lenke von der eigentlich „schlimmen“ Tatsache ab. Die Bedeutung dieser Kunstform zeige sich auch daran, dass sie schon sehr alt sei. Laut Wikipedia soll es die ersten Karikaturen bereits in der Antike gegeben haben.
Die Themen Sterben und Tod werden in der Ausstellung in einer höchst unterschiedlichen, ungewohnten und gewagten Darstellungsform thematisiert. Keine Frage: Sie bewegt sich auf schmalem Grat. Gesellschaftlich kritisch und ironisch verlieren die Karikaturisten, die aus aller Welt kommen, nie das ernste Thema aus dem Blickfeld. Es sind Zeichnungen dabei, über die man ganz einfach lächeln muss – beispielsweise wenn Loriot vor der Himmelspforte steht und Petrus erfreut ausruft: „Chef, ich glaub jetzt wird´s lustig hier oben“. Es darf aber nicht nur geschmunzelt, sondern durchaus auch laut gelacht werden.

IMGP6628

IMGP6627

Einige Karikaturen unserer Ausstellung

IMGP6638

Unser 1. Vorsitzender bei der Betrachtung der Karikaturen

Warme Lichter in dunkler Zeit

Goldener ApfelSeit 16 Jahren verleiht die Frauenliste Stadt und Landkreis Kronach den “Goldenen Apfel” an
Menschen, “die Besonderes tun und das, was sie tun, als so selbstverständlich ansehen, dass
ihnen meistens gar nicht bewusst ist, welche große Dinge sie eigentlich leisten” So
formulierte es die Erste Vorsitzende der Frauenliste, Frau Petra Zenkel, bei der
Preisverleihung der ehemaligen Kronacher Synagoge.
“Nach wie vor wird der Tod in unserer Gesellschaft verleugnet, weil er mit Angst vor
Schmerzen, Trauer, Einsamkeit, Leid und Verzweiflung verbunden wird”, sagte die Kreisrätin.
Den Weg müsse niemand allein gehen, weil es den Hospizverein gebe und Menschen wie
Christel Thum, Inge Schmidt und Friederike Degelmann.

Sie schauen hin und nicht weg

Hospizbegleiter gingen ganz selbstverständlich mit dem Thema “Sterben” um.
Sie hätten keine Angst davor, sie schauten hin und nicht weg, wenn Menschen in den
letzten Stunden ihre Hilfe brauchen. Sie arbeiten eng mit der Palliativmedizin
beziehungsweise der Schmerztherapie zusammen,um die Möglichkeit der Schmerzlinderung
auszuschöpfen. Diese kostenlose Begleitung und Hilfe kann jeder in Anspruch nehmen.
Sie ist unabhängig von Konfession, fühlt sich aber christlichen Wertvorstellung
und humanitärer Ethik verpflichtet.

Friederike Degelmann ist seit 17 Jahren Mitglied des Hospizvereins, davon seit
15 Jahren im Vorstand. 1990 absolvierte sie das Einführungsseminar für Serbebegleitung
“Sterbende brauchen Aufrichtigkeit. Sie haben keine Zeit mehr zum Versteckspielen,
sie brauchen Verlässlichkeit. Für sie bist du wie ein warmes Licht”, wandte sich
Irmgard Preißinger an die Geehrte.

Bei Gesprächen ist Friederike Degelmann eine emphatische Ansprechpartner, die
zuhören, sensibel beraten und kompetent Auskunft geben kann. Die Kronacherin übernahm
auch zeitweise die Telefonbereitschaft. Sie erledigte in all den Jahren Büroarbeiten
und war über einen längeren Zeitraum auch für Geldangelegenheiten und Bankgeschäfte zuständig.
Zusammen mit Inge Schmidt initiierte sie das jeden dritten Dienstag im Monat geöffnete
Hospiz-Caféchen” mit Gesprächen und Beratung in der Lucas-Cranach-Strasse 10.

Im Juli 1994 war die Krankenschwester Inge Schmidt Gründungsmitglied des Hospizvereins
Kronach. Nach einem Seminar wurde sie ausgebildete Hospizbegleiterin. Ihr damaliger “Mentor”
Norbert Grundhöfer gab den Anstoß, auch den Angehörigen, die mit dem Tod konfrontiert
worden waren, in ihrer Trauer beizustehen und ihnen zu helfen. So wurde Inge Schmidt
im Juni 1996 zur Initiatorin der Trauergruppe “Brücke”

Trauergruppe begründet

Für die erste Trauergruppe in Oberfranken fand sie Unterstützung von Margarete
Frank und Marianne Hempfling. “In vielen Einzelgesprächen, die auf Wunsch der Betroffenen
vor einem ersten Treffen in der “Brücke” stattfanden, hast du in schweren Stunden geholfen
und beraten”, so Ingrid Oswald.
Viele der unterstützenden Aktivitäten in der “Brücke” entstanden aus ihrer Initiative.
Zudem übernimmt sie immer wieder tage und nächtelang den anspruchsvollen Telefondienst
als erste Ansprechpartnerin und einmal monatlich auch den Dienst im Büro des Hospizvereins.
“20 Jahre ehrenamtliche, verantwortliche Mitarbeit, immer als Mitglied des Vorstands,
zwölf Jahre in der “Brücke”: In diesen Jahren hast du vielen Mitmenschen viel von deiner
Zeit und Kraft gegeben, würdigte Oswald.

Christel Thum stammt aus Kaiserslautern und zog 1981 mit ihrer Familie nach Kronach.
Sie arbeite jahrelang auch als Krankenschwester in der Intensivmedizin. Seit der
Gründung 1994 ist sie Mitglied im Hospizverein und seit 1996 auch im Vorstand des
Vereins. 2003 übernahm sie ehrenamtlich die Koordination und Einsatzleitung des
Vereins. Über ihr Telefon lief die Einteilung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter.
Tag und Nacht war sie erreichbar, auch im Urlaub.
Sie übernahm auch selbst die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen
und in den Dienst dieser Arbeit stellte sie auch ihre Fortbildungen und Initiativen.
2005 absolvierte sie die Weiterbildung zur Palliativpflege – die Betreuung Schwerstkranker
mit dem Einsatz der Schmerztherapie. Ebenfalls 2005 organisierte sie Treffen, um die
Zusammenarbeit und Sozialstationen zu fördern. Sie war Mitorganisatorin bei den Kursen
für die Hospizbegleiter. Von 2011 bis 2012 absolvierte sie einem Aufbaukurs für die
Arbeit im Kinderhospiz. “Es war abzusehen, dass diese wachsende Arbeit ehrenamtlich
nicht mehr zu bewältigen war”, so Irmgard
Steinhäußer, die auch allen anderen Aktiven des Hospizvereins ihre Hochachtung
ausdrückte.

“Drei wunderbare Frauen”

Der Vorstand des Vereins beschloss im Juli 2012, mit Barbara Förtsch” eine hauptamtliche
Hospizkoordinatorin einzustellen. “Umso wichtiger ist es für uns heute, diese drei
wunderbaren Frauen für ihre 17- bzw. 20-jährige ehrenamtliche Arbeit mit dem “Goldenen Apfel”
auszuzeichnen”, betonte Steinhäußer.

Für alle drei Geehrten war es gar nicht so einfach, den öffentlichen Dank anzunehmen,
da sie selbst ihr Engagement als etwas “ganz Normales” betrachten. Von Petra Zenkel erhielten
sie die von der Töpferei Markus und Beate Schäuble aus Kronach angefertigten und mit echtem
Blattgold überzogenen Auszeichnungen.
Die Feierstunde wurde vom “Duo Flair” (Ute Fischer-Petersohn und Alexandra Förtsch)
musikalisch gestaltet.

(Bericht von Frau Heike Schülein, Fränkischer Tag vom 01.03.2014)

Frauenliste verleiht “Goldenen Apfel an drei ehrenamtliche Mitarbeiter des Hospizvereins Kronach

Die Frauenliste Stadt und Landkreis Kronach verleiht den Goldenen Apfel 2014 an Frau Christel Thum, Inge Schmidt und Frau Friederike Degelmann, in Anerkennung für ihre außerordentliche ehrenamtliche Arbeit im Hospizverein Kronach.

Diesen Preis erhalten alljährlich Persönlichkeiten oder Vereine, die sich in überragender Weise, weit über ihre berufliche Tätigkeit hinaus, für Menschen, Tiere und Umwelt im Landkreis Kronach einsetzen.

Die Ehrung findet am Dienstag, 25. Februar um 19.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge statt.

20-jähriges Vereinsjubiläum Hospizverein Kronach

Am 5. Juli 2014 feiert der Hospizverein Kronach e.V. sein 20-jähriges Vereinsjubiläum. Die Feier findet wiederum in den Räumen der Fa. Krompholz im Ziegelwinkel statt. Ein genauer Programmablauf wird noch bekanntgegeben. Wir möchten Sie schon jetzt dazu einladen mit uns diesen Tag zu feiern. Anlässlich unseres Jubiläums findet vom 28. Juni bis einschl. 13. Juli eine Karikaturenausstellung der etwas “anderen” Art statt. Unter dem Motto “Sie hat mir der Himmel geschickt” stellen wir Karikaturen rund um das Thema Sterben, Tod und Trauer aus. Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, 28.06.2014 um 11.00 Uhr in der Kronacher Synagoge statt. Die Öffnungszeiten zum Besuch der Ausstellung geben wir noch rechtzeitig bekannt.

Zeitungsbericht von Frau Heike Schülein über den Vortrag von Frau Nicole Rinder “Das letzte Fest”

IMGP5365Trauern individuell und ganzheitlich

Nicole Rinder stellte – auf Initiative des Hospizvereins Kronach – am Montag das Buch „Das letzte Fest“ vor. Der Ratgeber bietet ganzheitliche und überkonfessionelle Ansätze, um die Zeit des Abschieds individuell und würdevoll zu gestalten.

Kronach- „Vom Sterben lernen, heißt leben lernen“ – Dies war sicherlich eine der zentralen Botschaften des tief berührenden Abends im Kronacher Pfarrzentrum. Nicole Rinder stellte ihr Bestattungsunternehmen Aetas Lebens- und Trauerkultur vor, das sie gemeinsam mit Florian Rauch leitet. Anhand von Abschiedsritualen und Praxisbeispielen berichtete sie von ihrer täglichen Arbeit im Umgang mit dem Tod. Wer nicht intensiv trauern könne, könne auch nicht intensiv leben, meinte sie. „Die Menschen kommen zu uns, um zu trauern, aber auch um ihr Wohlbefinden wieder zu finden“, erklärte Nicole Rinder, die auch Passagen aus ihrem – mit Florian Rauch verfassten – Buch „Das letzte Fest – Neue Wege und heilsame Rituale in der Zeit der Trauer“ vorlas. Bewusst Abschied zu nehmen und heilsam zu trauern, stelle einen neuen Weg der Trauerarbeit dar. Wenn man begreife, dass Sterben, Tod und Trauer ebenso zum natürlichen Lebensbogen jedes Menschen gehöre wie die Freude über Liebe, Heirat, Geburt, könne eine neue Form der Trauerkultur entstehen.

Nicole Rinder arbeitete bis vor zehn Jahren als Arzthelferin in der Patientenaufnahme eines Gynäkologen. Nie hätte sie sich träumen lassen, bei einem Bestatter zu arbeiten – bis sie ihren gerade geborenen Sohn verlor und dabei die tröstende Erfahrung machte, genügend Zeit für den Abschied zu haben und ihn intensiv zu erleben, gemeinsam in der Familie zu trauern, zu lachen und zu weinen und dabei den Schrecken vor dem Sarg und dem Tod zu verlieren: Genau das wollte sie auch anderen Menschen ermöglichen. Durch die einfühlsame Begleitung beim Tod ihres Sohnes und die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema, entschloss sie sich zudem, eine Ausbildung als Geburtsvorbereiterin zu machen. Ihr Ziel war es, Rückbildungskurse speziell für Frauen nach einer Totgeburt oder Neugeborenentod anzubieten. „Nach dem Tod meines Sohnes lernte ich mehrere Frauen mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Einige wurden bald wieder schwanger und suchten einen Geburtsvorbereitungskurs, in dem nicht „normal“ Schwangere teilnehmen. Ich machte mich auf die Suche, ob es so etwas gibt und merkte, dass kein Angebot vorhanden ist“, erzählte sie. Nicole Rinder führt heute das Bestattungsunternehmen Aetas mit Florian Rauch – dem Mann, der ihr Kind begraben hat.

Gemeinsam bieten die beiden engagierten Bestatter in ihrem Praxis-Ratgeber neue ganzheitliche Ansätze, um die Zeit der Trauer individuell zu gestalten. So änderten sich in einer Gesellschaft, die in Glaubens-und Wertvorstellungen vielfältiger geworden sei, die Bedürfnisse der Menschen im Trauerfall. Die althergebrachte – meist konfessionell geprägte – Beerdigungskultur werde diesen Ansprüchen häufig nicht mehr gerecht. Dieses Buch hilft in sehr sensibler Art, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, indem es ausführlich das Thema Trauer betrachtet – aber auch Rituale und neue Wege aufzeigt, beispielsweise eine Beerdigung bewusst zu einem Fest zu gestalten. So feinfühlig und warmherzig wie in ihrem Buch, so erzählte sie auch in Kronach über ihre tägliche Arbeit. Dabei seien die Angehörigen oft überrascht, dass es so viel Gestaltungsfreiheit gibt.

Schnell habe sich bei ihrer Arbeit als Schwerpunkt das Begleiten von Eltern, bei Suiziden, Unfällen und plötzlichen Todesfällen herausgestellt. Nunmehr ist sie für das Personal zuständig, die Qualität der Arbeit und die Konzeptentwicklung von Aetas. Das Buch entstand auf Anregung eines Verlags, der sie bat, ihre Arbeit und Erfahrungen niederzuschreiben. Dabei war es den Autoren wichtig, dass das Buch nicht schwarz und trist wird, sondern bunt – wie das Leben der Verstorbenen. Derzeit gründet Nicole Rinder mit Florian Rauch eine Aetas-Kinderstiftung, in der trauernde, traumatisierte Kinder betreut werden.

Dem Vortrag, bei dem sie auch viele Bilder aus ihrer täglichen Arbeit zeigte, schloss sich eine Diskussion an. Die Redebeiträge verdeutlichten, dass es an der Zeit ist, dass wir uns alle etwas mehr mit dem Tabuthema Sterben und Tod beschäftigen. Ingrid Steinhäußer zeigte sich dankbar, dass Nicole Rinder einen neuen Zugang zum Thema Trauer aufgezeigt habe – und zwar in sehr würdevoller und respektvoller Art. Der 1. Vorsitzende des Hospizvereins Kronach, Dr. Peter Witton, bedankte sich bei den erfreulich vielen Gästen für ihr Interesse und überreichte der Referentin ein Geschenk. hs

 

IMGP5369

“Das letzte Fest” – Interview von Frau Heike Schülein mit der Autorin des Buches Frau Nicole Rinder

Den Tod begreifen und bewusst Abschied nehmen

Nicole Rinder stellt am Montag, den 14.10.2013 um 19 Uhr im Kronacher Pfarrzentrum „St. Johannes“ das Buch „Das letzte Fest“ vor. Der Ratgeber bietet ganzheitliche und überkonfessionelle Ansätze, um die Zeit des Abschieds individuell und würdevoll zu gestalten. Initiator ist der Hospizverein Kronach

München/Kronach- Nicole Rinder führt zusammen mit Florian Rauch das Bestattungsunternehmen AETAS. Als sie ihren gerade geborenen Sohn nach nur vier Tagen verlor und dabei die tröstende Erfahrung machte, genügend Zeit für den Abschied zu haben und ihn intensiv zu erleben, wollte sie dies auch anderen Menschen ermöglichen. Die Arzthelferin machte eine Ausbildung als Geburtsvorbereiterin, um Rückbildungskurse speziell für Frauen nach einer Totgeburt oder einem Neugeborentod anzubieten. In einem Interview mit unserer Zeitung spricht sie über ihren Werdegang, ihre tägliche Arbeit und das Buch, das sie gemeinsam mit Florian Rauch geschrieben hat.

Warum machten Sie eine Ausbildung als Geburtsvorbereiterin?

Rinder: Nach dem Tod meines Sohnes lernte ich mehrere Frauen mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Einige wurden relativ schnell wieder schwanger und suchten einen Geburtsvorbereitungskurs, in dem nicht „normal“ Schwangere teilnehmen. Ich machte mich auf die Suche, ob es so etwas gibt und merkte, dass kein Angebot vorhanden ist. Ich informierte mich, welche Ausbildung man benötigt, um solche Kurse geben zu dürfen. Die Ausbildung als Geburtsvorbereiterin bietet die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung in Düsseldorf an. Sie geht über zwei Jahre, berufsbegleitend. Hier machte ich meine Ausbildung. Seit 2001 biete ich Rückbildungskurse und Geburtsvorbereitungskurse bei AETAS an.

Wie kam es dazu, dass Sie das Bestattungsunternehmen AETAS mit führen?

Rinder: Florian Rauch, der 2000 das Bestattungsunternehmen AETAS gegründet hatte, fragte mich, ob ich auch Eltern begleiten möchte. Dies tue ich jetzt seit 2001. Schnell ergab sich für mich als Schwerpunkt das Begleiten von Eltern, bei Suiziden, Unfällen und plötzlichen Todesfällen; ich wurde somit für diese Fälle „Spezialistin“. Ich begann die Ausbildung zur Trauerbegleiterin beim Münchner Institut für Trauerpädagogik – ebenfalls eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung – und fing an, mich intensiv mit dem Thema Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Herr Rauch erkannte schnell mein Engagement und mein Wissen und so wurde ich zu seiner Vertretung. Ich bin nun für das Personal zuständig, die Qualität unserer Arbeit und die Konzeptentwicklung unserer Firma.

Warum haben Sie das Buch „Das letzte Fest“ geschrieben?

Rinder: Wir hatten das Glück, dass ein Verlag auf uns zukam und meinte, dass es doch ganz schön wäre, wenn wir über unsere Arbeit und Erfahrungen ein Buch schreiben würden. So begann das Projekt „Das letzte Fest“, was über ein Jahr dauerte. Es war spannend zu sehen, wie ein Buch entsteht – von der Idee bis zum fertigen Exemplar, das man in Händen hält.

Was war Ihnen beim Schreiben des Buches besonders wichtig?

Rinder: Wichtig in unserem Buch war uns von Anfang an, dass es nicht schwarz und trist wird, sondern bunt. Wir sagen nämlich immer, dass „Das letzte Fest“ überhaupt nicht dunkel und schwarz sein muss, sondern dass sich das Leben des Verstorbenen widerspiegeln darf. Und jedes Leben ist bunt und ganz unterschiedlich. Ebenso zeigen wir in unserem Buch, dass man es trotz eines schweren Schicksals schaffen kann, wieder ein „gutes“ Leben führen zu können und zwar, indem ich den Tod nicht verdränge, sondern in mein Leben integriere und offen damit umgehe.

Worin unterscheidet sich Ihr Bestattungsunternehmen von anderen?

Rinder: Wir unterscheiden uns von unseren Kollegen darin, dass bei uns alle eine Trauerbegleiter-Ausbildung absolviert haben und keine sogenannten Sachbearbeiter sind. Ebenso begleitet jeder den Angehörigen vom Gespräch über den Abschied bis zur Beerdigung, das heißt es gibt einen Ansprechpartner. Wir haben eigene Abschiedsräume und eine Trauerhalle, in der ganz individuelle Trauerfeiern gestaltet werden können und wir somit nicht mehr vom Friedhof und den Zeiten abhängig sind. Ebenso gibt es ein großes Nachsorgeangebot für unsere Trauernden. Für uns ist die Begleitung nicht am Tag der Beisetzung beendet, sondern wir sehen, dass es nach der Beerdigung mit der Trauerbewältigung erst „los“ geht – nämlich dann, wenn sich niemand mehr meldet und niemand mehr die Tränen aushält.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

Rinder: Unsere tägliche Arbeit besteht darin, dass wir das Erstgespräch mit den Angehörigen führen, bei dem geklärt wird, welche Vorstellungen sie von der Bestattung haben. Dann fängt die Büroarbeit an. Es muss alles organisiert werden – der Beerdigungstermin, das Schalten der Traueranzeige, das Drucken der Karten … Meist gibt es den zweiten Termin zum Abschied am offenen Sarg in unserem Haus. Da begleiten wir dann die Familien und Freunde und wir sind anwesend. Der dritte Termin ist die Beerdigung. Wir sind immer mit vor Ort. Wir schmücken die Aussegnungshallen mit Blumen, Kerzen und Tüchern und sind die Vertreter zwischen den Angehörigen und den Friedhofsangestellten. Meine Arbeit sieht mittlerweile ein wenig anders aus, da ich kaum noch Begleitungen mache – nur ganz „besondere“ und schwierige Fälle. Ich bin den ganzen Tag Ansprechpartnerin und Ausbilderin für das Personal – teile ein, wann und wo welcher Verstorbene hin muss. Ich bin für unsere Veranstaltungen im Haus zuständig – unsere Jahresandacht, Sommerfest, Fachtagungen… Derzeit gründe ich mit Herrn Rauch zusammen eine AETAS-Kinderstiftung, in der trauernde, traumatisierte Kinder betreut werden. Daher mache ich momentan auch wieder eine neue Ausbildung zur Traumafachberaterin.

Was erwartet die Gäste bei ihrem Vortrag in Kronach?

Rinder: Ich werde AETAS vorstellen – wer wir sind und ich werde anhand von Abschiedsritualen und Praxisbeispielen aus der täglichen Arbeit berichten. Der Vortrag ist für alle Menschen, die offen für das Thema sind und sich dafür interessieren, beruflich damit zu tun haben oder sich Gedanken über ihr eigenes letztes Fest machen möchten.

Wie ist der Kontakt mit Kronach entstanden? 

Rinder: Der Kontakt kam über unseren Ghostwriter, Herrn Linde, zustande. Die Kronacher Zeitungen hatten unser Buch beworben und dann kam die Anfrage, ob ich einen Vortrag halten möchte.

 

Wie wichtig ist die Arbeit von Hospizvereinen?

Rinder: Das ist eine sehr wertvolle und wichtige Arbeit. Wir arbeiten mit den Hospizen vor Ort eng zusammen, da wir alle die ähnliche Philosophie leben, dass Menschen im Angesicht von Sterben und Tod gut begleitet werden sollten, um mit dieser Erfahrung dann auch „gut“ weiterleben zu können.

Die Fragen stellte Heike Schülein. hs

Buchvorstellung „Das letzte Fest – Neue Wege und heilsame Rituale in der Zeit der Trauer“: Bewusst Abschied nehmen – heilsam trauern – ein neuer Weg der Trauerarbeit:Wenn wir begreifen, dass Sterben, Tod und Trauer ebenso zum natürlichen Lebensbogen jedes Menschen gehören wie die Freude über Liebe, Heirat, Geburt, kann eine neue Form der Trauerkultur entstehen. Einfühlsam wendet sie sich an Angehörige, Trauerbegleiter und an Menschen, deren Tod bevorsteht und die ihr letztes Fest aktiv mitgestalten möchten. Wer Interesse hat, kann nach dem Vortrag das Buch käuflich erwerben und von Nicole Rinder signieren lassen. Die Buchhandlung „Lesezeichen” stellt einen Büchertisch zusammen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch zu Gunsten des Hospizvereins erwünscht.

Hospizbegleiter stehen Sterbenden bei

Wie wird man ehrenamtlicher Hospizbegleiter? Um über diese Fragen zu sprechen, lud Koordinatorin Barbara Förtsch in den Pfarrsaal St. Nikolaus ein. Hospizbegleiter, Vorstand und die Kursabsolventen trafen sich zum Kennenlernen und Innehalten. Und sie feierten gemeinsam das Kursende für die neuen ehrenamtlichen Hospizbegleiter.
Sieben Menschen hatten sich auf den Weg gemacht, nun blickten sie stolz auf die vergangene Zeit zurück. Jeder Einzelne hat an Erfahrungen gewonnen und ist erstaunt, wie viel Wissen bei dem Kurs erworben wurde.

Dienst für die Mitmenschen

Durch das gemeinsame Erleben in der Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer ist ein starkes Wir-Gefühl entstanden, ein Stützpfeiler in der Hospizarbeit. Die Haltung der Hospizbegleiter den sterbenden Menschen gegenüber ist geprägt von Respekt und Achtung sowie einer radikalen Akzeptanz zu allen Zeiten.

Offenheit, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich zu entwickeln sind Teil ihres Selbstverständnisses. Mit großer Freude sind die sieben Kursteilnehmer bereit, sich nun in den Dienst für die Mitmenschen zu stellen.

 

Kurs 2012

Sieben Kursteilnehmer ließen sich als ehrenamtliche Hospizbegleiter schulen

von links: Liane Backert, Gaby Pechmann, Renate Daum, Hella Bayer, Hilmar Neder,

Annett Wich und Anja Männl.

 

Quelle: Fränkischer Tag v. 02.07.2013

Zeitungsbericht “Vorsorgen für die letzte Phase des Lebens”

Vorsorgen für die letzte Phase des Lebens

Der Hospizverein Kronach lud am Montag zur Info-Veranstaltung rund um das Thema „Patientenverfügung“. Der 1. Vorsitzende Dr. Peter Witton sowie Notar Dr. Eberhard Thum informierten über Neuigkeiten aus medizinischer und juristischer Sicht.

 

Kronach- Wenn es in der Familie zu einem Pflegefall kommt, müssen binnen kurzer Zeit wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, dürfen  Angehörige keine Rechtsgeschäfte für die betreffende Person tätigen. Das Gericht bestellt dann einen gesetzlichen Betreuer. „Sie sollten also vorsorgen und schon in gesunden Tagen durch die Wahl eines Bevollmächtigten selbst über die letzte Phase des eigenen Lebens entscheiden“, so der eindringliche Appell der beiden Referenten an die mehr als 100 anwesenden Gäste, die sich im Vortragsraum der Frankenwaldklinik eingefunden hatten.

 

Wie die Referenten aus ihrer beruflichen – ärztlichen beziehungsweise juristischen – Praxis wissen, tauchen für die Betroffenen  ganz konkrete Fragen auf. Auf eben diese Fragen gingen sie – in sehr ausführlicher Art und Weise und in Ergänzung zu den bereits stattgefundenen Veranstaltungen – bei dem Abend ein. Sie beleuchteten das sehr komplexe Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Während der Notar insbesondere über die wichtigsten Rechtsfragen im Falle einer Pflegesituation informierte, richtete der Arzt an der Frankenwaldklinik den Focus auf den  medizinischen Bereich. Beide verdeutlichten, dass das Thema keineswegs nur alte Leute angehe. „Je eher sie ihre Angelegenheiten regeln, umso besser“, legten sie den Anwesenden ans Herz. Ein Verkehrsunfall oder eine schwere Krankheit – Schnell könne es passieren, dass man plötzlich auf andere angewiesen sei. Und dann sollte man vorgesorgt haben.

 

„Sollte der Pflegefall eintreffen, muss dem mutmaßlichen Willen des Patienten entsprechend gehandelt werden“, betonte der Notar. Doch wie sieht der mutmaßliche Wille aus, wenn keine Regelungen vorher getroffen wurden? Auch wenn es viele nicht glauben: Eltern, Kinder und selbst der Ehegatte stehen zunächst einmal – wenn sie nicht bevollmächtigt wurden – außen vor und dürfen nicht handeln.  Die Konten werden gesperrt. Vater Staat, genauer das Vormundschaftsgericht, bestellt einen Betreuer – und dieser wird vom Gericht bestimmt.   „Natürlich wird sich das Gericht erst einmal in der Familie umschauen. Wird sie dort nicht fündig, wird es eine fremde Person – einen Berufsbetreuer – bestellen. Will man das umgehen, muss man für seine Angelegenheiten einen Bevollmächtigten bestimmen. Die Person und den Umfang seiner Befugnisse kann man selbst bestimmen. Viele Menschen entscheiden sich für eine Generalvollmacht, mit der der Bevollmächtigte alle vermögensrechtlichen und – wenn entsprechend festgelegt – auch persönlichen Angelegenheiten erledigen kann, wobei es auch hier Ausnahmen und Grenzfälle gibt. Denkbar ist auch die Aufteilung der Befugnisse zwischen mehreren Personen. „Eine Vollmacht ist Vertrauenssache. Man sollte sich gut überlegen, wen man einsetzt“, appellierte Dr. Thum. So könne es sein, dass der Bevollmächtigte das Vertrauen missbraucht und nicht in Sinne des Betroffenen handelt. „Eine Kontrolle von staatlicher Seite findet so gut wie nicht statt“, so der Notar. Eine notarielle Beurkundung sei nicht vorgeschrieben, aber zu empfehlen – ebenso wie eine umfassende Beratung.

Dr. Witton riet den Anwesenden, rechtzeitig Regelungen für den  medizinischen Bereich mittels einer Patientenverfügung zu treffen. Hierfür gebe es entsprechende vorgefertigte Formulare. Er empfahl die Bayerische Patientenverfügung. Darin könne man beispielsweise festlegen, ob man lebensverlängernde Maßnahmen nur am nahen Lebensende ablehnt beziehungsweise dies auch bei Wachkoma oder bei schweren Hirnschädigungen gelten soll, wenn keine eigene Nahrungsaufnahme mehr möglich ist. Weiter ging er auf Fragen ein – wie  „Was ist zu tun, wenn eine begonnene Therapie nicht mehr meinem mutmaßlichen eigenen Willen entspricht?“ oder  „Muss der Arzt in jedem Fall meinen Willen erfüllen? Zusätze in der Patientenverfügung könnten erfolgen, eigene Formulierungen nicht. Da es sich hier um einen sensiblen, sehr persönlichen Bereich handelt, der von einem Laien nicht leicht zu verstehen ist, bot er Hilfe seitens des Hospizbüros in der Oberen Stadt, Lucas-Cranach-Straße 10, an. Die Bürozeit ist jeden Dienstag zwischen 10 und 12 Uhr. Die Telefon-Nummer ist die 09261/52367. hs

Vortrag Hospiz

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder: (von links) Notar Dr. Eberhard Thum sowie 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton beleuchteten die Patientenverfügung aus medizinischer und juristischer Sicht.

Quelle: Zeitung “Fränkischer Tag” vom 02.04.2013, Freie Autorin Heike Schülein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Koinor-Horst-Müller-Stiftung spendet dem Hospizverein Kronach € 6.000,00

Der Hospizverein Kronach erhielt von der Koinor-Horst-Müller-Stifung 6.000,00 Euro. Damit unterstützt die Stiftung zum wiederholten Male.

Für Stiftungsrat Jürgen Wittmann aus Kronach war es eine Herzensangelegenheit, erneut eine gemeinnützige Einrichtung im Landkreis Kronach aus Stiftungsgelderen zu unterstützen. “Gemäß unseren Statuten wollen wir unseren Beitrag für eine lebens- und liebenswerte Umwelt und Gestellschaft leisten. Und dies vor allen Dingen in unserer Heimat  der Region Oberfranken”, betonte Jürgen Wittmann. Er informierte weiter, dass Horst Müller Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunders aus dem “Nichts” die Firma Koinor Polstermöbel gründete und diese zu einem führenden Unternehmen der Branche führte. Anfang der 80-er Jahre übergab Müller sein Unternehmen an leitende Angestellte der Firma. Einen wesentlichen Anteil des Verkaufserlöses gab er in Form einer gemeinnützigen Stiftung an die Gesellschaft zurück. Diese Stiftung arbeitet seit dem Jahr 2000 und hat seither viele Vereine, Institutionen, caritative Einrichtungen und Einzelpersonen unterstützt. Zwischenzeitlich wurde das Gründungskapital aus Eigenmitteln des Stifters mehr als verdoppelt. So flossen auch in den Landkreis Kronach, zum Beispiel für die Benefizaktion “1000 Herzen für Kronach” oder eben an den Hospizverein Kronach, in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Euro.

Für den Hospizverein bedeutet die Geldspende die Möglichkeit, eine schon längst fällige hauptamtliche Mitarbeiterin einzustellen.

Damit, so informierten Schatzmeister Heinz Stengel und Schriftführerin Ingrid Steinhäußer, könne man die sich rührend engagierten ehrenamtlichen Hospizhelfer und Betreuer etwas entlasten.

(Quelle: Fränkischer Tag vom 17.12.2012)

Anders als im Zeitungsbericht verkündet, trifft sich die Trauergruppe “Brücke” nicht mehr jeden zweiten Mittwoch, sondern immer freitags. Die einzelnen Termine sind auf unser Homepage unter der Rubrik “Aktuelles” vermerkt. Das nächste Treffen findet bereits am 28.12.2012 in den Räumen des Hospizvereines in der Lucas-Cranach-Strasse 10 in Kronach statt. Beginn ist 18.00 Uhr.

 

 

Zeitungsbericht der Neuen Presse über Nahtoderlebnisse

Kronach Dr. Peter Witton, Vorsitzender des Hospizvereins Kronach,  begrüßte in der Kapelle der Frankenwaldklinik Pfarrer i. R. Bernhard Wolf, der den zahlreichen Zuhörern  die neuesten Erkenntnisse über  das Phänomen der Nahtoderlebnisse näherbrachte.

Pfarrer Bernhard Wolf sagte, dass er sich seit 1978, seitdem er das Buch von Dr. Raymond A. Moody über Nahtoderfahrungen gelesen habe, mit dem Thema beschäftige. Moody machte diese Nahtoderlebnisse in der breiten Öffentlichkeit bekannt.  Er hatte viele Kontakte mit Menschen, die solche Erlebnisse hatten, selbst hatte er noch keine. Bereits 1892 fasste der Schweizer Professor Albert Heim Nahtoderlebnisse von abgestürzten Bergsteigern zusammen, 1972 wurden diese Aufzeichnungen von Moody wiederentdeckt und veröffentlicht. Auf der Basis von verschiedenen gesammelten Berichten entwickelte Moody ein Bild von Nahtoderlebnissen, das bis heute als Standardmodell gilt. Viele Studien sind erfolgt.  In seinem Buch „Endloses Bewusstsein“ respektiert  der holländische Arzt Dr. Pim van Lommelden Forschungsstand.

Bis heute gebe es keine einheitlichen Deutungen, nur Versuche, sie zu deuten, so der Referent.  Erst recht nicht, was die Bedeutung betreffe. Es gebe wohl Hypothesen, aber keine Erkenntnisse. Pfarrer Wolf zitierte einige Stellen aus Moodys Buch. „Der Betroffene hört, wie ihn der Arzt für tot erklärt, nimmt ein Geräusch wahr und hat das Gefühl sich durch einen langen Tunnel zu bewegen, befindet sich außerhalb seines Körpers, aber in gleicher Umgebung, er blickt auf seinen Körper, empfindet viel Glück und Freude und sträubt sich dagegen zurückzukehren…“. Kompletten Beitrag lesen

Paula Kubitscheck-Vogel-Stifung fördert den Kronacher Hospizverein

Auf diesem Wege möchten wir uns nochmals recht herzlich bei der Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung bedanken. Sie hat uns €10.000,– zur Verfügung gestellt. Diese Summe dient als Unterstützung zur Anschubfinanzierung der im Juli neu angestellten Fachkraft für Hospizarbeit im Kronacher Hospizverein. Denn durch die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern werden die Personalkosten erst ein Jahr später und möglicherweise nur zum Teil, nach einem gesetzlich vorgeschriebenen Schlüssel bezahlt.