Die Corona-Krise und die Patientenverfügung

Die Corona-Pandemie beeinflusst zurzeit unser Leben extrem. Bei den vielen verschiedenen Ängsten um Gesundheit und Wirtschaft sollte aber auch, darin zeigt sich der Hospizverein Kronach sicher, deren Auswirkung auf eine Patientenverfügung beachtet werden.

Kronach- In der Patientenverfügung ist es möglich, verbindlich seinen Willen zu äußern über bestimmte medizinische Therapien in der Endphase einer unheilbaren Erkrankung oder der langfristigen Behandlung bei schweren Hirnschädigungen. Für solche Krankheitsverläufe wird sehr häufig der Verzicht oder die Beendigung von künstlicher Ernährung, der Beatmung und weiterer intensivmedizinischer Therapie gefordert.

„Die Patientenverfügung ist zwar nicht für Akuterkrankungen wie auch eine Covid 19-Erkrankung mit dem Corona-Virus gedacht. Um aber Missverständnissen vorzubeugen, ist eine Anpassung an Corona sehr sinnvoll. Wenn eine bereits formulierte Verfügung vorliegt, sollte man diese entsprechend ändern, oder, wenn man noch keine hat, diese möglichst bald erstellen“, betont 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton – mit dem Hinweis, dass der Hospizverein Kronach auch hierbei telefonische Hilfe anbietet.

Auch wenn wir von den vielen Verstorbenen in anderen Ländern trotz versuchter medizinischer Hilfe durch die Medien erschreckt würden, gibt es – so Dr. Witton – für Deutschland eine klare Hoffnung. Die renommierte Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München habe mitgeteilt, dass alle 36 Patienten überlebt haben, die zwischen dem 4. März und 6. April intensivmedizinisch behandelt wurden. „Das bedeutet, dass Intensivbehandlung erfolgreich sein kann. Auch die Zahl der Intensivbetten ist bei der derzeitigen Zahl an Patienten sicher ausreichend“, verdeutlicht der Hospizvereins-Vorsitzende, dass es Sinn mache, in die Patientenverfügung folgenden Zusatz einzufügen: „Für eine Covid-19 Erkrankung lege ich folgendes fest: Ich möchte, dass alle medizinisch indizierten Maßnahmen durchgeführt werden – auch mit notwendigen intensivmedizinischen Therapien, künstlicher Ernährung und Beatmung. Wenn diese zu keinem Erfolg führen und sich mein Zustand weiter so verschlechtert, dass ein Überleben unwahrscheinlich ist, wünsche ich eine Beendigung dieser Maßnahmen. Dann möchte ich sterben.

Den Bericht stellte uns wieder freundlicherweise Heike Schülein zur Verfügung.