Hospizverein Kronach feiert 20-jähriges Bestehen

Das Jubiläum wurde am Samstag im Festsaal der Firma Krumpholz begangen. Zahlreiche Vertreter der Kirchen, des öffentlichen Lebens, Freunde und Förderer sowie Mitarbeiter des Hospizvereins feierten mit.

Kronach- „Leben bis zuletzt – Sterben als Teil des Lebens“ – Der Hospizverein Kronach wurde am 7. Juli 1994 gegründet. Inzwischen ist er 20 Jahre alt geworden und zählt fast 200 Mitglieder. Welch wichtige und beeindruckende Arbeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten erreicht wurde, zeigte der Festakt.

„Es ist für mich eine große Freude, heute als Hospizvorsitzender vor ihnen stehen zu dürfen“, so Dr. Peter Witton in seiner Begrüßung. Ein großer Dank gebühre Nina und Jürgen Rubenbauer, die mit ihrer Firma Karl Krumpholz Werkzeugbau den Hospizverein von Anfang an sehr großzügig unterstützen. Dies sei für die Aufbauarbeit enorm wichtig gewesen. Herzlich bedankte er sich bei allen Mitarbeitern des Hospizvereins. Sie trügen an vielen Stellen dazu bei, dass der ambulante Hospizdienst funktioniere und die Hospizidee eine immer breitere Basis bekomme – so die Hospizbegleiter, die Schwerkranken und ihren Angehörigen zur Seite stehen, die Trauergruppe, der Bürodienst und auch die Vorstandschaft. Aufgrund der guten Gemeinschaft wolle er – nach fast zehn Jahren im Amt – im November als Vorsitzender weitermachen. Gemeinsam habe man im Vorstand die „nicht einfache, aber inzwischen sehr erfolgreiche“ Einstellung der hauptamtlichen bezahlten Koordinatorin Barbara Förtsch ab dem 1. Juli 2012 auf den Weg gebracht. Mittlerweile besitze man sogar ein eigenes Fahrzeug.

Beeindruckt vom Hilfs- und Beratungsangebot zeigten sich die Festredner. Laut Nina Rubenbauer verdrängten viele Menschen unangenehme Emotionen wie Tod und Sterben. Es sei gut, dass der Hospizverein solche Themen mehr in den Fokus stelle. „Sterbende zu begleiten, ist eine der ältesten Aufgaben der Christen“, meinte Pfarrerin Susanne Treber. Die Mitarbeiter des Hospizvereins begleiteten die Sterbenden auf ihren Weg zurück in die Ganzheit Gottes. Sie erlebten dabei Beziehungen, unvergessliche Momente und Gespräche, die über das Verbale hinausgingen. Regionaldekan Thomas Teuchgräber begleitet der Hospizgedanken schon 20 Jahre. Mitte der 90-er Jahre machte er selbst einen Kurs zum Hospizbegleiter und er begleitete auch – vor seinem Dienst in Kronach – eine Trauergruppe. Er baute auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Hospizverein. Kronachs Bürgermeister Wolfgang Biergrößlein bedankte sich – auch in seiner Funktion als stellvertretender Landrat – beim Hospizverein für dessen „unbezahlte, als auch unbezahlbare“ Leistung. In einer Zeit, in der viele nach dem Staat riefen, habe er selbständig und eigenverantwortlich gehandelt. Dennoch seien Staat und Politik weiter gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. „Was ist es, das Sterbende von uns verlangen?“, warf Carmencita Hartwig, stellvertretende Vorsitzende des bayerischen Hospizverbandes, in den Raum. Aufrichtig, warmherzig, verlässlich und mit hoher menschlicher Kompetenz sollte man mit ihnen umgehen, nicht davonlaufen, sondern die Schrecken der Dunkelheit mit ihnen teilen. Die wichtigste Grundlage allen Handelns sei es, Sterben als Teil des Lebens zu begreifen. Den Glückwünschen schloss sich Anita Baar, stellvertretende Vorsitzende des Hospizvereins Kulmbach, an.
Das Programm wurde von Timo Sandner und Nico Wöhner von der Berufsfachschule für Musik auf dem Akkordeon umrahmt. Inge-Maria Böhm führte Trauertänze vor, bei der die Gäste mittanzen konnten. Zwischendurch gab es einen Imbiss und Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen. hs

Rückblick auf zwei erfolgreiche Jahrzehnte

Anhand einer Power-Point-Präsentation gab der Vorsitzende einen informativen Einblick in die Vereinsgeschichte. Vieles wurde in den letzten 20 Jahren erreicht.

Kronach- Die Gründung am 7. Juli 1994 erfolgte auf Initiative der Gründungsvorsitzenden Doris Grundhöfer, Norbert Grundhöfer, Dr. Peter Witton und Dr. Jens Hartmann. „Geburtshilfe“ leistete die damalige Geschäftsführerin der Hospiz-Akademie Bamberg, Christine Denzler-Labisch.

Seit damals bietet der Hospizverein Kronach seine Beratung und Begleitung an – ehrenamtlich. Das Ziel des Vereins ist es, mit geschulten Mitgliedern die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender zu gestalten. Durch regelmäßige Vorträge soll der Hospizgedanke zum Umgang mit Leben, Sterben und Tod weiter verbreitet werden. Zum ambulanten Betreuungsteam gehören ausgebildete Hospizbegleiter/innen und Palliativ-Fachkräfte. Diese arbeiten mit Ärzten, Seelsorgern, kirchlichen und sozialen Diensten, Krankenhäusern und Pflegeheimen zusammen. Hinterbliebene können in ihrer Trauerzeit weiter in der 1996 gegründeten Trauergruppe „Brücke“ begleitet werden. Meilensteine in der Geschichte des Hospizvereins war 1997 das Hospizbüro im Strauer Torweg sowie seit 2001 das Hospizbüro in der Lucas-Cranach-Straße 10. Es wurden zahlreiche Helferkurse durchgeführt sowie Vorträge, Aktionen, Begegnungstreffen und Ausstellungen initiiert. Jedes Jahr findet ein Benefizkonzert für den Hospizvereins statt. Ausbau der spezialisierten Ambulanten Palliativmedizin im Landkreis Kronach

Nach Beendigung seiner Tätigkeit in der nunmehrigen Helios-Frankenwaldklinik wird Dr. Witton ab September mithelfen, die bereits begonnene spezialisierte Ambulante Palliativmedizin im Landkreis Kronach auszubauen.

Kronach- Geplant ist dies in Zusammenarbeit mit dem Bamberger Team und den stationären Hospizen sowie Palliativstationen. „Für mich ist menschliche Zuwendung – dafür steht der Hospizverein – und die qualifizierte medizinische Versorgung von Schwerstkranken in ihrem Leiden – dafür steht die Palliativmedizin – die Antwort auf den Wunsch, sein Leben aktiv beenden zu wollen. Die Versorgung sei für alle schwerstkranken Patienten gedacht, um sie möglichst lange – rund um die Uhr – zu Hause oder im Seniorenheim ohne Klinikeinweisung betreuen zu können. Seine Ausbildung sei fast fertig, nur seine Prüfung in München müsse er noch machen. hs

Spenden: Der Hospizverein freute sich über Spenden und Geschenke der Grußredner. Nina Rubenbauer nutzte das Jubiläum für eine Spende der Firma Karl Krumpholz Werkzeugbau von 1.000 Euro.
Weitere Infos: gibt es unter www.hospizverein-kronach.de

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Frau Carmencita Hartwig vom Bayerischen Hospiz- und Palliativverband

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Unser 1. Vorsitzender Dr. Peter Witton bei seiner Festrede

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Frau Rubenbauer von der Fa. Krompolz bei Ihrer Festansprache

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Vorführung von verschiedenen Trauertänzen von Inge-Maria Böhm

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