Realschüler zeigen Solidarität mit dem Hospizverein Kronach

Im dritten Jahr in Folge initiierte die Siegmund-Loewe-Schule einen „Tag der Solidarität“. Die Realschüler „erarbeiteten“ dabei die Summe von 5.176,81 Euro. Das Geld kommt dem Hospizverein Kronach zugute.

Kronach- Rasenmähen, Hasenfüttern, Autowaschen – Dem Einfallsreichtum, vor allem aber dem Arbeitseifer der Schüler und Schülerinnen der RS II waren beim „Tag der Solidarität“ keine Grenzen gesetzt. Die Jahrgangsstufen fünf bis neun nutzten den schulfreien Tag der mündlichen Prüfungen der Zehntklässler für eine besondere Aktion. Anstatt den freien Tag zu genießen, schlossen sie eine Arbeitsvereinbarung mit Angehörigen, Freunden oder Bekannten für die Übernahme eben solcher Aufgaben. Der dabei erwirtschaftete Geldbetrag kommt in diesem Jahr dem Hospizverein Kronach zugute. Am letzten Tag vor den Ferien fand die Spendenübergabe statt.

Den „Tag der Solidarität“ gab es nunmehr zum dritten Mal. Er fand wieder an dem Vormittag statt, an dem aus schulorganisatorischen Gründen aufgrund der mündlichen Prüfungen des Abschlussjahrgangs kein Unterricht für die anderen Klassen stattfinden konnte. Die Idee stammt vom Schulleiter Uwe Schönfeld. Mit dem Geld will man insbesondere soziale Zwecke in der näheren Umgebung unterstützen – so wie im vergangenen Jahr, als rund 5.600 Euro an die Lebenshilfe Kronach für das neue Wohnheim übergeben werden konnten. 2013 spendete man die Erlöse von mehr als 6.000 Euro – aus aktuellem Anlass – für die Flutopferhilfe der Caritas. Durch die Aktion wolle man zeigen, dass Mitmenschlichkeit und Solidarität an der Schule hoch im Kurs stehen, daher auch die Bezeichnung „Tag der Solidarität“. Die Arbeitsvereinbarung musste vom „Arbeitgeber“ und dem Schüler ausgefüllt werden – mit Angabe der Tätigkeit und der Spende. Die dabei erarbeitete Summe wurde mit der unterschriebenen Arbeitsvereinbarung in einem Kuvert an den Klassenleiter zurückgegeben. Der Gesamtbetrag kommt vollumfänglich dem Hospizverein Kronach zugute.

Bei der Spendenübergabe bedankte sich Schönfeld bei den Schülern, die ihre Freizeit und Arbeitsleistung in den Dienst der guten Sache gestellt hätten. Dabei las er auch einige der ausgeführten Arbeiten vor – in der Regel ganz alltägliche Dinge wie das Helfen im Haushalt oder kleinere Tätigkeiten. Völlig überwältigt angesichts der für sie in dieser Höhe vollkommen unerwarteten Spendensumme zeigten sich Vorsitzender Dr. Peter Witton, seine Stellvertreterin Anja Männl, Schriftführerin Ingrid Steinhäußer sowie Koordinatorin Annette Hümmer. „Der Hospizverein Kronach begleitet Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige“, so Hümmer. Leider werde das wichtige Thema Abschiednehmen noch immer oftmals nur als negativ erfahren. Das Sterben werde aber vom Hospizverein als natürlicher Vorgang begriffen. Hinterbliebene sollten den Tod nicht nur als schreckliches Ereignis empfinden, sondern ohne negative Erfahrungen weiterleben können. Die Hospizbegleiter schenkten ihnen Zeit, Unterstützung und Nähe. Behutsam und einfühlend seien sie bereit, Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörigen in der letzten Phase des Lebens zu begleiten.

2. Vorsitzende Anja Männl zeigte sich tief beeindruckt von der Spende. Normalerweise sei Hospiz ein Thema, mit dem sich junge Menschen nicht so beschäftigten. „Ich bin ganz baff“, meinte sie gerührt. Der Grundgedanke von Hospiz sei, dass es sich dabei um eine ehrenamtliche Tätigkeit handele. Trotzdem habe man viele Kosten zu tragen – so unter anderem für das Hospizbüro oder auch die Ausbildung von Hospizbegleitern. „Vollkommen überwältigt“ von der großartigen Spende zeigte sich Vorsitzender Dr. Witton, der versprach, die Spende gut und sinnvoll anzuwenden.

Spendenübergabe

Spendenübergabe Schulleiter Uwe Schönfeld, Ingrid Steinhäußer, Anja Männl, Annette Hümmer (alle vom Hospizverein)

Spendenübergabe
Schulleiter Uwe Schönfeld, Ingrid Steinhäußer, Anja Männl, Annette Hümmer (alle vom Hospizverein)