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Jahreshauptversammlung Hospizverein Kronach

Hospizverein Kronach hat Corona-Zeit gut bewältigt

Der Hospizverein Kronach traf sich zur Jahreshauptversammlung. Nach den Erschwernissen der Corona-Pandemie sind nunmehr wieder alle Angebote uneingeschränkt möglich.

Kronach- Zu Beginn seines Rückblicks war dem 1. Hospizvereins-Vorsitzenden Dr. Peter Witton der Dank an alle im Hospizverein Tätigen wichtig. Dies gelte gerade nach den beiden belastenden Corona-Jahren; unterliege man doch den gleichen Richtlinien wie Gesundheitseinrichtungen und deren hauptamtliches Personal: Vor jedem Besuch testen sowie Maske und Impfpflicht. „Alle bei uns, ohne Ausnahme, waren damit einverstanden - Ein Glückmoment“, bekundete er. Herzstück und Rückgrat des Vereins seien dann auch die Hospizbegleiter.

Am 1. Mai holte man die ausgefallene Weihnachtsfeier als Sommerfest in der Effelter Mühle nach. Ein gutes Spendenergebnis erbrachte das beeindruckende Benefizkonzert von Maik Förner in der Stadtpfarrkirche. Die nächste Veranstaltung ist am 11. November um 18 Uhr ein Vortrag zum Thema „Assistierter Suizid“. Dorothea Bergmann wird dabei über den Umgang mit Sterbehilfewünschen referieren. Die Pfarrerin leitet die Fachstelle „SPES" (Spiritualität - Palliative Care - Ethik - Seelsorge) der Diakonie München und Oberbayern und berät Pflegeheime bei ethischen Fragen. Mit dem Vortrag greift man eine aktuelle Thematik auf; hatte doch das Bundesverfassungsgericht mit Urteil vom 26. Februar 2020 den § 217 StGB für verfassungswidrig und nichtig erklärt, da er gegen verschiedene Grundrechte - allen voran das allgemeine Persönlichkeitsrecht - verstoße. „Das heißt, die Hilfe zur Selbsttötung steht nicht mehr unter Strafe“, erklärte Dr. Witton. Man befinde sich in der Diskussion, wie eine weitere Gesetzgebung gestaltet sein soll, die Missbrauch beim assistierten Suizid verhindere.

Seine Stellvertreterin Anja Männl bedauerte, dass erneut mehrere geplante Veranstaltungen Pandemie-bedingt entfallen mussten. Anstelle einer Weihnachtsfeier soll es 2023 wieder ein Sommerfest in der Effelter Mühle geben. Das traditionelle Benefizkonzert - dieses Mal wieder mit „Spirit Voices - findet im Januar als Neujahrskonzert statt. Angedacht ist auch ein Konzert mit der Band „Swinging Church“ zusammen mit Helmfried von Lüttichau im Juli sowie eventuell eine Buchlesung.

Die beiden Hospizkoordinatoren Christian Kaufmann und Annette Hümmer freuten sich über das Zustandekommen eines Hospizbegleiter-Kurses im vergangenen Herbst mit sechs Teilnehmern. Nach der Zertifikatsübergabe im April, sind zwei von ihnen bereits in der Begleitung tätig. Seit Jahresanfang erfolgten 23 Anfragen; vier kamen nicht zustande. Von den 23 Anfragen wurden 13 abgeschlossen, davon vier im häuslichen Bereich sowie die anderen im stationären Bereich, überwiegend in Seniorenhäusern im ganzen Landkreis. Eine Begleitung wurde im Lebenshilfe-Wohnheim aufgenommen, wobei es sich nicht um eine akute Sterbebegleitung handle. Auch dies sei möglich, verinnerlichten sie; riefen ansonsten doch viele Leute leider ja oftmals zu spät an, also bereits in der Finalphase. Für den neuen, im Frühjahr oder Herbst startenden Kurs gibt es bereits vier Interessenten. Das Projekt „Hospiz geht in die Schule“ wird im November an der Tettauer Schule fortgeführt. Nunmehr sind auch Bettina Förner und Christian Kaufmann selbst in der Beratung zur Patientenverfügung tätig, sodass man jetzt hierfür - gemeinsam mit Inge Schmidt und Frank Schuberth - vier Mitarbeiter habe. Heuer fanden bislang 13 Beratungen statt.

Die Leiterin der beiden Trauergruppen Iris Zinkand freute sich, endlich wieder Termine in Präsenz anbieten zu können. Die Teilnehmeranzahl bei der Erwachsenen-Trauergruppe „Brücke“ sank auf fünf Personen. Für die Kindertrauergruppe „Horizont“ gab es eine Zeit lang keine Anfragen. „Im Oktober wollen wir jetzt aber wieder mit drei Kindern bzw. Jugendlichen im Alter von 9 bis 16 Jahren neu starten“, informierte Zinkand, die nunmehr auch als Online-Beratende in der Trauerarbeit tätig ist und hier als Koordinatorin der Malteser für Bayern fungiert. Deren neues Angebot „Via. Trauern neu denken“ versteht sich als Anlaufstelle beispielsweise für Eltern mit kleinen Kindern oder Personen mit anstrengendem Berufsalltag, die keine Möglichkeit zum Besuch einer Trauergruppe hätten. Nach zweijähriger Corona-Pause erfährt, so Inge Schmidt, das Caféchen am 18. Oktober seinen Neustart. Die Treffen finden dann wieder immer am dritten Dienstag des jeweiligen Monats, von 14 Uhr bis 16.30 Uhr im Hospizbüro bei Kuchen, Kaffee und Tee statt.

Einen Einblick in die Finanzen gab der Kassier Frank Schuberth. Aufgrund reduzierter Fördergelder sei der Verein aktuell mehr denn je auf Spenden angewiesen, zumal man für die Koordinatoren-Stellen in Vorleistung gehen müsse und daher immer einen Puffer benötige. Aktuell zählt man 215 Mitglieder. Die beiden Kassenprüferinnen Dr. Irmgard Preißinger und Verena Täuber bestätigten eine einwandfreie Kassenführung.

Bei der Versammlung stellte sich der neue Chefarzt der Abteilung Geriatrie an der Helios-Frankenwaldklinik, Wolfgang A. Lenhardt, vor. Die Fachabteilung steht Patienten und Angehörigen zur Seite, wenn im Alter die Kräfte schwinden, und erarbeitet individuelle Lösungen für ein würdevolles Leben bis ins hohe Alter. Der Chefarzt sagte dem Hospizverein vollste Unterstützung zu und freute sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Verabschiedung langjähriger Motoren

Großen Dank zollte der Vorsitzende Friederike Degelmann, die nun nicht mehr in der Beratung über Patientenverfügung tätig ist. Sie bleibt dem Caféchen aber erhalten. Nicht anwesend sein konnte Elfriede Höfner, die ihren langjährigen Dienst als ständige Begleitung im Lucas-Cranach-Seniorenhaus beendete. Für beide gab es ein Geschenk.

2023 finden Neuwahlen der Vorstandschaft statt, wobei sich der Vorsitzende insbesondere auch jüngere Mitglieder wünschte. hs


Bild: Der Hospizverein Kronach freut sich über neue Hospizbegleiter. Das Bild zeigt diese gemeinsam mit dem Vorsitzenden Dr. Peter Witton (links) und Hospizkoordinator Christian Kaufmann (rechts).

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